Archiv der Kategorie: Aus den Gottesdiensten

Sammlung von Gebeten, Segen und Fürbitten aus unseren Gottesdiensten

Fürbitten – die Sammlung

Wir haben die vielen einzelnen Posts mit Fürbitten zu einer Sammlung zusammengefasst.
Wer immer will, ist herzlich dazu eingeladen, zu dieser Sammlung beizutragen.


Gott nimm weg die Blindheit, die Dich nicht zu erkennen vermag; nimm weg Furcht, Gefühle von Scham und Schuld, die uns Deine Gegenwart verdunkeln.


Gott, segne die homo- und bisexuellen Kids und Jugendlichen, sowie alle, die in ihrem Coming-Out sind. Lass sie nicht verloren am anderen Ufer stehen.


Führe uns vom Unwirklichen zum Wirklichen
Führe uns von der Dunkelheit ins Licht
Führe uns vom Tod ins Leben.


Du Friedefürst, durchflute alles mit deiner Gegenwart, dass alle lebenszerstörenden Energien sich verwandeln in schöpferische Kreativität, dass wir uns wegen unserer Unterschiedlichkeit nicht mehr bekämpfen, sondern sie feiern als deine unermessliche Vielfalt des Lebens.


Lass Frieden und Versöhnung wachsen kann, in uns, zwischen uns und auf der ganzen Welt, überall wo Unfrieden und Krieg herrscht, in uns selbst, in unseren Beziehungen, zwischen den Geschlechtern, zwischen den verschiedenen sexuellen Ausrichtungen, zwischen den Völkern und Nationen, zwischen der Menschheit und der ganzen Schöpfung.


Lege deinen schützenden Mantel deiner Liebe über unsere Angehörigen, Freundinnen und Freunde. Sei mit ihnen in ihren Dunkelheiten, weite ihre Herzen, wo sie bedrängt sind und eng geworden. Hilf uns, uns gegenseitig Licht zu sein und unseren Schmerz zu teilen und zu lindern.


Christus, dein Licht gehe auf in dieser Welt, nimm du Gestalt an in unserem Leben.
Erleuchte alles, was dunkel ist in uns,was uns beschäftigt und bedrängt, was uns immer wieder hindert zu leben. Trage unseren Schmerz und unsere Angst, verwandle alles in deinem Licht.


Gott, wir denken vor Dir an die Momente, in denen wir uns und andere als eine Einheit erleben. Und tragen unsere Sehnsucht danach vor Dich.
Wir denken an ausgebeutete Menschen und die ausgebeutete Natur, ausgebeutete Frauen. Wir denken an unsere Erfahrungen, wo wir nicht als ganzer Mensch behandelt wurden, sondern wir auf einen Aspekt unseres Menschseins reduziert wurden und dies selbst mit anderen Menschen getan haben.


Herr ich bitte dich für die in Trauer, für die Verletzten und die in Angst.
Ich bitte dich ganz besonders für die Menschen, die beim Anschlag auf das Homosexuellenlokal in London verletzt und getötet wurden. Sei Du bei denjenigen, die jetzt erschüttert und enttäuscht zurückbleiben, hilf du ihnen beim Weiterleben.
Sei auch bei den Leidenden im Kosovo.
Stellvertretend sind SIE Erinnerung und Mahnung an diejenigen, die in Angst sind, die auf der Flucht sind, gefoltert und getötet werden.
Du bist der Erlöser aller Menschen. Ich bitte dich für deine Gnade, sei du religionsunabhängig, bei allen, die dich benötigen, die verzagt sind und traurig. Begleite du sie auf ihren Wegen, öffne du ihnen die Augen, dass sie deine Gegenwart erkennen und kehre bei ihnen ein.
(2004)


Ach Gott, jeder Mangel an Liebe führt zu Intoleranz, jedes Beharren auf Bibelbuchstaben zu Überheblichkeit – solches hat Dich ans Kreuz gebracht, solches ist unser tägliches Kreuz. Schenke uns aus österlicher Hoffnung die Kraft durchzuhalten und mutig unsern Weg zu gehen.


Heilige Geisteskraft, wir leiden darunter, dass Buchstabenfrömmigkeit und Besserwisserei der einen, das Leben von andern einschränkt – komm heiliger Geist, erneuere unser Leben aus Deiner Kraft der Liebe und der Phantasie.


