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bento ist das junge Angebot von SPIEGEL ONLINE. bento zeigt, was 18- bis 30-Jährige wirklich interessiert, was uns betrifft und wie wir dazu stehen.

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  • Warum queere Menschen es oft schwer haben, sich in Beziehungen fallen zu lassen
    von Sebastian Goddemeier am 23. Juni 2020 um 16:14

    Homophobie ist nach wie vor ein Problem – nicht nur von außen. Tobias ist schwul. Seit er 17 ist, datet er Männer. Doch bis er sich in Beziehungen fallen lassen konnte, war es ein langer Weg. Bis heute fühlt er sich unwohl, in der Öffentlichkeit die Hand seines Partners zu halten.Der Juni ist Pride-Monat. Überall auf den Straßen und im Internet begegnen uns Regenbogenflaggen. Das suggeriert: Die Welt ist offen, seid laut und stolz und so gay wie ihr wollt. Aber das stimmt nicht. Homofeindliche Denkmuster sind noch immer tief in den Köpfen verankert. Als Kind wurde Tobias in der Schule gemobbt. Seine Schulkameraden steckten ihn in die Mülltonne, fesselten ihn, bespuckten ihn, nannten ihn "Schwuchtel" oder "Mädchen". Damals wusste er noch gar nicht, was schwul zu sein wirklich bedeutete. Aber er merkte: Es schien nichts Gutes. Um den anderen Jugendlichen zu zeigen, dass sie falsch lagen, ging Tobias mit 16 eine Beziehung mit einem Mädchen ein.Wenn Schwule Schwule ablehnenDer Autor und Psychologe Alan Downs beschreibt in seinem Buch "The Velvet Rage", dass schwule Männer eine Scham in sich tragen, die durch eine heterosexuelle Gesellschaft ausgelöst wird – ein Mann, der Männer liebt, könne glauben, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er fühle sich immer anders, falsch, nicht komplett – weil er dem Weltbild nicht entspricht. Trägt man eine sogenannte "internalisierte Homophobie" in sich, ist man zwar schwul, findet Homosexualität unterbewusst allerdings abstoßend. Und wie soll man unbeschwert lieben und geliebt werden, wenn man die eigenen Gefühle im Kern abwertet? Wie bei Tobias ist die Kindheit und Jugend für viele queere Menschen eine psychisch belastende Zeit. In einer US-amerikanischen Studie wurde der emotionale Stress von queeren Teenagern untersucht. Von den 1000 Schülern waren zehn Prozent LBTQI. Diese litten eher an depressiven Symptomen als Gleichaltrige. Während sechs Prozent der heterosexuellen Teenager Suizidgedanken angaben, waren es bei den queeren 30 Prozent. 21 Prozent berichteten, dass sie sich selbst verletzen. Als Ursache hierfür wurde Mobbing gefunden – je mehr sich ein Jugendlicher gemobbt fühlte, desto eher zeigte er emotionalen Stress und depressive, selbstschädigende Symptome. Weiterlesen auf bento.de

  • Streamingtipps: Queere Biopics im Reality Check
    von Arabella Wintermayr am 21. Juni 2020 um 19:02

    Wie nah sind diese vier LGBTQ*-Filmbiografien wirklich an der Realität? Filmbiografien sind im Trend und immer öfter stehen dabei auch queere Menschen im Fokus. Die Verfilmung von Elton Johns Karriere in "Rocketman" räumte gerade erst zahlreiche Preise ab und "Bohemian Rhapsody" über Freddy Mercury wurde im letzten Jahr nicht nur mit vier Oscars ausgezeichnet, sondern gilt mit einem Einspielergebnis von über 900 Millionen Dollar als die kommerziell erfolgreichste Filmbiografie überhaupt. Nicht immer sei die Darstellung allerdings korrekt, heißt es häufig. Denn die Queerness der Protagonist*innen werde bei großen Produktionen oft heruntergespielt. Die Kritik, dass die Filmemacher*innen es mit der Wahrheit nicht ganz so genau nehmen, trifft dabei große Kinohits und kleinere Arthouse-Filme gleichermaßen. Wir empfehlen euch vier queere Biopics, die ihr aktuell streamen könnt und unterziehen sie dabei einem "Reality Check"."Milk" (2008) Weiterlesen auf bento.de

  • Dritter Geschlechtseintrag: Lasst uns selbst entscheiden!
    von Lou Zucker am 17. Juni 2020 um 15:09

