Archiv der Kategorie: Medienliste

Bücher und Videos aus unserer Sammlung

Lust, Angst und Provokation

Homosexualität in der Gesellschaft.

TitelbildDie «stumme» oder «namenlose Sünde», wie im Mittelalter die Homosexualität genannt wurde, muss nicht mehr im Verborgenen bleiben. Die sexuelle Revolution ermöglichte es auch vielen Homosexuellen, ihr gleichgeschlechtliches Begehren positiv zu erfahren und auch öffentlich ausdrücken zu wollen.
Dann kam AIDS, und es zeigte sich, dass Teile der Öffentlichkeit anscheinend nur darauf gewartet haben, aus einer tolerierten Minderheit wieder eine «Risikogruppe» zu machen.
Dieser Band rückt den Beitrag homosexuellen Lebens zur gesellschaftlichen Entwicklung und zu unserer Kultur in den Vordergrund – und die unbedachten Ängste, die dagegen stehen.
Die Texte sind Vorträge aus der Ringvorlesungsreihe 1991/92 an der Uni Basel.   

Titel: Lust, Angst und Provokation
Homosexualität in der Gesellschaft.
Autor_In: Helmut Puff (Hrsg.)
Genre: Homosexualität allgemein
Verlag: Sammlung Vandenhoeck: Göttingen 1993
Format: broschiert
ISBN: 3-525014-23-6

Schwule, Lesben, Bisexuelle

Lebensweisen, Vorurteile, Einsichten.

TitelbildUdo Rauchfleisch legt eine Entwicklungstheorie normaler Homosexualität vor, er beschreibt die Stufen zur Entfaltung eines eigenen Lebensstils (coming out) und die spezifischen Umstände im Familienleben, bei der Arbeit, im Alter, bis zum Tod. Und er analysiert genau die Ängste und die Psychodynamik jener, die anders Empfindende nur herab würdigen und verfolgen können.

Den Titel für sein Buch hat er gewählt, weil er den trotzigen Stolz respektiert wissen will, mit dem Lesben und Schwule sich selbst so bezeichnen.      

Titel: Schwule, Lesben, Bisexuelle
Lebensweisen, Vorurteile, Einsichten.
Autor_In: Udo Rauchfleisch
Genre: Homosexualität allgemein
Verlag: Sammlung Vandenhoeck: Göttingen 1997
Format: Taschenbuch 264 Seiten
ISBN: 978-3525404157
EAN/ASIN E-Book: 9783647404158 / B00GB5L5Q6

Lebendig und Spannend

Lesbisch leben in der Kirche: Eine Orientierungshilfe aus lesbischer Sicht.

Rechtzeitig zum Leipziger Kirchentag erschienene Broschüre, in der im ersten Teil die verschiedenen Netzwerke kirchlich orientierter Lesben vorgestellt werden. Es folgt eine autobiografischer Teil: Frauen in verschiedenen Situationen – auch eine Pfarrerin – schildern ihre Situation. Zwischen zwei Texten zur Orientierungshilfe der EKD „Mit Spannungen leben“ von M. Brandt(lesbischer Kommentar) und Silke Grigo (theologische Kritik) findet sich ein Predigttext zum Christopher Street Day (CSD) von Bettina B. Das Heft orientiert kurz und knapp auf 45 Seiten mit einer kleinen Literaturliste am Schluss.

Leider ist dieses Heft nur noch schwer zu bekommen, im Web gibt es nur noch 1-2 Angebote.


