«aufbruch» und «Publik-Forum»

Aufbruch – unabhängige Zeitschrift für Religion und Gesellschaft (Eigenschreibweise «aufbruch») war eine seit 1988 in der Schweiz erscheinende Zeitschrift.

Der Aufbruch erschien erstmals im Dezember 1988 unter dem Namen Aufbruch – Forum für eine offene Kirche als Reaktion auf den Konflikt um die Ernennung von Wolfgang Haas zum Bischof von Chur. Im Sommer 1988 hatte sich eine Gruppe mit dem Namen «Basiskirchliche Vernetzung» (BKV) formiert, welche die Herausgabe einer Zeitung beschloss. Am 2. November 1988 wurde der Verein «Förderkreis Aufbruch» als Trägerverein gegründet, und am 28. November wurde die erste Ausgabe in einer Auflage von 100’000 Exemplaren gedruckt. (Wikipedia)

Seit 2024 erscheint der «aufbruch» zusammen mit dem «Publik Forum».

Im Kontext der Konsolidierung unserer Inhalte fassen wir alle Artikel aus dem «aufbruch» hier zusammen.


«aufbruch» 1/98: Schwerpunkt

«Homosexualität ist gewiss kein Vorzug, aber es ist nicht etwas, dessen man sich schämen muss, kein Laster, keine Erniedrigung, und kann nicht als Krankheit bezeichnet werden.»

Wissen Sie, woher dieses Zitat stammt? Sie haben die Wahl unter fünf Antworten:

  1. aus einer kirchlichen Stellungnahme zur Segnung homosexueller Paare
  2. aus «De Profundis» von Oscar Wilde,
  3. aus einem modernen Lehrbuch für Psychiatriepflege,
  4. aus einem Brief an die Mutter eines schwulen jungen Mannes,
  5. aus dem Kolosserbrief.

Sie liegen richtig, wenn Sie auf d) tippten. Die Art des Sohnes, seine Sexualität zu leben, wird der Mutter gesagt, ist nichts Besonderes, aber auch nichts, dessen er oder sie sich zu schämen bräuchte. Es gibt dagegen kein Heilmittel, keine Therapie, keine Entziehungskur. Es braucht auch keine Schuldzuweisungen oder -übernahmen. Der junge Mann wird damit leben können und seine Mutter wird damit leben müssen – und können. Indem der Autor aufzählt, was Homosexualität nicht ist, wird klar, was sie ist: Homosexualität ist normal.

Wird dies der Mutter helfen? Ist die Antwort glaubwürdig? Der, sie schrieb, 1935 nota bene, kann sehr wohl eine gewisse Autorität für sich beanspruchen: Der «Brief an eine amerikanische Mutter» stammt von Sigmund Freud. Seine Toleranz und Klarheit sind noch heute beeindruckend und befreiend – vor allem, wenn man bedenkt, dass der britische Erfolgsautor Oscar Wilde noch 1895 wegen seiner Homosexualität zu zwei Jahren Zuchthaus mit Zwangsarbeit verurteilt wurde, von denen sein letztes Werk «De Profundis» ein ergreifendes Zeugnis ablegt, die aber zu seinem frühen Tode führten. Der Film über sein Leben lief kürzlich in unseren Kinos.

Die Schwulen- und Lesbenbewegung hat sich inzwischen zumindest in der westlichen Welt zu einer selbstbewussten gesellschaftlichen Gruppierung entwickelt, die um Gleichstellung kämpft. Ein wachsender Teil der Bevölkerung gehört ihr an oder ist persönlich mit Menschen konfrontiert, die ihre Sexualität offen mit Menschen des gleichen Geschlechts leben und damit nicht mehr Probleme haben als Heterosexuelle.

Mit wem ein erwachsener Mensch seine Sexualität lebt, ist nicht (mehr) das Entscheidende; entscheidend ist vielmehr, ob es dabei um blosse Triebbefriedigung ohne Rücksicht auf andere Menschen geht oder um echte Partnerschaft in Verantwortung. Und das heisst nicht zuletzt, ob eine Beziehung den Anspruch zu erfüllen vermag, nicht nur Lust und Liebe, sondern auch die dunklen Phasen der Entfremdung gemeinsam zu leben – oder notfalls in Würde zu beenden. Das schliesst für Bisexuelle gegebenenfalls die Mitverantwortung und Rücksichtnahme auf Kinder mit ein, auch wenn ihnen diese Verantwortung Grenzen setzt.

Dass die herkömmliche kirchliche Sexualmoral nicht nur, aber vor allem katholischer Prägung ist, dass Zölibat und Keuschheitsgelübde seit Jahrhunderten und bis heute in einer endlosen Kette von Heimlichkeiten, Lebenslügen und Selbstverleugnungen zum vorprogrammierten sexuellen Missbrauch von Kindern, Frauen, aber auch von ‹Brüdern› geführt haben, ist mit Liebe im Sinne des Evangeliums nicht in Einklang zu bringen. Zwar hat auch sexuelle Enthaltsamkeit zumindest zeitweise ihre Berechtigung. Sie aber zum status confessionis zu machen und junge Menschen lebenslänglich dazu zu verpflichten – um nicht zu sagen: zu verurteilen – ist kein Zeichen hochstehender Ethik, sondern menschenverachtenden Machtdenkens.

Anders gesagt: Nicht mehr Schwule, Lesben und Bisexuelle sind heute das Problem, sondern jene, die Heterosexualität noch immer als Norm und gottgewollte Schöpfungsordnung betrachten. Das Problem sind die tief verwurzelten Vorurteile, der religiöse Fundamentalismus und eine überholte Rechtsordnung.

Wir tragen zusammen, wie die Schweizer Kirchen heute mit diesen Problemen umgehen und wie homosexuelle Menschen in ihrem Umfeld damit leben.

Susanne Kramer-Friedrich

Erschienen im «Aufbruch» 1/1998

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des «Aufbruchs», Zeitung für Religion und Gesellschaft.

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Das Ende des Schweigens

Homosexualität und die Ignoranz der Kirchenleitung

Aus dem «Aufbruch» Nr. 93, 2/2000

Es gibt weit mehr schwule Seelsorger, als die Bischöfe wahrhaben wollen. Doch das Problem wird konsequent ausgeblendet. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, ignoriert die Kirchenleitung die aktuellen Erkenntnisse der Humanwissenschaften – und grenzt damit die eigenen Mitarbeiter aus.

Von Benno Bühlmann

Noch selten hat ein Artikel im amtlichen Organ der Schweizer Bischöfe die Gemüter – innerhalb wie ausserhalb der Kirche – derart bewegt, wie dies unlängst geschehen ist: In der Schweizerischen Kirchenzeitung (SKZ) vom 27. Januar hatte der Theologe Gianfranco Christen, Präsident des Vereins «Adamim» für schwule Seelsorger in der Schweiz, das Schweigen gebrochen. In seinem Bericht über «Kirche und schwule Seelsorger» wies er auf eine Problematik hin, die von den Schweizer Bischöfen bisher kaum wahr- und ernstgenommen wurde.