Guter Gott, wir danken Dir, dass wir alle den Datums-Wechsel unbeschadet überstehen konnten. Hilf uns, unseren Traum wahr werden zu lassen, nämlich dass dieser Wechsel auch ein Übergang in ein neues Zeitalter ist. Ein Zeitalter, in dem wir alle uns mit Liebe und Achtung begegnen, wo unsere Homo-, Bi- oder Heterosexualität nur noch ein Aspekt unserer Persönlichkeit ist.


Herr, unser Gott,
du hast uns geschaffen
und lenkst unser Leben wieder hin zu dir.
Wir bitten dich:
Lass uns einander verbunden bleiben
und lass uns stets um die Kraft wissen,
die uns eine Gemeinschaft geben kann,
in der der Geist deines Sohnes weiterlebt.


Als Mitläufer in der Masse, sind wir leicht zum Bösen bereit.
Lass uns den Mut finden, das Böse zu entmachten und das Gute mit anderen zu teilen.
Manuela Lercher


Gütiger Gott
Durch Jesus Christus hast Du uns vor zweitausend Jahren eine Vision Deines Gottesreiches gesandt, in dem Frieden, Gerechtigkeit und Liebe walten.
Hilf uns gegen Hass und Rache anzulieben und arbeiten für eine gerechtere Gesellschaft, für mitmenschliche Solidarität und für eine ausgewogene Weltwirtschaft, damit nicht aus Hunger und Leid Hass und Terror erwachsen.
Schütze die Menschen überall auf der Welt, die den Frieden herbeisehnen und Deiner Vision Wirklichkeit verleihen.

Herr erbarme Dich.


Wir bitten für uns
Bewahre uns vor unüberlegten Schuldzuweisungen, vor Rachegefühlen, unseligen Polarisierungen und der Diabolisierung einer ganzen Religionsgemeinschaft.
Halte unser Mitgefühl wach, wo uns Sensationslust droht.

Herr erbarme Dich


Wir verbinden uns mit den Hinterbliebenen – den Verwandten und FreundInnen der Opfer:
Mit der Mutter, die um ihren vermissten Sohn weint, mit dem fassungslosen Kind, das von seiner alleinerziehenden Mutter am Dienstagmorgen in die Kindergrippe gebracht und nicht wieder abgeholt wurde, mit der jungen Frau, die sämtliche Spitäler nach ihrem Verlobten abgesucht hat, mit dem Mann dessen Freund nicht mehr nach Hause kam..
Gott sei Du ihnen nah, in ihrem namenlosen Schmerz.

Herr erbarme Dich


Für alle Menschen auf dieser Welt,
dass sie Deine Liebe erfahren,
dass sie sich nicht verschliessen,
dass sie nicht ihren Blick verdecken und Bedürftigen helfen,
dass sie auch den homo- und bisexuellen Kids eine Chance geben.
Amen.


Gott,
Du kennst uns Menschen,
du kennst unsere Rangeleien, einen guten Platz zu ergattern.
Wir hören das Evangelium und überdenken unser Leben.
Wir bitten dich um deine Hilfe.
Gib uns den rechten Blick dafür, was den Wert unseres Lebens ausmacht.

Wir denken auch an die Menschen,
die immer wieder an den Rand,
ans untere Ende geschoben werden:
Arbeitslose, Schwule, kinderreiche Familien, Versager …
Lass uns erkennen,
wie wir in rechter Weise einander begegnen können.

Wir Menschen entwickeln uns im Dialog,
in der Auseinandersetzung mit unseren Mitmenschen.
Stärke uns in der Achtung voreinander.


Ich bitte dich, mein Herr,
Dass die Kirche, deinem Beispiel folgend, mich in ihre Arme nimmt.
Ich bitte dich, mein Herr,
dass ich meinen inneren Friede finden kann.
Ich bitte dich, meine Herr,
dass ich mein Schwulsein in deinem Sinne Leben kann.
Ich bitte dich, mein Herr,
mir meine Sünden zu verzeihen.
Ich bitte dich, mein Herr,
mir den Weg zu zeigen, der zu Dir führt.
Ich bitte dich mein Herr,
der Menschheit zu helfen.
Ich biete dir mein Herr,
meinen Körper und meine Seele,
nur ein Zeichen von Dir, mein Herr, und ich will dein sein.
(William)


Wir bitten dich für die Zukunft unserer Kirche. Herr, schenke den Jugendlichen deinen Geist, der sie stark macht im Glauben an dich und deine Kirche. schenke ihnen auch die Kraft deines Geistes, dass sie fest zu ihrem Glauben stehen und nicht verspottet oder ausgelacht werden.
(Timo)


