Archiv der Kategorie: Medienliste

Bücher und Videos aus unserer Sammlung

Die Sehnsucht der Frau nach der Frau

Das Lesbische in der weiblichen Psyche.

Die Psychoanalytikerin Barbara Gissrau wirft in diesem Buch einen neuen Blick auf die weibliche psychosexuelle Entwicklung. Sie geht der Sozialisation zur Heterosexualität und zur Homosexualität nach. Dabei bricht sie das jahrhunderte alte Vorurteil auf, daß Homosexualität eine Krankheit oder eine Störung sei, die „geheilt“ werden müsse. Dieses Vorurteil hatten bis vor kurzem noch alle psychotherapeutische Schulen gepflegt, anstatt es zu hinterfragen. Barbara Gissrau entwickelte aufgrund von 36 Tiefeninterviews mit hetero- und homosexuellen Frauen als erste im deutschsprachigen Raum ein plausible Theorie weiblicher Lebensstile, in der jede Form der freiwilligen gegenseitigen Liebe willkommen ist. Sie entdeckte dabei, daß wir weder hetero- noch homo- noch bisexuell sind,sondern mit einer multierotischen Anlage auf die Welt kommen. Dadurch können wir uns grundsätzlich in alles aus unserer Umgebung verlieben, also in Männer, Frauen, Blumen, Tiere, Steine, Autos, einfach alles, auf das wir mit interessiertem, vorurteilsfreiem Blick schauen. (Klappentext)

Die Sehnsucht der Frau nach der Frau Book Cover Die Sehnsucht der Frau nach der Frau
Dr. Barbara Gissrau
Lesben
Book on Demand, Norderstedt
246
3-831121-79-6

Hättest du gedacht, daß wir so viele sind?

Lesbische Frauen in der Kirche

Es ist das einzige mir bekannte Buch über lesbische Frauen in/mit der Kirche bei uns. Fünf Kapitel hat das Standardwerk:

  • Lebenszeugnisse von 7 Frauen
  • Lesbischsein und Feminismus
  • Erfahrungen mit der Beratung
  • Die Bibel (Paulus) und weibliche Homoerotik
  • Liebes- und Passionsgeschichten homosexueller Frauen (und Männer) im frühen Christentum, Mittelalter und späteren Jahrhunderten
Hättest du gedacht, daß wir so viele sind? Book Cover Hättest du gedacht, daß wir so viele sind?
Monika Barz, Herta Leistner, Ute Wild
Lesben
Kreuz-Verlag, Stuttgart
1994
236
3-783112-96-6

Mein Gott – sie liebt mich

Lesbisch-theologische Beiträge zur biblischen Theologie

Lesbische Frauen werden in der Kirche häufig biblische Texte entgegengehalten, um die angebliche Sündhaftigkeit der Liebe unter Frauen zu belegen. So liegt das Befreiungsgeschehen für viele Lesben gerade darin, die Bibel endgültig aus der Hand zu legen, und sich von der Kirche zu verabschieden.

Im vorliegenden Buch hingegen wird die Heilige Schrift neu gelesen und die biblische Überlieferung auch als Tradition lesbischer Frauen wahrgenommen. Dabei erfolgt die Argumentation nicht nach dem üblichen Muster der Beweisführung, dass auch Lesben von Gott geliebt sind. Vielmehr werden hier bekannte biblische Texte unkonventionell reflektiert.

Mein Gott - sie liebt mich Book Cover Mein Gott - sie liebt mich
Erev-Rav-Hefte, Biblisch-feministische Texte Nr. 2
Barbara Wuendisch, Klara Butting
Lesben
Erev-Rav, Postfach 29, D-29379 Wittingen
1999
Kartoniert
240
3-932810-13-9

Das Lied der Liebe kennt viele Melodien

Eine befreite Sicht der homosexuellen Liebe

Das Buch des Theologen Peter Bürger vermittelt eine neue christliche Sicht der homosexuellen Liebe. Es ist ein exzellenter Ratgeber gegen alle Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben.

Der Autor informiert, hilft, befreit und zieht einen Schlussstrich unter die traditionellen kirchlichen Mythen. Theologische und humanwissenschaftliche Scheinargumente nimmt er gründlich unter die Lupe. Das Ganze erhält Fleisch und Blut durch das Geschick leibhaftiger Menschen. Hunderte von Lebensgeschichten, die dem Autor in den letzten fünfzehn Jahren von Männern und Frauen anvertraut worden sind, bilden den Hintergrund.

