Archiv der Kategorie: Predigten

Predigt zu Weihnachten 2022

Liebe Geschwister

Im Zentrum dieses Gottesdienstes steht die Gestalt und Geschichte Josephs, von der wir einen Ausschnitt gehört haben.

Joseph unterscheidet sich von seinen Brüdern durch sein Wesen und durch seine Kleidung. Kleider schützen vor Wind, Sonne und Kälte. Nackt und bloss gehen müssen, heisst schutzlos sein. Zur Zeit des Ersten Testaments war das Grundschnittmuster ein Hemdgewand, mit Kopföffnung. Mit Ärmel war es vornehmer, da weitgehende Körperbedeckung auf hohe Stellung und soziale Anerkennung schliessen liess. 

Joseph ist ein Träumer. Er lebt in der Sternenwelt. Joseph unterscheidet sich von seinen Brüdern, das nimmt auch sein Vater wahr. Jakob liebt und anerkennt das besondere Wesen von Joseph, er macht ihm ein passendes Kleid. Im Text, den wir gehört haben, steht ein «langärmliges» Kleid. In anderen Übersetzungen ist von einem «bunten Rock» die Rede. Joseph scheint schöne Kleider zu mögen. Ein Träumer, der Wert auf attraktive Kleidung legt, das sind Hinweise, dass Joseph kein typischer Mann in der patriarchalen Gesellschaft seiner Zeit war. Joseph trägt «weiblichere» Züge als die meisten Männer seiner Zeit im vorderen Orient.

Schaut man sich den hebräischen Ausdruck für Josephs Kleid an, bekommt diese Aussage aber noch eine ganz andere Bedeutung: Das Kleid Josephs wird mit dem Ausdruck «Kethoneth passim» beschrieben. An anderer Stelle im ersten Testament wird mit diesem Ausdruck ein  Gewand bezeichnet, das unverheiratete Königstöchter tragen. Joseph trägt also ein Prinzessinnenkleid. Joseph trägt also nicht nur weiblichere Züge, er ist ein Cross dresser, ja vielleicht sogar eine Transperson, vielleicht non binär.

 Joseph schaut in den Himmel und sieht sich zwischen den Gestirnen, nicht nur ihnen gleich, sondern sogar in deren Mittelpunkt. Joseph ist 17, und in diesem Alter kommt es oft vor, dass Menschen den Eindruck haben, die Welt drehe sich um sie. Für diese Egozentrizität wurde er zu Recht getadelt, auch von seinem Vater. Doch Josephs Sternentraum ist nicht nur der Ausdruck eines übersteigerten Egos.  Sich als Stern unter Sternen zu sehen zeigt Joseph als Menschen mit einem weiten und fantasievollen Horizont. Er träumt von einer andern Welt, einer Welt voller Sternen und Möglichkeiten.

 Sein Traum in den Sternen zu leben, ihnen gleich zu sein, mit ihnen zu tanzen, kann auch uns inspirieren: Vor allem Menschen, deren Geschlecht oder deren Sexualität nicht in der Norm aufgehen. «Gender is a universe, and we are all stars», ist ein geflügeltes Wort, das in queeren Kreisen oft benutzt wird. Wenn man diesen Satz googelt, erscheinen viele Hinweise auf Blogs, Posters und künstlerische Beiträge. Auch mich spricht dieser Satz an, er ist ein schönes Bild für die Welt und Gesellschaft der Vielfalt, von der ich träume. So kann ich, und hoffentlich viele von uns, beim biblischen Joseph anknüpfen.

Die Josephsgeschichte geht weiter: Er wird von seinen Brüdern gehasst. Sie wollen ihn zunächst töten, dann verkaufen sie ihn statt dessen nach Ägypten. Sie sind eifersüchtig, sagt der Bibeltext, den wir gehört haben, wohl nicht ganz zu unrecht. Doch reicht Eifersucht aus, um das Handeln der Brüder zu erklären? Oder verstecken sich dahinter auch queerfeindliche Motive? Ausgeschlossen ist das nicht. Eine patriarchale Gesellschaft pflegt Vielfalt und Offenheit zu bekämpfen. Auch heute finden wir solche Feindschaft gegenüber Menschen, die der Norm nicht entsprechen. Speziell in religiösen Kreisen, die behaupten, ihre Quellen buchstabengetreu auszulegen. Diese Feindschaft führt oft zu Gewalt und grossem Leiden. Umso wichtigen ist es zu träumen: Von vielfältig tanzenden Sternen, die wir alle sind.

Im weiteren Verlauf der Geschichte entwickelt sich Joseph vom Träumer zu Traumdeuter. Er hilft Anderen, Träume konkret werden zu lassen, sie in Handeln zu übersetzen. Darum geht es auch für uns. 

Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass wir das schöne Bild von den Sternen verkörpern, dass es konkrete Realität ist, hier und jetzt. Weihnachten ist das Fest der Inkarnation, das Wort wird und ist Fleisch. Die Sterne tanzen nicht nur im Himmel, sondern wir mit all unseren verschiedenen Identitäten tragen zum Tanz des Lebens bei. Bei jeder Geburt fängt das Leben an zu tanzen, auch wenn sie schmerzhafte Angelegenheit ist.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf einem anderen Joseph zu sprechen kommen: Joseph, der Mann Marias. Auch er ist ein Mensch, der sich von Träumen leiten lässt. Seine Verlobte ist schwanger. In der damaligen Zeit war dies ein Grund, eine Frau nicht zu heiraten. Doch Joseph folgt dem Engel, der ihm im Traum erscheint, handelt entgegen der Konvention und steht zu Maria. Zeigt sich auch in ihm eine andere Männlichkeit? Auf jeden Fall folgt er nicht dem vorgegebenen patriarchalen Muster. 

Wir werden später ein traditionelles Weihnachtslied singen: «Joseph, lieber Joseph mein, hilf mir wiegen mein Kindelein». Und Joseph tut es gern, er beteiligt sich an der Zuwendung zum Kind und vielleicht/hoffentlich auch an seiner Pflege.  In diesem Wiegen ist ein Stück Himmelreich gegenwärtig.

Wenn wir dieses Wiegenlied singen werden, können wir uns bewusst sein, dass wir alle unsere Träume mitbringen in diese Welt, Träume wie Sterne, die leuchten und tanzen. Und wir sind auf Menschen angewiesen, die uns wiegen, an uns glauben, uns schön finden. (Diese Geburtlichkeit von der Hannah Arendt schreibt, verbindet uns.) Wir sind alle Geschwister.

Ich lade euch ein, dieses Lied «wiegend» zu singen, unseren Körper sanft im wiegenden Rhythmus zu bewegen, und uns so in den «Tanz des Lebens» einzuschwingen.  Jede einzelne einzigartige Person wiegt sich im grossen Rhythmus, der uns alle verbindet und uns erinnert, dass wir alle Sterne sind.

Predigt gehalten von Elisha, im Gottesdienst “Sternenhimmel – Ciel étoilé” am 25. Dezember 2022 im Wyttenbachhaus, Biel/Bienne.

Predigt zu Lukas 18

Lukas 18:1-8 1 Jesus erzählte den Jüngerinnen und Jüngern ein Gleichnis dafür, wie notwendig es ist, allezeit zu beten und nicht müde zu werden. 2 Er sagte: »In einer Stadt lebte ein Richter, der weder theos/Gott phobos/fürchtete noch einen Menschen achtete. 3 Auch eine Witwe lebte in jener Stadt; die kam immer wieder zu ihm und sagte: ›Verschaffe mir dikaiosyne/Recht gegenüber meinem Gegner‹ ! 4 Eine Zeit lang wollte der Richter nicht. Dann aber sagte er sich: ›Wenn ich auch Gott nicht fürchte und keinen Menschen achte, 5 werde ich doch dieser Witwe Recht verschaffen, weil sie mich belästigt; sonst kommt sie noch am Ende und schlägt mich ins Gesicht.‹6 Da sagte kyrios/Jesus: »Hört, was der ungerechte Richter sagt. 7 Aber Gott sollte den Auserwählten, die Tag und Nacht zu Gott schreien, kein Recht schaffen und für sie keinen langen Atem haben? 8 Ich sage euch: Gott wird ihnen Recht schaffen in kurzer Zeit!

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Predigt zu Lukas 17 (COD 2022)

Evangelium (Lukas 17,11-19)

Aus dem Evangelium, wie es Lukas erzählt hat

11Während der Wanderung nach Jerusalem durchquerte Jesus das Grenzgebiet von Samaria und Galiläa. 12Beim Eingang eines Dorfes kamen ihm zehn Männer entgegen, die an Aussatz erkrankt waren. Diese blieben in der Ferne stehen 13und riefen laut: »Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!«

14Und Jesus sah sie und sagte zu ihnen: »Geht und zeigt euch den Priestern.« Und, während sie fortgingen, geschah es: Sie wurden rein.

15Einer von ihnen kehrte zurück, als er sah, dass er geheilt war, und lobte Gott mit lauter Stimme, 16fiel auf sein Angesicht vor Jesu Füsse und dankte ihm.

Er war ein Samaritaner.

17Jesus antwortete und sagte: »Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? 18Waren sie nicht bereit, umzukehren und Gott die Ehre zu geben, ausser diesem, der aus einem anderen Volk kommt?«

19Und Jesus sprach zu ihm: »Richte dich auf und geh! Deine Glaubensstärke hat dich gerettet.«

Predigt

Liebe Menschen, queere und nicht queere …

Am 11. Oktober ist «Coming out day». «Coming out» kann man mit «sich zeigen» übersetzen. Menschen, die gleichgeschlechtlich lieben oder sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, sollen durch diesen Aktionstag Mut bekommen, sichtbar zu werden, sich zu zeigen.