Als Einzelfälle abgespiesen

Namentlich Bischof Kurt Koch brachte noch wenige Wochen vor der Publikation des besagten Artikels kaum Verständnis für diese Angelegenheit auf: In einer Stellungnahme anlässlich der jährlich stattfindenden Tagung der Theologiestudierenden des Bistums Basel lehnte es Koch ab, von einer grundsätzlichen Problematik zu sprechen. Abgesehen von wenigen Einzelfällen sei er sich keinerlei Probleme bewusst. Zudem grenze die Behauptung, die angesprochenen Konflikte beträfen nicht wenige kirchliche Mitarbeitende, an «Rufmord an einer ganzen Berufsgattung», meinte damals der Basler Bischof.

Gianfranco Christen indessen sieht die Situation ganz anders: Als Präsident des Vereins für schwule Seelsorger in der Schweiz, der im Gespräch mit vielen direkt Betroffenen steht, lässt er sich von den Bischöfen nicht mehr mit dem Hinweis auf die berühmt-berüchtigten «Einzelfälle» abspeisen. Eigene Erfahrungswerte seiner Studienzeit sowie Zahlen aus empirischen Untersuchungen des Theologen und Psychotherapeuten Wunibald Müller lassen ihn darauf schliessen, dass nicht weniger als 20 bis 25 Prozent aller Priester schwul sind. Deshalb forderte er die Schweizer Bischöfe auf, zur Frage der Homosexualität endlich in ein ehrliches und ernsthaftes Gespräch mit den Betroffenen einzutreten.

Doch diese Forderung blieb bislang ein frommer Wunsch: Bis zum Redaktionsschluss dieser Aufbruch-Nummer und vier Wochen nach der Publikation seines Artikels in der Schweizer Kirchenzeitung waren bei Gianfranco Christen keinerlei Reaktionen von offizieller Seite eingegangen, obwohl hinter den Kulissen der Kirchenleitung seither eifrig und kontrovers über seinen Beitrag diskutiert wird.

Einmal mehr wird die Verantwortung in dieser Angelegenheit derzeit von einer Instanz auf die andere abgeschoben: Nicolas Betticher, Sprecher der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), meint etwa auf Anfrage, dass hier der Ortsbischof zuständig sei, während Brigitte Muth-Oelschner von der Informationsstelle des Bistums Basel wenig später am Telefon antwortet, dass das Problem nur auf gesamtschweizerischer Ebene angegangen werden könne. Zwar versichern beide Seiten, dass «über die Sache gesprochen werden muss» und die Angelegenheit «keineswegs ad acta gelegt» worden sei, doch über konkrete Schritte hin zu einem Gespräch mit den Betroffenen ist nichts zu erfahren.

Erkenntnisstand von 1920

Widersprüchliche Aussagen bekommt man dann wiederum zu hören, wenn es darum geht, die restriktive Haltung der Kirche gegenüber der gelebten Homosexualität zu begründen. «Homosexualität entspricht nicht dem göttlichen und dem natürlichen Recht», meint Nicolas Betticher und verweist auf die heute gültigen Aussagen des kirchlichen Lehramtes. Gleichzeitig stimmt er zu, dass sich die Kirche mit den Forschungsergebnissen der Humanwissenschaften auseinandersetzen und im Einzelfall der betroffenen Seelsorger «eine der Situation angemessene Lösung» suchen müsse.

Tatsache ist allerdings, dass sich die Kirchenleitung heute in der Verteidigung ihrer Praxis im Umgang mit Homosexualität nach wie vor einer Argumentation bedient, die in etwa dem «Wissensstand von 1920» entspricht, wie Udo Rauchfleisch, Professor für klinische Psychologie in Basel, festgestellt hat (vgl. aufbruch Nr. 90, Oktober 99).

Diese Einschätzung teilt auch Kurt Wiesendanger, Aarau, der als Psychologe FSP eine Dissertation über Homosexualität und Psychotherapie geschrieben hat. «Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht ist es unhaltbar, Homosexualität als widernatürlich einzustufen. Es ist ganz klar, dass Homosexualität eine der Heterosexualität ebenbürtige und gleichwertige Variante von sexueller Orientierung darstellt, die mit Krankheit oder mit einer psychischen Störung überhaupt nichts zu tun hat.» Das seien Erkenntnisse, die in den letzten zehn bis zwanzig Jahren durch zahlreiche empirische Studien in der Medizin, in der Biologie und der Psychologie eindeutig belegt worden seien, betont Wiesendanger: «Es gibt mehrere Studien, die aufzeigen, dass psychische Störungen bei schwulen oder lesbischen Menschen nicht häufiger festzustellen sind als bei anderen Menschen.» Deshalb gebe es heute keine Anhaltspunkte, die eine Pathologisierung der Homosexualität rechtfertigen würden.

Menschenverachtend

Es sei davon auszugehen, dass bei durchschnittlich fünf bis zehn Prozent der Menschen eine homosexuelle Orientierung vorliege. Dass die entsprechende Zahl bei kirchlichen Seelsorgern noch weit höher liegt, ist für Wiesendanger zwar nicht beweisbar, aber evident: Viele der betroffenen Menschen haben die Moralvorstellungen der Kirche, so Wiesendanger, internalisiert und wählen einen kirchlichen Beruf, um ihre Homosexualität im Glauben zu sublimieren. Allerdings könne die Unmöglichkeit, eine homosexuelle Veranlagung auch leben zu können, zu erheblichen psychischen Störungen führen, betont der promovierte Psychologe mit Hinweis auf Erfahrungen aus seiner eigenen psychotherapeutischen Praxis: «Menschen, die ihre homosexuelle Veranlagung verdrängen, leiden oft unter massiven Depressionen, Angststörungen oder auch unter psychosomatischen Beschwerden.» Vor diesem Hintergrund ist für Wiesendanger klar: «Die Haltung der Kirche gegenüber homosexuell veranlagten Menschen ist in höchstem Masse menschenverachtend.»

Weitere Informationen bei: Adamim, Verein Schwule Seelsorger Schweiz, Postfach 8044, 3001 Bern. www.adamim.ch

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Der erwähnte Artikel findet sich unter Kirche und schwule Seelsorger.


Stets abgelehnt

Reformierte Kirchgemeinden und Homosexualität

Frisch ordinierte Theologinnen und Theologen weisen in diesem Leserinnenbrief auf die schmerzliche Erfahrung eines Frauenpaares hin, das sich in verschiedenen Kirchgemeinden um eine pfarramtliche Tätigkeit bewarb.