In diesem Buch verbindet sich der hohe sachliche Anspruch mit einer durchaus streitbaren Sprache. In aufgeklärter Offenheit für das Leben und für die christliche Glaubenstradition werden erstaunliche Horizonte für die schwule und lesbische Liebe entdeckt.

(Klappentext)

Das Lied der Liebe kennt viele Melodien Book Cover Das Lied der Liebe kennt viele Melodien
Peter Bürger
Theologie und Homosexualität
Publik-Forum
2001
Kartoniert
224
978-3-88095-111-2

Da war unser Mund voll Lachen

Befreiung für die Kirche und für Christen, die das gleiche Geschlecht lieben

Vorläufig letztes theologisches Buch zum Thema Homosexualität ist dieser Band des in Düsseldorf lebenden und arbeitenden alt-katholischen Theologen und Krankenpflegers Peter Bürger. Er selbst nennt den Stil des Buches „sachliche Polemik“. Er ergreift natürlich Partei. Hier geht die Auseinandersetzung mit den traditionellen Argumenten gegen Homosexualität und die Ansätze schwuler Theologie ineinander über. Wird doch auch die schwule Theologie auf alte Traditionen zurückgeführt, die nur in Vergessenheit geraten sind (z.B. die vor allem ostkirchlichen Liturgien zur Segnung von Freundschaften).

Die Erfahrung des Fremdsein in dieser Welt steht am Beginn, dann Passions- und Ostererfahrung. Nach der auseinandersetzung mit Naturwissenschaften und biblischen Mißdeutungen auch hier die kritische Auseinandersetzung mit dem Naturbegriff. „Die Natur als Götze und das homosexuelle Tier“. Das Kapitel endet mit der Frage:“Was ist deine Natur?” Die Kapitel zum Thema „Kirche“ haben denn auch programmatische Überschriften:

  • „Eine Gemeinde der Verschiedenen“,
  • „Darf es der Pfarrer oder die Pfarrerin auch sein?“ und
  • „Ihr seid gesegnet.“

Damit wird deutlich, daß hier zwei in den letzten Jahren in vielen Kirchen diskutierte Themen der lesbisch/schwulen AmtsträgerInnen und der Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften angesprochen sind. Wichtig scheint mir der Hinweis auf den Untertitel des Buches, daß es nicht nur um eine Befreiung der Homosexuellen geht, sondern auch um eine Befreiung der Kirche von der sie belastenden Homophobie. Den Band bereichern verschiedene Einzelbeiträge, größtenteils extra für das Buch geschrieben. Und diesen folgen verschiedene Segens-Agenden, von alten ostkirchlichen bis zu heutigen. Das Buch ist gut lesbar und hat eine Fülle von Anregungen und Ideen in sich. Es ist vom Autor auch zur Vorbereitung der Synode des Bistums der Alt-Katholischen Kirche in Deutschland im Oktober 1997 in Mainz gedacht.

Da war unser Mund voll Lachen Book Cover Da war unser Mund voll Lachen
Peter Bürger
Theologie und Homosexualität
Selbstverlag
1995

IKAROS – wohin fliegst du?

Aus der Geschichte der Homosexualität und dem Erleben eines betroffenen Theologen

Noch viel deutlicher und kritischer nimmt der ebenfalls katholische Theologe Christian Herz sich des Themas an. Hier wird schon im Untertitel deutlich, daß es sich hier sowohl um eine wissenschaftlich-historische Abhandlung über die Bewertung der Homosexualität handelt, als auch um die Einbringung der eigenen Lebens- und Liebesgeschichte. Beide Teile bedingen einander. Denn eine Theologie ist dann tot und blutleer, wenn sie nicht (den) Menschen im Blick hat. Von der Antike bis zur AIDS-Thematik spannt sich der Bogen. Sich selbst als Ikaros begreifend will der Autor seine Sehnsüchte umsetzen, sich in den blauen Himmel schwingen – ungeachtet der Gefahren, vor denen ihn Daidalos, sein Vater, warnt. Zu diesen Gefahren gehören für den Theologen auch die traditionellen theologischen Argumente gegen Homosexualität. Dem vernichtenden Urteil Ikaros´ über diese Aussagen ist denn auch die Kapitelüberschrift vorgegeben: ”Das Stirnrunzeln des Daidalos. Theologische Auseinandersetzung“. Hier wird massiv sowohl gegen die biblische als auch naturphilosophische und dann vor allem gegen die kirchliche Position gegen Homosexualität argumentiert. Überschriften wie „Natur – die Hure christlicher Moral“ machen die Richtung deutlich. Der Schluß ist dann schwule Theologie pur: ”Mit den Schwingen des Ikaros. Visionen schwuler und lesbischer Christen.“ Begriffe wie „Stigmatisierung“ und „Exodus als Paradigma des Coming out“ deuten hier verschiedene Themen an.