Als ich das vorliegende Evangelium auf seinen Zusammenhang mit dem Coming out day hin befragte, fühlte ich mich einerseits positiv angesprochen, andererseits bin ich auch erschrocken.

Was mich betroffen macht: Auf dem Hintergrund einer queerfeindlichen Einstellung kann die «Heilung», von welcher im Evangelium die Rede ist, auf fatale Weise missgedeutet werden. In religiösen Kreisen, welche sich buchstabengetreu auf die Bibel und das Christentum beziehen, gibt es die unsägliche Praxis, Queersein als Krankheit zu betrachten, die weggebetet oder wegtherapiert werden kann,

Psychiatrie und Psychotherapie sind sich heute über die folgenschwere Wirkung solcher «Heilungsversuche» einig, sie sind falsch und unwissenschaftlich. Konversionstherapien können Menschen aus der LGBT-Communitiy unglaublich schaden. Meistens ist das Resultat einer solch fragwürdigen Praxis traumatisierend, häufige Folgen sind Depression und Suizid. Diejenigen, die solch fragwürdige Heilungen vornehmen, stehen Menschen aus dem LGBTIQ-Spektrum feindlich gegenüber, sie lehnen queere Menschen ab und sehen in ihnen «Sünder», die bekehrt werden müssen. Sie machen Queere zu Aussätzigen. Im Schweizer Parlament wird zurzeit ein Gesetz diskutiert, das die «Heilung» von Homosexualität verbietet. In anderen Ländern gibt es bereits ein solches Verbot.

Ich möchte den Blickwinkel drehen und dieses Evangelium positiv auf den Coming out day beziehen: Jesus sagt: «Geht, zeigt euch!» Als die Aussätzigen dieser Forderung nachkommen und aufbrechen, geschieht Heilung. Diese Gleichzeitigkeit ist es, die mich an diesem Evangelium fasziniert.

«Geht, zeigt euch», sagt Jesus zu «Aussätzigen». Er spricht zu Menschen, die sich nicht zeigen durften, die von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden. Die Aussätzigen im Evangelium mussten sich am Rand der Gesellschaft bewegen. Aussätzige wurden ausgegrenzt, queere Menschen in Kirche und teilweise auch in der Gesellschaft erleben dies ebenso.

Dass es heilsam ist sich zu zeigen, kenne ich aus meiner eigenen Lebensgeschichte: Als ich erkannte und öffentlich sagte, dass ich nicht-binär bin, dass mein Geschlecht sich fliessend zwischen Mann und Frau bewegt, erlebte ich eine grosse Befreiung. Ich konnte endlich «Ich» sein. Das diffuse Unbehagen, das vorher keine Sprache hatte, war nun sicht- und benennbar. Ich war in diesem Prozess auch angewiesen auf Menschen, die den Weg vor mir gegangen waren, und auf Menschen, welche mir akzeptierend begegneten.

Die Theologin Dorothee Sölle hat einmal geschrieben, «Jesus war ein Mensch, der es wagte ich zu sagen». In diesem Mut zur eigenen Wahrheit kann er uns Vorbild sein. Die Begegnung mit Menschen, die sich nicht an der Norm orientieren, die ihre Wahrheit leben, kann befreiend wirken. Sie können als Beispiel dienen und Mut machen Authentizität zu wagen. Jesus ist sich selber, die Wahrhaftigkeit seiner Person ist das Heilende, das sich in der Begegnung mit ihm ereignet.

Die Begegnung mit Jesus ist ein auch ein ermutigendes Zeichen, weil Jesus und die Bewegung, die hinter ihm steht, sich auf die Begegnung mit ausgegrenzten Menschen einlassen. Diejenigen, welche sich heute auf Jesus berufen und in seiner Nachfolge stehen, handeln oft sehr anders, besonders wenn es um Menschen aus der LGBT-Community geht: Vor acht Monaten lief im Deutschen Fernsehen eine Sendung, in der queere Menschen beschrieben, wie sie durch die katholische Kirche ausgegrenzt wurden. Coming out kann zu Diskriminierung mit handfesten Folgen führen. Sich zeigen und entsprechend der eigenen sexuellen Ausrichtung oder Geschlechtsidentität leben zu können ist ein schützenswertes Grundrecht. Menschen die Sichtbarkeit verweigern kann verletzen und krank machen. Sie ist ein grosses Unrecht.