Titel: Lebendig und Spannend
Lesbisch leben in der Kirche: Eine Orientierungshilfe aus lesbischer Sicht.
Autor_In: Silke Grigo, Eva-Maria Garber
Genre: Lesben Thema
Verlag: Frauenarbeit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Gymnasiumstraße 36, 70174 Stuttgart
Format: Heft 45 Seiten

Göttlich lesbisch

Facetten lesbischer Existenz in der Kirche

Göttlich lesbischKann denn Liebe Sünde sein? Darf es niemand wissen innerhalb der Kirche, wenn Frauen Frauen lieben? Von Sünde spricht die Evangelische Kirche heute zwar nicht mehr, dennoch halten sich hartnäckig Vorurteile. Trotz der Abwehr und gegen diesen Widerstand führen lesbisch – feministische Frauen selbstbewusst ihr Leben – auch in der Kirche. Dieser Band wirft Schlaglichter auf die Vielfalt lesbischer Alltagserfahrung und Theologie – von „queer theology“ über den besonderen, lesbischen Umgang mit biblischen Texten bis zu Fragen der Kirchenpolitik. Monika Barz, geboren 1953, Dr. phil., ist seit 1993 Professorin an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen in Reutlingen. Geertje-Froken Bolle, geboren 1963, arbeitet als Pfarrerin in Berlin-Kreuzberg und ist Mitarbeiterin im Labrystheia-Netzwerk (Klappentext)

Da es eine Sammlung verschiedenster Beiträge von Frauen aus unterschiedlichen Perspektiven und aus dem Aus- und Inland ist, kann man/frau es auch häppchenweise lesen. Viele Erfahrungsberichte lesbischer Existenz, vor allem in Kirche. Daneben Berichte über lesbische Existenz im KonfirmandInnen-unterrichte, lesbische Mädchen in der evangelischen Jugendarbeit, Vorträge, Predigten, Gedichte, liturgische Texte usw. Neben einer ausführlichen Literaturliste gibt es Hinweise aus rein lesbische und lesbisch-schwule Netzwerke, wo auch auf die HuK verwiesen wird mit einem kleinen Beitrag von Hiltrud Noll. (HuK)

Titel: Göttlich lesbisch
Facetten lesbischer Existenz in der Kirche
Autor_In: Monika Barz, Geertje-Froken Bolle(Hrsg.)
Genre: Lesben Thema
Verlag: Gütersloher Verlagshaus 1997
Format: broschiert 192 Seiten
ISBN: 978-3579005461

Die Sehnsucht der Frau nach der Frau

Das Lesbische in der weiblichen Psyche.

Die SehnsuchtDie Psychoanalytikerin Barbara Gissrau wirft in diesem Buch einen neuen Blick auf die weibliche psychosexuelle Entwicklung. Sie geht der Sozialisation zur Heterosexualität und zur Homosexualität nach. Dabei bricht sie das Jahrhunderte alte Vorurteil auf, dass Homosexualität eine Krankheit oder eine Störung sei, die „geheilt“ werden müsse. Dieses Vorurteil hatten bis vor kurzem noch alle psychotherapeutische Schulen gepflegt, anstatt es zu hinterfragen. Barbara Gissrau entwickelte aufgrund von 36 Tiefeninterviews mit hetero- und homosexuellen Frauen als erste im deutschsprachigen Raum eine plausible Theorie weiblicher Lebensstile, in der jede Form der freiwilligen gegenseitigen Liebe willkommen ist. Sie entdeckte dabei, dass wir weder hetero- noch homo- noch bisexuell sind, sondern mit einer multierotischen Anlage auf die Welt kommen. Dadurch können wir uns grundsätzlich in alles aus unserer Umgebung verlieben, also in Männer, Frauen, Blumen, Tiere, Steine, Autos, einfach alles, auf das wir mit interessiertem, vorurteilsfreiem Blick schauen. (Klappentext)


Titel: Die Sehnsucht der Frau nach der Frau
Das Lesbische in der weiblichen Psyche.
Autor_In: Dr. Barbara Gissrau
Genre: Lesben Thema
Verlag: Book on Demand, Norderstedt
Format: 246 Seiten
ISBN: 3-831121-79-6

Hättest du gedacht, daß wir so viele sind?