Als frisch ordinierte Theologinnen und Theologen verschiedener Kantonalkirchen mussten wir feststellen, dass homosexuelle Theologinnen und Theologen nur mit Mühe von den Gemeinden in den kirchlichen Dienst aufgenommen werden. Besonders schmerzliche Erfahrungen hat ein lesbisches Paar unseres Kurses bei zahlreichen Bewerbungen in Gesprächen mit Kirchenpflegen und Pfarrwahlkommissionen machen müssen. Ihre gemeinsame Bewerbung wurde stets mit grossem Interesse entgegengenommen und die Besuche in den Schulstunden und im Gottesdienst wurden sehr positiv bewertet. Bei ausführlichen Gesprächen in den Kommissionen wurden die beiden Theologinnen über die Art ihrer Beziehung ausgefragt und in der Folge auf ihre Sexualität reduziert. Das Interesse an der Bewerbung erlosch schlagartig, sobald die Homosexualität der Kandidatinnen bekannt wurde. Bei den darauffolgenden Absagen versteckten sich die Kommissionsmitglieder entweder hinter dem Argument, ihre Gemeinde könne eine Anstellung nicht verstehen und die Absage geschehe nur zum Besten des Paares, oder es wurden fadenscheinige formale Gründe vorgeschoben.

Erfreuliche Stellungnahmen, aber …

Viele Kantonalkirchen haben in letzter Zeit erfreuliche Stellungnahmen zum Thema Homosexualität veröffentlicht, die wir sehr begrüssen und unterstützen. Auch wir meinen, dass Homosexualität einer wertvollen Arbeit als Gemeindepfarrerin oder -pfarrer in keiner Weise entgegensteht. Wir erachten es sogar als wünschenswert, dass eine breitere Öffentlichkeit zur Kenntnis nehmen kann, dass der Pfarrberuf sehr wohl mit unterschiedlichen Lebensformen einhergeht.

Allein das Veröffentlichen von wohlwollenden Stellungnahmen durch die Kirchenleitungen hilft homosexuellen Frauen und Männern im konkreten Fall der Anstellung in ein Pfarramt nicht weiter. So halten wir es für angebracht, zu überlegen, in welcher Weise und von wem homosexuelle Gemeindepfarramtskandidatinnen und -kandidaten unterstützt werden können. Die Verantwortung für weiterführende Schritte liegt neben den einzelnen Gemeinden auch bei den Behörden der verschiedenen Kantonalkirchen.

Wir solidarisieren uns mit unseren benachteiligten Kolleginnen und Kollegen und sind motiviert, sie zu unterstützen. Deshalb sind einige von uns bereit, an der Beratung von Pfarrwahlkommissionen, an der Mitarbeit an Einführungskursen von Kirchenpflegen oder an ähnlichen Veranstaltungen mitzuwirken, durch welche die Anstellung homosexueller Pfarrerinnen und Pfarrer gefördert werden kann. So hoffen wir, dass homosexuellen Amtsträgerinnen und Amtsträgern in den reformierten Kirchen der Schweiz Chancengleichheit widerfahren wird.

Im Original folgte eine Liste von Unterschriften, die wir in dieser Publikation weggelassen haben.

Erschienen im «Aufbruch», 6/1998

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des «aufbruch», Zeitung für Religion und Gesellschaft.

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Zwischen liberal und repressiv

Kirchen und Homosexualität in der Schweiz

Kirchen und Homosexualität markieren ein Spannungsfeld, das am ehesten die Betroffenen selber abzubauen vermögen, mit (Selbsthilfe-) Gruppen, Tagungen, Verlautbarungen. Eine Tour d’horizon christlicher Initiativen für (und gegen) Homosexuelle.

VON MICHAEL MEIER

Insgesamt tut sich die Kirche mit der gleichgeschlechtlichen Liebe immer noch schwerer als die Zivilgesellschaft. Homosexualität ist in der Kirche, ähnlich wie die Abtreibung, ein Thema, das die gläubigen Gemüter erhitzt, ein heisses Eisen eben – und ein Dauerbrenner. Man schlägt sich die immer gleichen Bibelzitate um die Ohren. Selbst wenn ÖRK-Generalsekretär Konrad Raiser unlängst prophezeite, Homosexualität werde in den nächsten Jahren eines der Hauptthemen im Weltkirchenrat sein, so ist das nur ein Zeichen dafür, wie wenig selbstverständlich die homoerotische Liebe unter Christen ist.

Dabei vertreten die Kirchen der Reformation eine vergleichsweise liberale Haltung. Bei den Reformierten bricht das Thema öffentlich immer wieder auf, wenn es um Segnungsfeiern für schwule und lesbische Paare geht. Finden sie öffentlich statt, wie vor Jahren im Bündnerland oder neulich in Bern und Zürich, ist das Mediengetöse garantiert. Offiziell allerdings sind solche Segnungen erst in Luzern und Freiburg abgesegnet; in Bern, Aargau, Zürich oder St. Gallen sind sie in der Vernehmlassung. Chancen hat das Postulat meist nur im grösseren Rahmen von «Gottesdiensten für Menschen in besonderen Lebenssituationen», also für geschiedene, unverheiratete und eben gleichgeschlechtliche Paare. Gemäss dem Basler Urs Mattmann, der seine eigene Beziehung zu seinem Freund hat einsegnen lassen, haftet der ganzen Diskussion auch etwas Künstliches an. Es werde etwas debattiert, das im Prinzip erlaubt sei: «Eine Segnung ist schliesslich keine Trauung, also kein Sakrament.»

Schweigen – bis zum Skandal

Auf katholischer Seite stehen Segnungsfeiern nicht zur Diskussion. Hier hat bekanntlich das Lehramt auch die Frage der Homosexualität abschliessend geregelt: Homosexuelle dürfen nicht diskriminiert, aber auch nicht sexuell aktiv werden. Ausserhalb des ehelichen Zeugungsaktes keine Lust – so will es die unverbrüchliche römische Doktrin. Darum ist schwul-lesbische Liebe in der römischen Kirche kaum je ein Thema, es sei denn, es kommt zum Skandal. 1995 beispielsweise hat der Zürcher Weihbischof Peter Henrici den Pastoralassistenten von Oberstrass in die Wüste geschickt, als ruchbar wurde, dass dieser mit seinem Freund zusammenlebte. Nach dem Konfliktfeld Homosexualität befragt, schickten die Bischöfe ihre damalige Pressesprecherin vor und liessen mitteilen, ihnen seien lediglich zwei Fälle von homosexuellen Geistlichen bekannt.

Dem Verbot zum Trotz

Die Bischöfe wissen ganz genau, dass es mehr sind, erheblich mehr. Auch ihnen ist bekannt, wie attraktiv der Zölibat gerade für verschämte Homosexuelle ist. Dem Klerus ist alles daran gelegen, das Problem zu individualisieren. Darum verwehrt er den schwulen Angestellten das Versammlungs- und Vereinigungsrecht. Dem Verbot zum Trotz ist vor zwei Jahren der Verein Schwuler Seelsorger entstanden – hierzulande die erste Standesorganisation für homosexuelle Kirchenmänner –. Es sind vor allem katholische Theologen, Pastoralassistenten und Priester, die hier ein Coming-out unter ihresgleichen wagen. Sie treffen sich einmal monatlich zu einem Nachtessen mit themenbezogener Aussprache. Neulich hat der Verein auch öffentlich gegen den Wiener Erzbischof Christoph Schönborn protestiert, der einen Pfarrleiter wegen seines Engagements für Schwule absetzte.