Herr, schon seit 40 Jahren lenkst du nun mein Leben. Vieles habe ich aus Unachtsamkeit, Eitelkeit, Falschheit und Zorn missachtet. Du hast mich nun bestraft in dem du mir aufzeigtest wo meine Grenzen liegen, wo mein Weg sich befindet. Meine Mutter ist deinen Armen, meine Grossmutter ist deinen Armen. Aber Herr, nimm mir nicht dass, was mir am meisten bedeutet. Zeig mir den Weg zurück zu meiner Frau. Ich bitte dich um deine Barmherzigkeit so gelobe ich treu nach dein Werten zu leben, denn ich habe gesündigt und bekenne mich schuldig.
(Enrico, via E-Mail)


Bitte gib mir den Glauben an mich selbst zurück. Stärke mich für mein weiteres Leben und zeige mir den richtigen Weg. Hilf mir, deine Zeichen zu erkennen. Gib mir Kraft, Hoffnung und Zuversicht. Laß mich mein eigenes Glück erkennen.
(Maria, via E-Mail)

Das denkende Herz, die Tagebücher von Etty Hillesum

Gottesdienst LSBK vom 19. Februar 2012

Einführung zu “Das denkende Herz” die Tagebücher von Etty Hillesum 1941 – 1943

Etty Hillesum wurde am 15. März 1941 in Middelburg NL geboren. Ihr Vater war Gymnasiallehrer, ihre Mutter gebürtige Russin. Etty hatte zwei jüngere Brüder: Der eine, Mischa, war 1941 bereits ein gefeierter Pianist. Die Eltern waren Juden, unterrichteten aber die Kinder nicht spezifisch im jüdischen Glauben.

Nach Abschluss des Gymnasiums in Amsterdam 1932 bestand Etty zuerst ein juristisches Examen und studierte slawische Sprachen. Als sie ein Psychologiestudium begann, war bereits der 2. Weltkrieg im Gang. Um den Lebensunterhalt zu verdienen unterrichtete Etty russisch. Sie wohnte in Amsterdam mit 4 Freunden in einer WG. Im März 1941 begegnete Etty dem Psychochirologen Julius Spier, einem um Jahre älteren aus Berlin emigrierten Juden.

Mit diesem Datum beginnen Etty`s Tagebucheintragungen. Den Namen Julius Spier erwähnt Etty jeweilen mit S.
Schon die erste Begegnung beeindruckt sie tief. Sie beschreibt ihn mit “unglaublich klugen, uralten grauen Augen.” Er liest in Etty`s Händen, fördert ihr Selbstbewusstsein, zieht sie aber auch erotisch an. Etty geht zu seinen Lesungen und zu privaten Sitzungen. Seine Worte wie “Melodisch rollt die Welt aus Gottes Hand” oder der mit der Geste begleitete Satz:” Was hier sitzt” /zeigt auf Kopf), “muss von da kommen”, (zeigt auf das Herz) prägen sich tief in Etty ein. Sie wird Gottsucherin.

Am 15. Juli 1942 erhält Etty eine Stelle bei der “Kulturellen Abteilung” des Jüdischen Rates. Sie schreibt dort tausende von meist erfolglosen Bittbriefen. Anfangs August kommt ihr Aufruf, ins jüdische Lager Westerbork zu fahren. Etty will sich dem Schicksal der Juden nicht entziehen, wie andere Bekannte mit Suizid oder Untertauchen dies verhindert haben. Sie fährt ohne zu zögern, weiss bereits, dass Gott sie braucht, um andern Menschen Mut zu machen, dieses Leben zu ertragen. Sie erhält noch einige Male Urlaub, um nach Amsterdam zu fahren, einmal im September 1942 als S. gestorben ist. Von Westerbork schreibt sie später:

”Und dort in den Baracken voll aufgeregter und verfolgter Menschen habe ich die Bestätigung zu meiner Liebe zum Leben gefunden”.