Lesbische Frauen in der Kirche

Hättest du gedacht...Es ist das einzige mir bekannte Buch über lesbische Frauen in/mit der Kirche bei uns. Fünf Kapitel hat das Standardwerk:

  • Lebenszeugnisse von 7 Frauen
  • Lesbischsein und Feminismus
  • Erfahrungen mit der Beratung
  • Die Bibel (Paulus) und weibliche Homoerotik
  • Liebes- und Passionsgeschichten homosexueller Frauen (und Männer) im frühen Christentum, Mittelalter und späteren Jahrhunderten

Titel: Hättest du gedacht, daß wir so viele sind?
Lesbische Frauen in der Kirche
Autor_In: Monika Barz, Herta Leistner, Ute Wild
Genre: Lesben Thema
Verlag: Kreuz-Verlag, Stuttgart 1994
Format: Taschenbuch 236 Seiten
ISBN: 3-783112-96-6

Mein Gott – sie liebt mich

Lesbisch-theologische Beiträge zur biblischen Theologie

Mein Gott sie liebt michLesbische Frauen werden in der Kirche häufig biblische Texte entgegengehalten, um die angebliche Sündhaftigkeit der Liebe unter Frauen zu belegen. So liegt das Befreiungsgeschehen für viele Lesben gerade darin, die Bibel endgültig aus der Hand zu legen, und sich von der Kirche zu verabschieden.

Im vorliegenden Buch hingegen wird die Heilige Schrift neu gelesen und die biblische Überlieferung auch als Tradition lesbischer Frauen wahrgenommen. Dabei erfolgt die Argumentation nicht nach dem üblichen Muster der Beweisführung, dass auch Lesben von Gott geliebt sind. Vielmehr werden hier bekannte biblische Texte unkonventionell reflektiert.


Titel: Mein Gott - sie liebt mich
Lesbisch-theologische Beiträge zur biblischen Theologie
Reihe: Erev-Rav-Hefte, Biblisch-feministische Texte Nr. 2
Autor_In: Barbara Wuendisch, Klara Butting
Genre: Lesben Thema
Verlag: Erev-Rav, Postfach 29, D-29379 Wittingen 1999
Format: broschiert 240 Seiten

Das Lied der Liebe kennt viele Melodien

Eine befreite Sicht der homosexuellen Liebe

Das Buch des Theologen Peter Bürger vermittelt eine neue christliche Sicht der homosexuellen Liebe. Es ist ein exzellenter Ratgeber gegen alle Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben.

Der Autor informiert, hilft, befreit und zieht einen Schlussstrich unter die traditionellen kirchlichen Mythen. Theologische und humanwissenschaftliche Scheinargumente nimmt er gründlich unter die Lupe. Das Ganze erhält Fleisch und Blut durch das Geschick leibhaftiger Menschen. Hunderte von Lebensgeschichten, die dem Autor in den letzten fünfzehn Jahren von Männern und Frauen anvertraut worden sind, bilden den Hintergrund.

In diesem Buch verbindet sich der hohe sachliche Anspruch mit einer durchaus streitbaren Sprache. In aufgeklärter Offenheit für das Leben und für die christliche Glaubenstradition werden erstaunliche Horizonte für die schwule und lesbische Liebe entdeckt.

Titel: Das Lied der Liebe kennt viele Melodien
Eine befreite Sicht der homosexuellen Liebe
Autor_In: Peter Bürger
Genre: Theologie und Homosexualität
Verlag: Publik-Forum 2001
Format: kartoniert 224 Seiten
ISBN: 978-3-88095-111-2

Da war unser Mund voll Lachen

Befreiung für die Kirche und für Christen, die das gleiche Geschlecht lieben

Da war unser Mund voll Lachen

Vorläufig letztes theologisches Buch zum Thema Homosexualität ist dieser Band des in Düsseldorf lebenden und arbeitenden alt-katholischen Theologen und Krankenpflegers Peter Bürger. Er selbst nennt den Stil des Buches „sachliche Polemik“. Er ergreift natürlich Partei. Hier geht die Auseinandersetzung mit den traditionellen Argumenten gegen Homosexualität und die Ansätze schwuler Theologie ineinander über. Wird doch auch die schwule Theologie auf alte Traditionen zurückgeführt, die nur in Vergessenheit geraten sind (z.B. die vor allem ostkirchlichen Liturgien zur Segnung von Freundschaften).