Gegen Diskriminierung

Seit Jahren schon bietet der – mehr protestantisch geprägte – Verein Homosexuelle und Kirche HuK allen homosexuellen Christinnen und Christen ein Forum an. Er versteht sich als Arbeits- und Gesprächsgruppe, um das Spannungsfeld Homosexualität und Kirche abzubauen, organisiert aber auch gesellige Anlässe. Neben HuK Schweiz bestehen in Zürich, Bern und Basel Regionalgruppen. Eine eigene Frauengruppe trifft sich jeweils am ersten Samstag des Monats in Olten. Voraussichtlich wird sich ihr die seit sechs Jahren bestehende Gruppe lesbischer Theologinnen anschliessen. Dass in der Diskussion die Lesben hinter den Schwulen zurücktreten, darin sehen betroffene Frauen einfach den Spiegel unserer Gesellschaft. Gemäss Daniela Guggenheim, im HuK-Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, können sich in der Frauengruppe Olten lesbische Christinnen in einer Art Selbsthilfegruppe austauschen. Darüber hinaus setzt sich die Gruppe – wie HuK insgesamt – dafür ein, dass Pfarrerinnen wegen ihrer Homosexualität in und bei der Anstellung nicht behindert werden. Neulich hat die HuK auch die Kantonalkirchen und Kirchenleitungen aufgerufen, sich für den Antidiskriminierungs-Artikel einzusetzen.

In Basel gibt es seit 1991 gar eine lesbische und schwule Basiskirche – eine Basis- oder Gottesdienstgemeinde, die im Sinne der Befreiungstheologie monatliche Gottesdienste – in der Elisabethenkirche – vorbereitet und feiert. Mitinitiant Urs Mattmann hat vor kurzem das Projekt Spiritualität aus lesbisch-schwuler Perspektive lanciert, das Wochenendseminare zu ganz verschiedenen Themen anbietet. Tagungen für Homosexuelle finden seit Jahren auch in kirchlichen Bildungshäusern wie Gwatt, Paulus-Akademie oder Boldern statt.

Umbeten und exorzistische Rituale

Vermutlich würde die reformierte Kirche sich stärker für Homosexuelle einsetzen, hätte sie nicht Angst, im evangelikalen Lager schlafende Hunde zu wecken. Die sind allerdings schon geweckt. Gerade in jüngster Zeit legt die von den USA inspirierte religiöse Rechte einen unheimlichen Gleichschaltungseifer an den Tag: So wie Juden zu Christen, besser zu messianischen Juden bekehrt, sollen Homos zu Heteros umgebetet werden. Im Juni 1997 haben etwa die Vereinigten Bibelgruppen VBG den Umpolungsguru Joseph Nicolosi, Exponent der expandierenden amerikanischen Ex-Gay-Bewegung, an eine Tagung mit Psychologen und Pädagogen eingeladen. Zuvor schon hatte Basileia Bern an ihren charismatischen Kongressen Seminare gegen «sexuelle Zerbrochenheit» feilgeboten. Hier versuchten der Kalifornier Andy Comiskey und seine Jünger dem «Dämon Homosexualität» mit exorzistischen Ritualen Herr zu werden.

Mittlerweile praktiziert bei uns der Arbeitskreis Neuer Weg – angeblich eine «Initiative von Betroffenen», das Heilungs- und Jüngerschaftsprogramm «Living Waters» von Comiskey in Gruppen. Auch das Schweizerische Weisse Kreuz fordert therapiewillige Homosexuelle in einer Broschüre zu seelsorgerlichen Gesprächen auf. Hinter den christlichen Hilfsangeboten versteckt sich eine veritable Schwulenhatz und Homophobie. Die VBG glaubten, an ihrer Tagung in Baar die Teilnehmer mit einem eigentlichen Sicherheitsdispostiv vor den «Drohungen aus der Schwulenszene» schützen zu müssen. Und die Schweizerische Evangelische Allianz schrieb Ende 1995 in einer eigenen Resolution zum Thema: «Die Wirklichkeit des homosexuellen Lebensstils und der Homo-Szene ist tragischer und brutaler, als gewisse Veröffentlichungen sie darstellen.» Darum entsorgt auch sie das Problem nach römischem Vorbild:

«Nein zur praktizierten Homosexualität – Ja zum homosexuell empfindenden Menschen!».

Erschienen im «Aufbruch» 1/1998

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des «Aufbruchs», Zeitung für Religion und Gesellschaft.

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Lesben und Schwule brechen auf

In verschiedenen Kirchen bilden sich Gruppen, um darüber nachzudenken, ob und wie schwule und lesbische Paare eingesegnet werden sollen. Die Praxis gibt es in der Schweiz jedoch schon jahrelang. So feierten am 8. Oktober 1988 mein Partner Emanuel Grassi und ich die Einsegnung unserer Lebenspartnerschaft in einem Gottesdienst. Wir bereiteten ihn zusammen mit einem reformierten Pfarrer vor. Elemente des Gottesdienstes waren ein gegenseitiges Versprechen, Segnen unserer Partnerschaft mit Handauflegung, und Fürbitten für unsere Beziehung von Mitfeiernden.

Nebst solchen Einsegnungsfeiern gibt es andere spirituelle Aufbrüche von Schwulen und Lesben in der Schweiz. 1991 gründete ich mit anderen zusammen die Lesbische und Schwule Basiskirche (LSBK) in Basel mit dem Ziel, regelmässige Gottesdienste für Lesben und Schwule zu organisieren. Ich erlebe in diesen Gottesdiensten praktisch gelebte Befreiungstheologie. In der Vorweihnachtszeit erzählte ich als Einleitung zu einer Meditation, dass in meinem Leben meine Homosexualität wie ein Stern war und ist, der mich zur Krippe führt. Wie kann ich mein Schwulsein fruchtbar machen in der Nachfolge Christi und im Dienst an dieser Welt? Worin liegt die besondere Berufung von Lesben und Schwulen?

Das sind Fragen, denen auch das neu gegründete Projekt «Spiritualität aus lesbisch-schwuler Perspektive» nachgeht. Es ist ein Teil der «Friedensgasse – Diakonische Kommunität», zu der mein Partner und ich gehören, und wird von der Katholischen Erwachsenenbildung Basel-Stadt unterstützt. Ziel ist es, Wochenend-Seminare mit spirituellen Schwerpunkten für lesbische Frauen und schwule Männer zu organisieren. Im Oktober 1997 fand mit Erfolg das erste Wochenendseminar statt.