    Wer seinen Geschlechtseintrag ändern lassen will, braucht eine Bestätigung vom Arzt. Warum eigentlich? Dass Deutschland sich vor eineinhalb Jahren endlich zum dritten Geschlechtseintrag durchgerungen hat, macht uns noch lange nicht zu einem progressiven Land, in dem die Freiheit und Selbstbestimmung aller Geschlechter geachtet werden. Eine Änderung des Geschlechtseintrages ist zur Zeit nur mit einer ärztlichen Bescheinigung über bestimmte körperliche Geschlechtsmerkmale möglich. Eine Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht am Dienstag hat wieder einmal deutlich gemacht: Menschen müssen endlich als Expert*innen für ihr eigenes Geschlecht anerkannt werden – auch Trans*personen und nichtbinäre Menschen.  Die Verfassungsbeschwerde hat die Gesellschaft für Freiheitsrechte gemeinsam mit Lann Hornscheidt eingelegt und wendet sich damit gegen ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 22. April 2020. Hornscheidt identifiziert sich weder als männlich noch als weiblich und wollte ihren*seinen Geschlechtseintrag aus dem Geburtenregister streichen lassen. Das hatte der Bundesgerichtshof abgelehnt. Hornscheidt fehlte nämlich das notwendige ärztliche Attest. Dieses muss bescheinigen, dass jemand eine "Variante der Geschlechtsentwicklung" aufweist. Damit sind in der Regel intersexuelle Menschen gemeint, die mit körperlichen Geschlechtsmerkmalen geboren wurden, die von den gängigen Vorstellungen von "männlich" und "weiblich" abweichen. (Freiheitsrechte.org)Die dritte Option ist nicht für alle offenMit der Verfassungsbeschwerde wollen Hornscheidt und die Gesellschaft für Freiheitsrechte nun erreichen, dass alle Menschen ihren Geschlechtseintrag ändern lassen können, wenn er nicht mit ihrer Identität übereinstimmt, auch ohne ärztliche Bestätigung.Es ist gut, dass es endlich eine dritte Option als Geschlechtseintrag im Personenstandsregister gibt. Das ist dem langwierigen juristischen Kampf von Aktivist*innen und Betroffenen zu verdanken, die vor dem Bundesverfassungsgericht klagten und so im Oktober 2017 bewirkten, dass der Gesetzgeber eine Regelung für Menschen finden musste, die nicht in die zwei Kategorien "männlich" oder "weiblich" passten. Das Gesetz, das daraufhin beschlossen wurde, schließt aber nach wie vor viele Menschen aus. Nicht umsonst gab es schon eine Petition mit mehr als 42.000 Unterschriften gegen das Gesetzt in seiner jetzigen Form und für einen selbstbestimmen Geschlechtseintrag. Hier sind nur einige der Probleme, die es mit der aktuellen Gesetzeslage gibt:Nichtbinäre Menschen – also Menschen, die sich nicht als Mann oder Frau identifizieren – werden im deutschen Recht nicht mitgedacht. Die Option "divers" im Personenstandsregister ist auf intersexuelle Menschen ausgerichtet. Wer sich – wie Lann Hornscheidt – nicht als Mann oder Frau identifiziert, unabhängig von bestimmten körperlichen Merkmalen, bekommt meistens nicht den nötigen ärztlichen Attest.In Fällen wie dem von Lann Hornscheidt verweisen die Gerichte meistens auf das Transsexuellengesetz (TSG), das in Teilen schon mehrfach als verfassungswidrig erklärt wurde und Trans*personen einer langwierigen und kostspieligen Prozedur unterzieht, in der sie mithilfe von zwei psychologischen Gutachten vor Gericht "beweisen" müssen, dass sie tatsächlich trans* sind. Weiterlesen auf bento.de

  • Sommer 2020 ohne CSD: Wie wirkungsvoll ist Pride im Internet?
    von Phuong Tran am 30. Mai 2020 um 11:02

    Drei Aktivistinnen erzählen vom ersten digitalen CSD in Hannover. Bis zum Ende dieses Sommers wird es wegen des Coronavirus keine Großveranstaltungen geben. Der Christopher Street Day in Hannover findet am Sonntag trotzdem statt. Diesmal werden jedoch nicht Straßen und Plätze mit Paraden, Musik und Tausenden Menschen belebt, sondern Protest und Fest ins Netz verlagert. Mithilfe eines Livestreams wollen Organisatorinnen und Organisatoren den Aktionstag für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Inter- und Transgender-Personen trotz Social Distancing zelebrieren.Bundesweit suchen LGBTQ-Organisationen nach Alternativen für die ausfallenden Paraden. Der "CSD Hannover" ist die erste digitale Variante. In Kooperation mit dem Schauspielhaus und dem Opernhaus in Hannover streamen sie auf ihrer Website, auf Facebook, YouTube und Twitch ein achtstündiges Programm. Zusätzlich sollen Plakate und Flaggen in der Stadt den Aktionstag optisch sichtbar machen. Weiterlesen auf bento.de