IKAROS – wohin fliegst du? Book Cover IKAROS – wohin fliegst du?
Christian J. Herz
Theologie und Homosexualität
Akropolis Verlag, München
1995
3-929528-32-0

Vom andern Ufer

Schwule fordern Heimat in der Kirche

Das im HuK-Info schon besprochene Buch des hier unter Pseudonym schreibenden katholischen Theologen kommt schon vom Titel her sehr deutlich auf seine Position zu sprechen: er will vom andern Ufer her zu den theologischen Fragen der Homosexualität Stellung nehmen. Heraus kommt eine sehr gut lesbare Theologie, die mit Recht als schwule Theologie oder Theologie im schwulen Kontext zu verstehen ist. Denn es ist nicht nur parteilich, sondern beginnt gleich mit der Definition: „Ein „schwules Buch“- dem andern Ufer zugedacht.“ Also den sog. Normalen, den Heteros. Hier wird sich sowohl in herkömmlicher Weise mit den theologischen Argumenten der Tradition auseinandergesetzt – auch mit früheren naturwissenschaftlichen – als auch die Vorwärtsstrategie geübt: Schwul-Sein als natürlich, schöpfungsgemäß und als Charisma wird entfaltet. Dabei wird bis auf Platos „Symposion“ zurückgegriffen. Schwul sein als Charisma, Gnaden-Gabe oder auch gute Gabe Gottes führt dann weiter. Letztlich geht es um die „Annahme seiner selbst“, um den hier auch zitierten Titel einer kleinen Schrift des katholischen Religionsphilosophen Romano Guardini anzuführen. Und damit um die Frage, wie denn im Glauben die eigene Identität zu finden ist. Und da sind wir mitten in schwuler Theologie im Blick auf die Geschichte eigener Befreiung, vom rosa Winkel über den Christopher-Street-Day bis zur Besinnung auf schwule Elemente in der biblischen Tradition. Beispiel: David und Jonathan, auch Jesus und Johannes wird gestreift. Zum Schluß folgen Überlegungen zum Verhältnis von Lesben und Schwulen zu Kirche und Gesellschaft, die eben beiden Seiten auch „Schuld“ an der derzeitigen Situation gibt.

Vom andern Ufer Book Cover Vom andern Ufer
Jens Weizer (Ps.)
Theologie und Homosexualität
Patmos Verlag, Düsseldorf
1995
3-491723-37-X

Schwule Theologie

Bestandsaufnahme und Perspektiven

Das Buch stellt eine Dokumentation des Seminars über schwule Theologie vom 22.-24-10. 1993 in Rheine-Mesum dar. Neben den Vorträgen über die bisherigen Versuche einer schwulen Theologie in den Niederlanden und den USA ging es in Arbeitsgruppen u.a. um eine schwule Hermeneutik, Ansätze einer schwulen Befreiungstheologie und Theologie der Lebensformen. Die ausführliche Mitschrift der Plenardiskussion über verschiedene Ansätze der schulen Theologie lassen neue Perspektiven entdecken. Eine Bibliografie rundet den Band ab.

Schwule Theologie Book Cover Schwule Theologie
Michael Brinkschröder (Hrsg.)
Theologie und Homosexualität
AG Schwule Theologie c/o Aidshilfe Münster
1994
Paperback

Sie küßten sich und weinten

Homosexuelle Frauen und Männer gehen ihren spirituellen Weg

Das Buch des amerikanischen Ex-Jesuiten und jetzigen Therapeuten, der als geistiger Vater der katholischen Homosexuellenvereinigung „Dignity“ zu sehen ist, breitet Gedanken einer schwulen Befreiungstheologie aus. Damit kann dies als Fortsetzung seines ersten bedeutenden Buches „Die Kirche und der Homosexuelle“ von 1976, 1988 in veränderter und erweiterter Form in einem anderen Verlag erschienenen, angesehen werden. Dieses erste Buch beschreibt überwiegend die Situation der Homosexuellen in der römisch- katholischen Kirche, die Spannungen und Schwierigkeiten. Es wurde nicht ins Deutsche übersetzt.

Sie küßten sich und weinten Book Cover Sie küßten sich und weinten
John J. McNeill
Theologie und Homosexualität
Kösel Verlag, München
1993
Gebunden
3-466363-86-1