All diese neuen Gefässe sind notwendig. Viele im Glauben stehende und suchende homosexuelle Menschen finden den Weg in gewöhnliche kirchliche Angebote nicht: Einige sind verletzt von Erfahrungen mit homophoben Kirchenleuten, andere befremdet das ausschliesslich heterosexuelle Weltbild, das die Predigt, Liturgie und Theologie der meisten Kirchen durchzieht. Zudem gibt es Fragestellungen, die spezifisch Lesben und Schwule betreffen. Es geht darum, Raum zu schaffen, um zu entdecken und miteinander zu teilen, was Spiritualität aus lesbisch/schwuler Perspektive bedeutet, und um Erfahrungen des Heilwerdens zu machen. Es geht nicht nur darum, in den kirchlichen Institutionen um unsere Rechte zu kämpfen. Wir sind Kirche. Das will ich leben. Mir gefällt das Bild vom Regenbogen sehr. Jede Farbe hat ihren Platz. Damit sie ihren Platz findet, muss sie sich ihrer Farbe zuerst bewusst werden. Diese schwulen und lesbischen Farben können voll und grell gemalt werden. Auch andere ChristInnen dürfen unsere Farbe sehen. Und siehe da, auch heterosexuelle Christlnnen fangen an, dies dankbar wahrzunehmen. Ich freue mich an der Buntheit des Reiches Gottes.

Urs Mattmann

Erschienen im «aufbruch» 1/1998

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des «aufbruchs», Zeitung für Religion und Gesellschaft.

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Die Gabe akzeptieren

Lesbische Theologinnen in der Kirche

Obwohl die Kirchen Homosexualität entweder ablehnen oder ein verkrampftes Verhältnis zu ihr haben, gibt es nicht wenige lesbische Theologinnen und schwule Pfarrer. Der aufbruch hat sich mit zwei katholischen Theologinnen* darüber unterhalten, wie sie ihr Lesbisch sein in der Kirche leben.

VON HUBERT ZURKINDEN

aufbruch: Kürzlich hat die reformierte Kirche des Kantons Freiburg beschlossen, Segnungsgottesdienste für unverheiratete und homosexuelle Paare unter der Voraussetzung zuzulassen, «dass eine Verwechslung mit einem Traugottesdienst ausgeschlossen werden kann». In der Presse wurde dieser Entscheid als mutiger Schritt bezeichnet. Finden Sie den Entscheid auch mutig?

Laura: Mutig fände ich es, wenn die Einschränkung nicht gemacht worden wäre. So aber werden einmal mehr gleichgeschlechtliche Paare zum Sonderfall gemacht.

Hanna: Mir scheint es, als versuche man, eine Realität zu integrieren, die es nun einmal gibt, ohne dass man bereit ist, die Werte-Hierarchie anzutasten. Ich will dennoch nicht ausschliessen, dass eine solche Lösung für schwule oder lesbische Paare eine Stärkung sein kann.

aufbruch: Wenn ich Sie richtig verstehe, gehen Sie davon aus, dass gleichgeschlechtliche Paare gleich wie heterosexuelle Paare zu behandeln sind?

Laura: Ja, es geht darum, etwas so existentiell Wichtiges wie ein Lebensbündnis mit einem Ritual zu bestärken und die Zweierbeziehung in einer Gemeinschaft zu verwurzeln. Diesen Anspruch sollten alle Menschen ohne Einschränkung haben können egal, mit wem sie Beziehungen leben.

aufbruch: Sie stellen mit anderen Worten die Norm infrage, die besagt, der Normalfall sei die heterosexuelle Beziehung?

Hanna: Ja. Eine solche Hierarchie der Beziehungsformen ist diskriminierend.

aufbruch: Sie haben selbst eine solche Feier gemacht und sie als «Freundschaftsfeier» bezeichnet. Warum nicht als «Hochzeitsfest»?

Laura: Wir haben zwei Begriffe gebraucht: «Bekräftigungsfeier» und «Freundschaftsfest». Den Begriff «Bekräftigungsfeier» haben wir gewählt, weil wir unsere Liebe zueinander und unser Engagement in der Welt für uns, aber auch zusammen mit jenen Menschen, mit denen wir verbunden sind, bekräftigen wollten.

Hanna: «Freundschaftsfest» erinnert daran, wie bedeutsam Freundschaftsnetze für eine Partnerschaft sind. Paare, die versteckt leben, leiden oft am Isoliertsein. Eine Beziehung lebt auch von sozialen Netzen, in denen wir Austausch und Unterstützung finden.

Laura: Der Begriff «Hochzeit» deckt diese Aspekte nicht ab und ist zudem heterosexuell definiert. Wir wollten verhindern, dass unsere Feier mit den traditionellen Bildern überlagert wird.

aufbruch: Wäre es, um die Gleichwertigkeit auszudrücken, nicht wichtig, das Wort «Hochzeit» zu verwenden?

Laura: Das wäre wichtig gewesen, wenn wir die Feier als politischen Akt verstanden hätten, um eine grössere Öffentlichkeit zu provozieren. Wir haben uns anders entschieden.

Hanna: In diesem Fall hätten wir in einer Kirche gefeiert, einen Pfarrer angefragt und wären in der Zeitung erschienen. Es ist mir wichtig zu betonen, dass eine Feier, die nicht Hochzeit genannt wird, nicht minderwertig ist. Jede gerechte Beziehung, in der Menschen einander lieben und zum Wachsen verhelfen, ist für mich ein Sakrament, ein sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes.

Laura: Ich weiss auch von heterosexuellen Paaren, die ihr Lebensbündnis anders benennen, weil sie sich gegen die Bilder, Erwartungen und Zuschreibungen, die mit dem Wort Hochzeit verbunden sind, wehren.

aufbruch: Wie ist Ihr Entscheid, die Beziehung mit einem Ritual zu feiern, aufgenommen worden?

Hanna: Fast alle haben sehr positiv reagiert, ausser die Eltern.

Laura: Meine Eltern sind nicht gekommen, einzig die jüngste Schwester war da. Zwei Brüder habe ich nicht eingeladen, weil sie ignorieren, dass ich mit einer Frau lebe. Ich hatte nicht die Kraft, mit ihnen diese Auseinandersetzung zu führen.

aufbruch: Wie gehen Sie mit dieser Ablehnung vonseiten der Familie um?

Hanna: Als ich mein Coming-out hatte, sagte meine Mutter, die Tochter, die sie liebe, sei gestorben. Das war heftig. Aber es war ein wichtiger Prozess, und es ist schön, dass wir nun wieder einen Faden zueinander gefunden haben.

Laura: Ich hatte sehr lange das Gefühl, dass ich meinen Eltern nie werde sagen können, ich sei lesbisch. Ich wusste, dass ihre Beziehung zu mir daran zerbrechen könnte. Es ist über drei Jahre gegangen, bis die Eltern einen Schritt auf mich zu machen konnten. Mit der Mutter wurden mit der Zeit Gespräche möglich, mein Vater will mit mir bis heute nicht darüber reden, auch wenn er mich innerlich vermutlich akzeptiert hat.

aufbruch: Können Sie nachvollziehen, warum manche Familienangehörige so viel Mühe haben, Ihr Lesbischsein zu akzeptieren?