Die Erfahrung des Fremdseins in dieser Welt steht am Beginn, dann Passions- und Ostererfahrung. Nach der Auseinandersetzung mit Naturwissenschaften und biblischen Missdeutungen auch hier die kritische Auseinandersetzung mit dem Naturbegriff. „Die Natur als Götze und das homosexuelle Tier“. Das Kapitel endet mit der Frage: „Was ist deine Natur?” Die Kapitel zum Thema „Kirche“ haben denn auch programmatische Überschriften:

  • „Eine Gemeinde der Verschiedenen“,
  • „Darf es der Pfarrer oder die Pfarrerin auch sein?“ und
  • „Ihr seid gesegnet.“

Damit wird deutlich, dass hier zwei in den letzten Jahren in vielen Kirchen diskutierte Themen der lesbisch/schwulen AmtsträgerInnen und der Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften angesprochen sind. Wichtig scheint mir der Hinweis auf den Untertitel des Buches, dass es nicht nur um eine Befreiung der Homosexuellen geht, sondern auch um eine Befreiung der Kirche von der sie belastenden Homophobie. Den Band bereichern verschiedene Einzelbeiträge, grösstenteils extra für das Buch geschrieben. Und diesen folgen verschiedene Segens-Agenden, von alten ostkirchlichen bis zu heutigen. Das Buch ist gut lesbar und hat eine Fülle von Anregungen und Ideen in sich. Es ist vom Autor auch zur Vorbereitung der Synode des Bistums der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland im Oktober 1997 in Mainz gedacht.

Titel: Da war unser Mund voll Lachen
Befreiung für die Kirche und für Christen, die das gleiche Geschlecht lieben
Autor_In: Peter Bürger
Genre: Theologie und Homosexualität
Verlag: Selbstverlag 1995

IKAROS – wohin fliegst du?

Aus der Geschichte der Homosexualität und dem Erleben eines betroffenen Theologen

IKAROS – wohin fliegst du?Noch viel deutlicher und kritischer nimmt der ebenfalls katholische Theologe Christian Herz sich des Themas an. Hier wird schon im Untertitel deutlich, dass es sich hier sowohl um eine wissenschaftlich-historische Abhandlung über die Bewertung der Homosexualität handelt, als auch um die Einbringung der eigenen Lebens- und Liebesgeschichte. Beide Teile bedingen einander. Denn eine Theologie ist dann tot und blutleer, wenn sie nicht (den) Menschen im Blick hat. Von der Antike bis zur AIDS-Thematik spannt sich der Bogen. Sich selbst als Ikaros begreifend will der Autor seine Sehnsüchte umsetzen, sich in den blauen Himmel schwingen – ungeachtet der Gefahren, vor denen ihn Daidalos, sein Vater, warnt. Zu diesen Gefahren gehören für den Theologen auch die traditionellen theologischen Argumente gegen Homosexualität. Dem vernichtenden Urteil Ikaros´ über diese Aussagen ist denn auch die Kapitelüberschrift vorgegeben: ”Das Stirnrunzeln des Daidalos. Theologische Auseinandersetzung“. Hier wird massiv sowohl gegen die biblische als auch naturphilosophische und dann vor allem gegen die kirchliche Position gegen Homosexualität argumentiert. Überschriften wie „Natur – die Hure christlicher Moral“ machen die Richtung deutlich. Der Schluß ist dann schwule Theologie pur: ”Mit den Schwingen des Ikaros. Visionen schwuler und lesbischer Christen.“ Begriffe wie „Stigmatisierung“ und „Exodus als Paradigma des Coming out“ deuten hier verschiedene Themen an.

Titel: IKAROS - wohin fliegst du?
Aus der Geschichte der Homosexualität und dem Erleben eines betroffenen Theologen
Autor_In: Christian J. Herz
Genre: Theologie und Homosexualität
Verlag: Akropolis Verlag, München 1995
Format: broschiert
ISBN: 3-929528-32-0