Jenseits von Faszination und Betroffenheit stellt sich mir die Frage, ob nicht auch diejenigen, die queeren Menschen ablehnend gegenüberstehen, Heilung nötig haben. Der Ausschluss der Aussätzigen zu Zeiten Jesu hatte einen nachvollziehbaren Grund: Die Angst vor Ansteckung war real. Hingegen geht von Menschen aus der LGBT-Community keine wirkliche Gefahr aus. Ihr Ausschluss ist irrational.

Ich möchte es zuspitzen: Institutionen, die Menschen aus irrationalen Gründen ausschliessen, ihnen Krankheit zuschreiben und so «Aussätzige» produzieren, bedürfen selber der Heilung. Diejenigen, welche Andere so ausgrenzen, ertragen Offenheit und Vielfalt nicht, sie haben Angst. Sie versuchen sich abzusichern, indem sie Menschen, die der «Norm» nicht entsprechen, ausschliessen und im schlimmsten Fall zu Feinden fantasieren.

Queere Menschen stellen das herrschende Geschlechter-, Menschen- und Selbstbild in Frage, sie können verunsichern. Begegnung mit Menschen, die ausserhalb der bekannten Norm daherkommen, ist ein Ruf sich auf Fragen einzulassen. Dazu braucht es Vertrauen und Offenheit für das Leben, wie Jesus es vorlebt.

Im Evangelium müssen sich die Aussätzigen «den Priestern» zeigen.  Auch dies lässt sich auf die Gegenwart beziehen: Eine «priesterliche Institution», die sich in der Nachfolge Jesu sieht, darf Menschen nicht zu «Aussätzigen» machen, sondern muss vertrauend Begegnung wagen. So sind die christlichen Kirchen aufgerufen, sich an die Geistkraft ihres Ursprungs zu erinnern und von daher den Umgang mit Menschen aus der LGBT-Comunity zu gestalten: Das heisst, sie ermutigend willkommen heissen, ihnen ermöglichen sich zu zeigen, sodass sie sich getragen wissen.

Heutzutage gibt es mehr Akzeptanz als früher, es ist wichtig, dies bei aller noch herrschenden Diskriminierung dankbar wahrzunehmen. Ein Zeichen dafür ist dieser Gottesdienst.  Ich danke allen Nichtqueeren, welche an diesem Gottesdienst teilnehmen. Ihr übernehmt die Rolle, die im Evangelium den Priestern zukommt.

Zum Schluss möchte ich den Blick weiten: Das Gesagte gilt nicht nur für queere Menschen in ihrem Verhältnis zur Kirche, sondern für die ganze Gesellschaft. Wir sind alle Angewiesene, wir leben nicht nur für uns und durch uns. Umgekehrt haben wir alle die Möglichkeit, Anerkennung zu gewähren oder zu verweigern. Wenn wir im Vertrauen Begegnung wagen, können wir heilsam wirken.

Dies ist ein Gottesdienst im Zeichen des Regenbogens. Er wird mit der LGBT-Community verbunden. Regenbogen ist auch ein Friedenssymbol. Es steht für Vielfalt, für Begegnung von unterschiedlichen Menschen. Frieden gründet auf Dialog, auch mit Menschen, die uns befremden. «Der Mensch wird am Du zum Ich», sagt Martin Buber.

Autoritäre Menschen und Systeme bekämpfen solche Prozesse. Sie verneinen die Vielfalt. Sich zu zeigen als die, welche wir sind und so Begegnung wagen, braucht Mut. Ich verstehe Coming out auch als politischen Akt. Sich zeigen, begegnen und Diversität aushalten ist friedensfördernd, nicht nur für Queere.

In diesem Sinn hoffe ich auf ein Coming out für alle, nicht nur nächsten Dienstag, sondern immer wieder. Wenn wir uns der Begegnung mit Andern aussetzen, stehen wir in der Nachfolge Jesu.

Gehalten am 9. Oktober 2022 von Elisha in der Kirche Bruder Klaus in Biel

Regenbogen-Feier vom 9.1.2022

Predigttext

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Ehre sei dir, o Herr!

Und Maria gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht. Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.

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Predigt 1.Kor.13

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Susanne Englert,
Predigt am Sonntag Estomihi, 22. Februar 2004, Leonhardskirche Reutlingen

1. Korinther 13

Liebe Gemeinde,

„das dreizehnte Kapitel war ein Ausrutscher. Gerade hatte er noch seinen ermahnenden (urspr. „paränetischen“) Zeigefinger über Starke und Schwache, Begabte und Minderbegabte in der Gemeinde erhoben; jetzt dieser poetische Ton, dieses Lied ohne Ausrufungszeichen. Hier mahnte und predigte und lehrte und unterwies er nicht mehr, sondern geriet einige unsterbliche Zeilen lang ins Schwärmen.“ (Susanne Krahe, ‘Prisca, Eine paulinische Eskapade’ in ‘Rahels Rache, Biblische Provokationen’)

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