Hanna: Zuerst möchte ich da anfügen, dass meine beiden Schwestern von Anfang an sehr positiv reagiert haben. Auch mein Patenkind, ein Junge, hat unverkrampft reagiert, obwohl er von den traditionellen Bildern geprägt ist. Als er vier war, fragte er mich, ob ich heiraten werde. Ich liess ihn raten, wen. Er überlegte und sagte: «Mh, einen Mann.» Ich habe ihm geantwortet: «Nein, nicht einen Mann, meine Freundin, die Laura.» Er meinte: «Aber Gotti, zwei Frauen, das geht nicht.» Ich erzählte ihm dazu die Geschichte «Des Kaisers neue Kleider». Darin sagen alle, der Kaiser trage ein wunderschönes Kleid, obwohl er nackt ist. So erklärte ich ihm, man müsse nicht auf alles hören, was die Leute sagen. Doch zurück zur Frage, warum Familienangehörige so ablehnend reagieren: Meine Mutter ist sicher geprägt von der Vorstellung, dass ein lesbisches Paar etwas Ekelhaftes und Widernatürliches sei.

Laura: Bei meinen Eltern hat die Ablehnung religiöse Hintergründe. Sie sind zu einer Zeit aufgewachsen, in der klar war, dass Homosexualität Sünde, und wider die göttliche Ordnung ist. Meine Eltern waren eine ganze Woche krank, nachdem ich ihnen gesagt hatte, ich sei lesbisch.

aufbruch: Sie sind beide Theologinnen. Wie ist es für lesbische Frauen möglich, in einer Kirche Theologin zu sein, die Homosexualität bis heute ablehnt?

Hanna: Bei mir gab es während des Studiums zwei radikale Brüche. Zuerst realisierte ich, wie ich als Frau in der katholischen Kirche immer wieder gedemütigt werde. Dann merkte ich, dass ich als Lesbe hinausgedrängt werde. Nach der Lehre der katholischen Kirche exkommunizieren wir uns ja selber, dadurch, dass wir unsere Beziehung leben. Dennoch gibt es Dinge, die mir in dieser Tradition wichtig sind, bei denen ich mitreden möchte. Wenn ich die Kirche verlasse, kann ich das nicht mehr. Und ich merke, dass diese Kirche trotz allem ein Gefäss sein kann, wo ich das einbringen kann, was mir wichtig ist;

Laura: Mir ist gar nicht daran gelegen, die Spannung, in dieser Kirche Lesbe und Theologin zu sein, zu überwinden. Was die Kirche zur Homosexualität lehrt, ist schlicht skandalös. Ich bin dennoch in der Kirche geblieben, denn ich habe realisiert, dass unsere Beziehung Ausdruck meiner Berufung ist. Ich gebrauche das Wort Berufung ganz bewusst. Die Erfahrung, dass Lesbisch sein mein Weg ist, liebesfähiger zu werden, war sehr tief und beglückend. Ich habe keinen Moment daran gezweifelt, dass dies dem Willen Gottes für mein Leben entspricht – um diese Sprache zu gebrauchen. Wenn es anders wäre, hätte ich in meinem ganzen bisherigen Leben nichts davon begriffen, was das Evangelium mit Gott meint. Ich bleibe in der Kirche, weil es auch da immer noch Menschen gibt, mit denen ich an etwas bauen kann, wofür auch Jesus lebte.

Hanna: Bei mir kam es zu einer wichtigen Akzentverschiebung. Ich merkte, dass es mir nicht mehr so sehr um den Aufbau und die Erhaltung der Kirche geht, sondern um die Mitarbeit am Reich Gottes.

aufbruch: Was verstehen Sie darunter?

Hanna: Reich Gottes hat für mich mit Gerechtigkeit zu tun. Es hat zu tun mit dem biblischen Wort «shalom», mit der Mahlgemeinschaft, von der niemand ausgeschlossen ist. Reich Gottes ist da, wo neue Lebensmöglichkeiten gesucht und entdeckt, wo herrschende Kategorien durchbrochen werden.

aufbruch: Sie scheinen der Auffassung zu sein, dass die katholische Kirche nicht verstanden hat, worum es im Evangelium geht?

Laura: Das wäre wohl etwas vermessen. Ich weiss einfach, dass das katholische Lehramt in Bezug auf Homosexualität massiv irrt. Was es diesbezüglich lehrt, ist wider das Evangelium. Das sage ich aufgrund meiner existentiellen Erfahrung. Als ich begann, mich zu akzeptieren, mein Lesbischsein bewusst zu entfalten und als Gabe zu sehen, war das ein riesiger Zuwachs an Lebensqualität. Was anderes sollte denn mit den Worten Jesu gemeint sein: «Ich bin gekommen, dass ihr das Leben habt, das Leben in Fülle» (Joh 10,10).

Hanna: Mir fällt spontan das Bild ein von der gekrümmten Frau, die aufgerichtet wird. Auch hier scheint das Reich Gottes auf. Die Kirche aber krümmt so oft Menschen und verbaut ihnen damit den Zugang zum Göttlichen.

* Beide Frauen arbeiten mit bei Tagungen für lesbische Frauen in den Kirchen, die jedes Jahr vom Verein lesbischer Theologinnen und der HuK-Frauengruppe veranstaltet werden. Aufgrund des repressiven Klimas in der katholischen Kirche gegenüber Lesben und Schwulen wollen die Gesprächspartnerinnen nicht namentlich genannt werden.

Erschienen im «Aufbruch», 6/1998

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des «aufbruchs», Zeitung für Religion und Gesellschaft.

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Andersartig – Gleichwertig

Kirchlicher Blick auf Homosexualität im Spiegel der Tagungszentren

Die Tagungen für Homosexuelle an kirchlichen Bildungshäusern haben viel zur öffentlichen Meinungsbildung beigetragen. Und auch die Tagungen haben im Laufe eines Vierteljahrhunderts Entwicklungen durchgemacht.

VON SUSANNE KRAMER-FRIEDRICH

Seit 1974 bieten das Evangelische Tagungs- und Studienzentrum Boldern und die Paulus-Akademie Zürich Wochenendtagungen für homosexuelle Menschen an. «War es am Anfang das erklärte Ziel, das Unrecht aufzuzeigen, das vielen Homosexuellen geschah, so wird im Laufe der Zeit eine Dynamik der Betroffenen immer deutlicher, die Gesellschaft so zu verändern, dass sie selbstverständliche Freiräume zur Entfaltung der Sexualität eines jeden und einer jeden garantiert», heisst es im Boldern Bericht Nummer 81 vom Dezember 1991.

Damit ist das Ziel formuliert: Auch die Liebe zwischen Menschen des gleichen Geschlechts soll selbstverständlich als gleichwertig akzeptiert werden, als «normal» gelten. Wie weit oder wie nah sind wir als Gesellschaft und als Kirchen hierzulande von diesem Ziel entfernt? Wie viel Veränderung erträgt die Schweiz?