  • In diesen fünf Must-Reads spielen queere Charaktere die Hauptrolle
    von Arabella Wintermayr am 23. Mai 2020 um 8:29

    Hier sind fünf moderne LGBT+-Klassiker, in denen sich alles um außergewöhnliche queere Figuren und ihre Geschichten dreht. Klar, Queers sind nicht erst seit heute Teil der Literatur: Thomas Manns Werk quillt nur so über vor schwulem Subtext, und wer schon einmal in die Gedichte Sapphos geschaut hat, weiß: Lesben schreiben schon seit dem 7. Jahrhundert vor Christus (!) anzügliche Lyrik.Dass LGBTQ-Charaktere als vielseitige Figuren den Mittelpunkt der Handlung bilden - und das nicht als mahnendes Beispiel für moralischen Verfall - ist allerdings relativ neu. Wir empfehlen euch fünf Bücher, die bereits jetzt moderne Klassiker der LGBTQ-Literatur sind – oder die besten Voraussetzungen mitbringen, es noch zu werden. Weiterlesen auf bento.de

  • Ich würde ja gern Pornos schauen – aber finde nie die passenden
    von Lou Zucker am 6. Mai 2020 um 14:07

    Queere Pornos sind nur schwer zugänglich – unsere Autorin wünscht sich, dass sich das ändert. Ich gucke fast nie Pornos. Das liegt nicht daran, dass ich keine Lust darauf habe. Aber ich habe nur Lust auf queere und lesbische Pornos. Solche, in denen es um die Anziehung zwischen Frauen, Trans* oder nichtbinären Menschen geht – und nicht um zwei Frauen, deren Arbeitsauftrag es ist, Hetero-Cis-Männer anzuturnen. Und solche Pornos sind kostenfrei einfach kaum zu haben.Ich stehe im echten Leben zwar auch auf Cis-Männer, möchte sie aber nicht in Pornos sehen. Das hat zum Teil mit meinen Vorlieben, zum Teil aber auch mit sexuellen Übergriffen zu tun – an die ich am allerwenigsten erinnert werden will, wenn ich mich gerade auf einen sexy Moment mit mir selbst freue. Weiterlesen auf bento.de

  • "Nur eine Massage, mehr nicht": Wenn das Zuhause in Zeiten von Corona kein sicherer Ort ist
    von Leo Finkwald am 5. Mai 2020 um 13:41

    Leo dachte, er hätte die Traum-WG gefunden – bis sein Mitbewohner ihm unangenehm nah kam. Ich konnte mein Glück kaum fassen: sonnendurchflutete Wohnung, edler Holzboden, beste Lage im schicken Viertel. Stephan*, den ich vor zwei Jahren auf einer akademischen Veranstaltung flüchtig kennengelernt hatte, antwortete mir auf mein WG-Gesuch in einer queeren Facebook-Gruppe. In seiner Eigentumswohnung sei noch ein möbliertes Zimmer frei. Wir verabredeten uns auf einen Kaffee und besprachen die Formalitäten: Mietvertrag, Höhe der Miete, Einzugsdatum, alles ganz unkompliziert.Ich, Mitte 20, für mein Masterstudium von der einen in die andere Großstadt gezogen, würde also von nun an mit einem etwa 20 Jahre älteren Mann zusammenleben, der aber in seiner Art deutlich jünger wirkte. Wegen seines Jobs in einer anderen Stadt würde er ohnehin nur die Hälfte der Woche in der Wohnung sein. So war es zumindest geplant – vor Corona. Vor Kontaktsperren, Schutzmasken und den dringlichen Empfehlungen, die eigenen vier Wände nur für das Allernötigste zu verlassen. Doch dann wurde die häusliche Quarantäne zum Gebot der Stunde, und mein neues Zuhause zu einem merkwürdigen Konglomerat aus Wohn- und Zwangsgemeinschaft.Denn in den vergangenen Wochen erlebte ich, dass eine solche Situation auch ausgenutzt werden kann – und es schwierig sein kann, sich dagegen zur Wehr zu setzen.  Der Mitbewohner sehnt sich nach Nähe in der Corona-ZeitZunächst lief alles gut. Während Stephan im Homeoffice arbeitete, engagierte ich mich in der Nachbarschaftshilfe und richtete mein neues Zimmer ein. Meistens kochte ich abends für uns beide. Trotz der Corona-Anspannung führten wir gute Gespräche. Und ich fing langsam an, mich wohl zu fühlen. Dass ich nach einer Woche immer noch keinen Mietvertrag hatte: nicht weiter schlimm. In dieser Ausnahmesituation hätten eben andere Dinge Vorrang, redete ich mir ein.  Weiterlesen auf bento.de