Am 7. September 1943 wird Etty 29 jährig mit ihrer Familie auf den Transport ins KZ Auschwitz geschickt. Ihr Bruder Mischa hatte wegen seiner musikalischen Hochbegabung einen Dispens als “Kulturjude” erhalten, wollte aber erwirken, dass die ganze Familie gerettet würde. Der Dispens zerfiel und so kam die ganze Familie in die Güterwagen. Über Etty schrieb ein Freund später:” Sie hatte für jeden, der ihr über den Weg lief, ein liebes Wort und winkte am Ende fröhlich lachend.” Laut Bericht des Roten Kreuzes ist Etty am 30. November 1943 gestorben. Auch ihre Eltern und Brüder kamen im KZ Auschwitz ums Leben. Ihre Tagebücher konnte Etty im KZ einer Freundin übergeben. Es war ihr ein Anliegen, ihre Erfahrungen, Gedanken und Lösungen, die sie für ihr Leben gefunden hatte, andern Menschen mitzuteilen und ihnen damit zu helfen. Durch verschiedene Umstände liegen geblieben, kam das Buch erst 1981 in Holland und 1983 in 10 weitern Ländern heraus, und die Reaktionen auf “Das denkende Herz” waren überwältigend. 2010 ist die 22. Auflage als Rowohlt Taschenbuch erschienen.

Mich spricht Ettty`s Unbefangenheit gegenüber Gott an. Sie ist in keinerlei dogmatische Schemen und Vorschriften des jüdischen oder christlichen Glaubens verwickelt. Gott ist die allmächtige, liebende, helfende, stützende Macht und Kraft — immer und überall ! Etty stellt sich bedingungslos in die Reihe der Mitmenschen, ist weder überheblich noch egoistisch. Sie hat eine gesunde Eigenliebe und Freiheit des Handelns, sie liebt die Natur, ihre Freunde, S., ihre Familie, Worte des Dichters Rilke — übt sich aber realistisch in Askese auf die Entbehrungen der Zukunft indem sie auf Alltägliches verzichtet und ihre Muskeln trainiert. Sie lernt in der Entwicklung ihres Glaubens, Angst und Zweifel überwinden und Feinde zu lieben.

Hanni

Credo

LSBK-Gottesdienst vom 15. August 2004

Liebe Freundinnen und Freunde,
Herzlich willkommen zum August-Gottesdienst der LSBK
vorbereitet haben ihn Marianne Graf-Grether, Pfarrerin in der St. Leonhards-Gemeinde und ich, Urs.

Für die Katholiken unter uns gehört – im Gegensatz zu den meisten Reformierten – das „Credo“, also das Glaubensbekenntnis zum Gottesdienst. Credo weiterlesen

Göttliche Kraft stärke deinen Rücken

Göttliche Kraft stärke deinen Rücken,
so dass du aufrecht stehen kannst, wo man dich beugen will.

Göttliche Zärtlichkeit bewahre deine Schultern,
so dass die Lasten, die du trägst, dich nicht nieder drücken.

Göttliche Weisheit bewege deinen Nacken,
so dass du deinen Kopf frei heben und ihn dorthin neigen kannst,
wo deine Zuneigung vonnöten ist.

Göttliche Zuversicht erfülle deine Stimme,
so dass du sie erheben kannst, laut und klar.

Göttliche Kraft stärke deine Füsse,
so dass du auftreten kannst, fest und sicher.

Göttliche Sorgfalt behüte deine Hände,
so dass du berühren kannst, sanft und bestimmt.

Göttlicher Segen sei mit Dir!

aus dem Vorbereitungsbuch des Weltgebetstages der Frauen 2004 aus Panama

Sommerabendtraum

Gottesdienst vom 17. Juli 2005

Eingangsspiel
Triosonate Nr. 1, 2:53

Begrüssung
Gott spricht: Ich bin mitten unter euch!
Liebe Freundinnen und Freunde, feiert mit mir diesen Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und der Heiligen Geisteskraft.
Herzlich willkommen zum Juli-Gottesdienst der lesbischen und schwulen Basiskirche Basel. Sommerabendtraum weiterlesen

Jesus hat Wasser Wein werden lassen.

Gottesdienst vom 17. Januar 2010, wir sitzen an einer festlichen Tafel. Tischtuch, Kerzen, Wasser, Saft, Wein und Brot.

Eingangsgebet (Im Wechsel gesprochen)
Wir sind viele, doch eins in Christus.
Wir freuen uns über unsere Vielfalt.
Wenn wir verschiedener Meinung sind, wollen wir miteinander reden und aufeinander hören.
Wir freuen uns über unsere Verantwortung.
Wenn wir stark sind, wollen wir andere an unserer Stärke teilhaben lassen.
Jesus hat Wasser Wein werden lassen. weiterlesen