Im Gespräch mit Gina Schibler, reformierte Theologin – zusammen mit Matthias Mettner von der Paulus-Akademie (PAZ) für die Tagungen verantwortliche Studienleiterin am Tagungszentrum Boldern – und einem Schwulen, der seit 1982 im Team der Tagungen für Lesben und Schwule tätig ist, werden die Veränderungen fassbar.

Entscheidender Beitrag zur Meinungsbildung

Von «Wir sind anders» zu «Wir sind gleichwertig»: So fasst Gina Schibler den Wandel der letzten Jahre zusammen. Die Tagungen auf Boldern und in der PAZ als geschütztem Forum haben entscheidend zum Gespräch und zur Meinungsbildung über die verschiedenen Arten von Sexualität und Zusammenleben beigetragen. Viele Hunderte haben hier im Laufe der Zeit als Individuen wie als Gruppe ein neues Selbstbewusstsein entwickelt, sowie ihre Anliegen gemeinsam artikuliert. Dazu gehörten natürlich auch Konflikte, zum Beispiel zwischen Schwulen und Lesben als Gruppen. Wichtiger waren immer die gemeinsamen gesellschaftspolitischen Interessen.

Schon aus dem Vergleich von Tagungs-Titeln und Bezeichnungen der Zielgruppen (siehe Kasten) lässt sich einiges erkennen: Während früher die Betroffenen unter sich waren, nehmen seit 1993 auch Eltern, andere Angehörige und Befreundete in speziellen Gesprächsgruppen an den Tagungen teil. Zweitens richten sich die Angebote seit 1995 nicht nur an Lesben und Schwule, sondern auch an bisexuelle Menschen, die zunehmend als eine Gruppe für sich anerkannt werden und es als befreiend erleben, dazu stehen zu können, dass sie sich von Menschen beiderlei Geschlechts angezogen fühlen.

Austragungsort wichtiger Entwicklungen

Forderungen wie rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften waren auf Boldern schon vor zwanzig Jahren Thema. Jetzt werden sie bei der Revision des Eherechts öffentlich gestellt. Überhaupt gingen wichtige Entwicklungen der Lesben- und Schwulenbewegung der Schweiz von hier aus: So die Gründung der HUK, der Gruppierung «Homosexuelle und Kirche», die seither regelmässig im Boldernhaus zusammenkommt, und der AHM, der Gruppe «Angehöriger Homosexueller Menschen». Homosexualität ist ja nicht nur eine Entwicklungsphase junger Menschen. Menschen aller Altersgruppen nehmen an den Tagungen teil. Für Junge gibt es eine Fülle anderer offener Gefässe, für ältere erheblich weniger.

Sexualität und Christentum

Insgesamt schliessen sich Homosexualität und das Bedürfnis nach bewusstem Christsein ja auch nicht aus, im Gegenteil. In vielen Gesprächen sagten Lesben und Schwule, die sich aus fundamentalistischen religiösen Gruppen mit ihren «Heilungsversuchen» lösen mussten, wie wichtig und befreiend es für sie war, dass in diesen landeskirchlichen Tagungen Homosexualität nicht als Sünde oder Krankheit taxiert, die der Bekehrung oder der Therapie bedarf, sondern als eine Lebensform neben anderen akzeptiert ist.

Auch der Wunsch nach kirchlicher Segnung homosexueller Partnerschaften wird seit langem immer wieder geäussert und stark diskutiert. Nicht öffentlich, aber offiziell im Rahmen einer Tagung konnten Paare, die das wünschten, im Anschluss an einen Gottesdienst einen speziellen Segen für ihre Partnerschaft entgegennehmen. Eine gewisse Zurückhaltung aus Rücksicht auf die Tagungszentren war dabei allerdings nicht ausser Acht zu lassen. Deshalb begrüssen die Verantwortlichen, dass diese Frage nun im Rahmen verschiedener reformierter Kantonalkirchen offen, öffentlich und breit diskutiert wird.

Tagungstitel und Bezeichnungen der Zielgruppen im Wandel der Zeit

1974: «Probleme der Homosexualität: eine Informationstagung für Interessierte und Betroffene»

1987: «Hautnah und lebendig – zur Entwicklung der Schwulen- und Lesbenbewegung»

Seit 1995 heisst die Zielgruppe: Lesben, Schwule, Bisexuelle sowie Angehörige und FreundInnen.

1997: «Anders leben, anders träumen, anders lieben – oder: Wie viel (anderes) Leben verträgt die Schweiz?»

Erschienen im «aufbruch» 1/1998

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des «aufbruchs», Zeitung für Religion und Gesellschaft.

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Lückenbüsser

«Wenn es einem schlecht geht, findet man eher zu Gott» – dies ist das Motto jener Frommen, die nur darauf warten, dass die Menschen in die Misere geraten und sie ihnen dann ihren jenseitigen Glauben eher schmackhaft machen können. Der deutsche Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer dagegen sagte: «Im Leben und im Diesseits, hier ist Gott!»

Am 29. Mai 1944 schrieb Bonhoeffer aus dem Gefängnis einen Brief an seinen Freund Eberhard Bethge. Der protestantische Pfarrer, der ein Jahr später auf Befehl Hitlers hingerichtet werden sollte, hatte soeben Carl Friedrich von Weizsäckers Buch «Weltbild der Physik» gelesen und folgerte nun:

«Es ist mir wieder ganz deutlich geworden, dass man Gott nicht als Lückenbüsser unserer unvollkommenen Erkenntnis figurieren lassen darf; wenn nämlich dann – was sachlich zwangsläufig ist – sich die Grenzen der Erkenntnis immer weiter herausschieben, wird mit ihnen auch Gott immer weiter weggeschoben und befindet sich demgemäss auf einem fortgesetzten Rückzug. In dem, was wir erkennen, sollen wir Gott finden, nicht aber in dem, was wir nicht erkennen; nicht in den ungelösten, sondern in den gelösten Fragen will Gott von uns begriffen werden. Das gilt für das Verhältnis von Gott und wissenschaftlicher Erkenntnis. Aber es gilt auch für die allgemeinmenschlichen Fragen von Tod, Leiden und Schuld. Es ist heute so, dass es auch für diese Fragen menschliche Antworten gibt, die von Gott ganz absehen können. Menschen werden faktisch – und so war es zu allen Zeiten – auch ohne Gott mit diesen Fragen fertig, und es ist einfach nicht wahr, dass nur das Christentum eine Lösung für sie hätte. Was den Begriff «Lösung» angeht, so sind vielmehr die christlichen Antworten ebenso wenig – oder ebenso gut – zwingend wie andere mögliche Lösungen. Gott ist auch hier kein Lückenbüsser; nicht erst an den Grenzen unserer Möglichkeiten, sondern mitten im Leben muss Gott erkannt werden; im Leben und nicht erst im Sterben, in Gesundheit und Kraft und nicht erst im Leiden, im Handeln und nicht erst in der Sünde will Gott erkannt werden. Der Grund dafür liegt in der Offenbarung Gottes in Jesus Christus. Er ist die Mitte des Lebens und ist keineswegs ‹dazu gekommen›, uns ungelöste Fragen zu beantworten.»