  • Erste Küsse, erste Liebe: Wie es sich anfühlt, queer aufzuwachsen
    von Matthias Kreienbrink am 9. April 2020 um 17:03

    Klassenfahrt – für viele bedeutet das: Erste romantische, vielleicht sogar sexuelle, Erlebnisse und viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Für mich waren diese Klassenfahrten grausam. Das lag mit daran, dass ich stark übergewichtig war, wenig Freunde hatte. Aber auch daran, dass mir diese erste Liebe in der Jugend verwehrt war – denn ich bin queer.In Filmen, Büchern oder Serien wird "die Jugend" häufig als Zeit der ersten Liebe und der ersten Erfahrungen dargestellt. Als Strudel aus Gefühlen und Erfahrungen – und die Freundinnen und Freunde sind die Zeugen dieser Zeit, mit ihnen vergleicht man sich, tauscht sich aus, macht aus den ersten intimen Momenten eine Erzählung, die oft bis ins Erwachsenenalter Teile der Identität bestimmt. Doch für viele Menschen ist es auch die Zeit, in der sie zum ersten Mal an sich selbst zweifeln oder Ausgrenzung erfahren. Sie wachsen anders auf, machen andere oder keine körperlichen und gefühligen Erfahrungen.  Weiterlesen auf bento.de

  • Abschlussarbeit_final.docx: Phillip hat einen Podcast über die Kölner Fetischszene gestartet
    von Pia Seitler am 3. April 2020 um 13:41

    Hier erzählt er, wie er darauf gekommen ist – und was er herausgefunden hat. Phillip Syvarth, 24, hat Intermedia an der Universität Köln studiert und seine Bachelorarbeit im September 2019 abgegeben. Sie trägt den Titel:Repräsentation einer Subkultur im Podcast-Format: Darstellung der Kölner Fetischszene mit Fokus auf die Perspektive von Szeneakteur*innen.bento: Phillip, worum geht es in deiner Abschlussarbeit?Phillip Syvarth: Ich habe über die Repräsentation von Subkulturen in den Medien geschrieben und dafür den Podcast "Kinky Köln" gestartet. In drei Folgen spreche ich mit Akteuren der Kölner Fetischszene: dem Inhaber eines Fetischshops über Vorlieben für Leder oder Fesseln, einem Petplayer über Hund-Herrchen-Rollenspiele und einem Podcaster über Sneaker- und Sockenfetische. Die Podcast-Folgen kann man zum Beispiel bei iTunes oder Spotify hören, in der Arbeit selbst analysiere ich die Gespräche. bento: Was wolltest du herausfinden?Phillip: Ich bin Teil der LGBTQ-Community und weiß, wie es ist, einer Gruppe anzugehören, die zwar mehr Rechte hat als vor 100 Jahren, aber immer noch diskriminiert wird. So ähnlich ist das bei Mitgliedern der Fetischszene auch: Die Weltgesundheitsorganisation WHO klassifiziert sie als Menschen mit gestörter Sexualpräferenz. In den Medien sind sie oft unterrepräsentiert oder werden falsch dargestellt. Über die "Fifty Shades of Grey"-Bücher und -Filme zum Beispiel wurde meiner Ansicht nach sehr aufgeregt berichtet. Das hat dazu geführt, dass niemand mehr zugeben wollte, dass er oder sie die Bücher gelesen hat – und die Fetischszene skandalisiert wurde. Ich habe mich gefragt, wie Mitglieder dieser Szene besser repräsentiert werden können.      Weiterlesen auf bento.de

  • Geinfluenct seist du
    von Hannah Doll am 26. März 2020 um 12:26

    Steffi und Ellen sind lesbische Pastorinnen – und Influencerinnen. Homosexualität und Kirche. Das passt für viele erstmal nicht zusammen. Steffi und Ellen Radtke wollen das ändern. Das lesbische Pastorinnen-Ehepaar lebt in Eime, einem kleinen Dorf bei Hildesheim. Steffi ist dort Pastorin. Ellen arbeitet für die Landeskirche Hannover. Manchmal halten sie die Gottesdienste in der Gemeinde zusammen.Christlich und queer – für die beiden ist das kein Widerspruch. Sie wollen zeigen, dass queeres Leben in der Kirche möglich ist und gleichzeitig hinterfragen, wie die Kirche mit dem Thema umgeht. Seit Anfang des Jahres laden sie dafür auf ihrem YouTube-Kanal "Anders Amen" Videos aus ihrem Alltag hoch. Darin sprechen sie über Schwangerschaft, den Konfirmationsunterricht oder Bibelzitate zum Thema Homosexualität. Unterstützt werden sie dabei vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen.Im Video oben seht ihr, wie sie mit Hasskommentaren umgehen, was in ihrem Studium über Homosexualität gelehrt wurde, und wie die neue Gemeinde auf das Paar reagiert hat.  Weiterlesen auf bento.de

