Die Segnung des Brotes

1. Stimme
Im Anfang war Gott,
Im Anfang die Quelle von allem, was ist,
Im Anfang die Sehnsucht: Gott.
Gott – die Stöhnende,
Gott – die in Wehen liegende,
Gott – die Gebährende,
Gott . die Jubelnde,
Gott, voller Liebe für ihr Geschöpf,
sprach: Es ist gut!

2. Stimme
Dann hielt Gott zärtlich die Erde im Arm,
wissend, dass alles Gute geteilt sein will.
Gott sehnte sich nach Verbundenheit.
Gott wollte die gute Erde teilen mit anderen,
und die Menschheit ward geboren aus Gottes Verlangen.
Wir wurden ins Leben gerufen, die Erde zu teilen.
In der Erde war Samen,
im Samen war Korn,
im Korn war Ernte,
in der Ernte war Brot,
im Brot war Kraft.

3. Stimme
Und Gott sprach:“Alle sollen von der Ernte essen.
Alle sollen vom Samen essen,
alle sollen vom Korn essen,
alle sollen vom Brot essen,
alle sollen von der Kraft leben.“
Gott sprach: „Ihr seid mein Volk.
Meine Freundinnen, meine Freunde,
meine Geliebten,
meine Schwestern, meine Brüder.
Ihr sollt alle essen vom Brot
und von seiner Kraft leben.
Alle sollen essen und leben.“

4. Stimme
Und dann nahm Gott all ihren Mut in Liebe zusammen und sagte:
„Es werde Brot!“
Und Gottes Schwestern, ihre Freundinnen und Freunde
knieten sich auf die Erde hin,
pflanzten den Samen, beteten um Regen,
sangen Lieder auf das Korn,
brachten die Ernte ein,
droschen das Korn mahlten das Mehl,
kneteten den Teig, machten das Feuer an,
und die Luft füllte sich mit dem Duft frischen Brotes.
Und es ward Brot!
Und es war gut.

5. Stimme
Wir, Gottes Schwestern und Brüder, sagen heute:
Alle sollen vom Brot essen
und von der Kraft leben.
Wir sagen heute:
Alle sollen Kraft haben und Brot.
Heute sagen wir:
Es soll Brot geben und Kraft!
Wir wollen vom Brot essen
und aus der Kraft leben.
Carter Heyward, New York 1984