Dietrich Bonhoeffer, Brief an Eberhard Bethge aus dem Gefängnis in Tegel vom 29. Mai 1944, in: Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Gütersloher Taschenbücher 2002

Gefunden im «Aufbruch» 2/2006
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Bibelstellen – anders gelesen

Lesben, Schwule und Bisexuelle in Kirche und Gesellschaft

Die Schweizer Bischöfe untermauern ihr Nein zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare unter anderem mit Bibelstellen. Demgegenüber plädiert Silvia Schroer dafür, die Bibel besser zu lesen – und liefert eine schöpfungstheologische Begründung der Würde von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.
VON RENATE METZGER-BREITENFELLNER

Für den Schweizerischen Katholischen Frauenbund (SKF) ist klar: Homosexualität ist eine gesunde und unveränderbare Variante von Sexualität, und gleichgeschlechtliche Beziehungen sind Liebesbeziehungen, zu denen selbstverständlich auch Sexualität gehört. Deshalb stimmt der SKF der Einführung einer Rechtsform für gleichgeschlechtlich orientierte Partnerschaften zu. Das Papier zu diesem Thema löste bei der Schweizerischen Bischofskonferenz wenig Freude aus. Diese hat jetzt ihre Haltung «zur Frage der kirchlichen Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und der kirchlichen Anstellung von Personen, die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft leben» offengelegt. Fazit des achtseitigen Elaborats: Homosexuelle sind wertvolle Menschen – aber nur, solange sie ihre Sexualität nicht ausleben. Homosexuelle Partnerschaften könnten, so der Schluss der Bischöfe, nicht gesegnet werden, und Personen, die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft leben, seien für den kirchlichen Verkündigungsdienst nicht geeignet. Weil sie «durch die Lebens- und Gemeinschaftsform selbst, die objektiv nicht der von Gott gesetzten Ordnung entspricht», ein «falsches Zeugnis» geben.

Gegen Blackout

In den «biblischen und theologischen Vorüberlegungen» zum Thema «Homosexualität» zitieren die Bischöfe etliche Bibelstellen und betonen, dass diese «in ihrem Gewicht und in ihrer Verbindlichkeit» nach wie vor Bedeutung hätten. Silvia Schroer, Professorin für Altes Testament und Biblische Umwelt an der Universität Bern, interpretierte an der SKF-Tagung in Olten zum Thema «Lesben, Schwule und Bisexuelle in Kirche und Gesellschaft» dieselben biblischen Texte. Mit völlig anderem Ergebnis. «Solange unter Herbeiziehung biblischer Texte heute Homosexuelle diskriminiert werden, ist es geradezu geboten, biblische Texte in gesellschaftliche und kirchliche Gegenrede einzubinden», sagt sie, und dass die Tabuisierung homoerotischer Beziehungen zur Verdrängung entsprechender Wahrnehmungen auch im Bereich der Exegese und beim Lesen biblischer Texte führe. So zum Beispiel bei den alttestamentlichen Erzählungen von Noomi und Rut und von Saul, David und Jonatan. Die erotische Qualität der Beziehung zwischen David und Jonatan könne im strengsten Sinne nicht nachgewiesen werden, sagte Schroer. «Die Gründe dafür sind aber stark, während die Gründe dagegen schwach sind.» Denn: «Davids Leichenlied hat eindeutig erotische Töne, die durch Parallelen zum Hohenlied untermauert werden. Sie ganz wegzudiskutieren, gleicht einem akrobatischen Akt.» Schroer geht es bei ihrer exegetischen Arbeit denn auch darum, «gesellschaftsideologisch bedingte Blackouts der Bibelwissenschaft aufzuzeigen und zu korrigieren». Deshalb will sie «den Raum öffnen für das, was begründet denkbar ist, solange nicht das Gegenteil erwiesen ist».

Paulus kann man widersprechen

Den Vergewaltigungsgeschichten in den Büchern Genesis, Kapitel 19, und Richter, Kapitel 19, sprach Schroer «ausdrücklich jede Relevanz für die Frage nach erotischen oder anderen Männerfreundschaften» ab. «Hier versuchen Männer, durch einen sexuellen Akt einen anderen Mann in die Rolle einer Frau, das heisst nach antiker Codierung in die Unterwerfung, zu zwingen, um ihn so mit brutaler Gewalt als nicht männlich zu brandmarken.» Auch die von den Bischöfen zitierten Gesetzesbestimmungen im Buch Leviticus 18,22 («Einem Mann darfst du nicht beiwohnen, wie man einer Frau beiwohnt: ein Gräuel wäre dies») und 20,13 («Ein Mann, der einem Mann beiwohnt, wie man einer Frau beiwohnt: einen Gräuel haben sie begangen; beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut komme auf sie!») richten sich, so die Bibelwissenschafterin, «mit grosser Wahrscheinlichkeit mindestens ursprünglich gegen sexuelle Gewalttaten von freien israelitischen Männern an anderen Männern, wobei das Verbrechen ausdrücklich an dem Tatbestand des [wie man einer Frau beiwohnt] festgemacht wird».

Silvia Schroer betonte, dass es darum gehe, biblische Texte «zu dekonstruieren, wo sie uns ohnmächtig machen, und mit Fantasie befreiend auszulegen, wo sie uns neu ermächtigen». So sei es nicht möglich, die Römerbriefstelle 1,24-32 und die Passage des ersten Korintherbriefs (1 Kot 6,9) – auch sie finden sich im Papier der Bischöfe – als «Wort Gottes» zu akzeptieren. Paulus, nicht Gott selbst, habe hier gleichgeschlechtliche Sexualität als naturwidrig bezeichnet – und dem könne widersprochen werden. Gründe für die Ablehnung gleichgeschlechtlicher Liebe sieht Schroer bei Paulus in einer Aversion gegen die Unordnung in den Geschlechterverhältnissen einerseits und in der Aversion gegen die römische Gesellschaft mit dem ausschweifenden Leben ihrer Oberschicht andererseits. Ihr Fazit: «Paulus macht in seiner Rede gegen gleichgeschlechtliche Sexualität Voraussetzungen, die wir nicht mehr teilen können. Dann können wir auch seine Folgerungen nicht teilen.»

Neues Schöpfungsverständnis

Die Alttestamentlerin ermutigte gleichgeschlechtlich Liebende, die Bibel aufmerksam zu lesen. Zum Beispiel die Schöpfungsgeschichte. In Gen 1 sei das Menschsein zwar sehr auf Fruchtbarkeit hin ausgelegt, in Gen 2 jedoch liege der eigentliche Sinn der Erschaffung der Geschlechter darin, die Einsamkeit zu verhindern. «Von diesem Ziel her kann heute auch die Würde einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft schöpfungstheologisch begründet werden.»

Erschienen in «aufbruch», Nr. 8/2002

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des «Aufbruchs», Zeitung für Religion und Gesellschaft.

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