  • Judoka Timo Cavelius: "Für Homophobie ist heute kein Platz mehr, auch nicht im Profisport"
    von Alex Baur am 22. Februar 2020 um 12:18

    Im Interview erzählt der Nationalmannschafts-Kämpfer, wieso sein Coming-out ihn noch stärker gemacht hat. Timo Cavelius ist 23 Jahre alt und steht in seiner Gewichtsklasse auf Platz 42 der Judo-Weltrangliste. Als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft fliegt er für Wettkämpfe und Trainingslager um die ganze Welt, noch dieses Jahr möchte er einen Nachrückplatz für die Olympischen Spiele ergattern. Timo ist ein Ausnahmetalent im Judo, aber auch eine Ausnahme im Umgang mit seiner Sexualität als Sportler: Vor vier Jahren hat er sich als schwul geoutet, ganz ohne Skandale oder größere Probleme. Wieso gilt der Spitzensport dann immer noch als homophob?  bento: Timo, vor unserem Treffen habe ich das Internet durchforstet: Ich habe einiges zu deinen sportlichen Erfolgen gefunden, aber fast nichts über dein Privatleben, geschweige denn dein Coming-out – woran liegt das?Timo Cavelius: Für mich stehen meine sportlichen Leistungen im Vordergrund. Wenn die Medien über mich berichten, dann in erster Linie über Medaillen, Erfolge oder Rückschläge. Eine bekannte deutsche Boulevardzeitung wollte tatsächlich mal eine große Story über meine Sexualität machen – aber weil ich keine traurige oder schockierende Geschichte über mein Coming-out erzählen kann, haben sie das Thema fallen gelassen.bento: Heißt das, du hattest einfach keine Probleme mit deinem Coming-out?Timo: Ich denke, ich habe emotional erst mal das Gleiche durchgemacht wie andere schwule Jungs in dem Alter auch. Als ich mit 13 Jahren gemerkt habe, dass ich mich viel mehr für andere Männer interessiere als für Frauen, habe ich es mir erst mal ewig nicht eingestanden und gedacht, das wäre nur eine Phase. Als ich dann mit 15 nach München ins "Haus der Athleten" gezogen bin, um mich auf den Sport zu konzentrieren, hatte ich in der Großstadt das erste Mal die Möglichkeit, mich auch mal mit Jungs zu treffen. Von da an war mir eigentlich klar, dass ich schwul bin. Ich hatte meine erste Beziehung und habe auch mit Freundinnen und meiner Familie angefangen darüber zu sprechen. Ich hatte es damals dann eigentlich schon als einen ganz normalen Teil von mir akzeptiert. Weiterlesen auf bento.de

  • LGBT-Rechte in Polen: "Ich könnte nicht einfach so auf ein Date mit einem Mann gehen"
    von Fabian Schmidt am 19. Februar 2020 um 12:02

    Als Sappho* vor zwei Jahren zum Studieren in die polnische Großstadt Lublin zog, lernte sie eine Stadt kennen, in der queere Menschen sichtbar waren – eine Stadt, in der sie sich zunächst wohlfühlte. Regenbogen-Accessoires gehörten ins alltägliche Bild auf der Straße, erzählt die 20-Jährige. Seit vergangenem Jahr habe sich das geändert. "Früher hatte ich meine Regenbogen-Tasche überall dabei. Heute trage ich sie fast gar nicht mehr, aus Angst vor Anfeindungen."Regelmäßig landet Polen, wenn es um LGBT-Rechte in Europa geht, auf einem der hintersten Ränge – was nicht zuletzt an der nationalkonservativen Regierungspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) liegt, die seit 2015 den Ministerpräsidenten stellt.Vergangenen April verabschiedete das Lubliner Regionalparlament eine Resolution gegen die "LGBT-Ideologie", vorangetrieben durch PiS. Drei weitere Regionen und zahlreiche Bezirke und Gemeinden zogen nach. Der ganze Südosten des Landes, und damit mehr als ein Viertel der Bevölkerung, lebt heute in Gebieten, die sich "LGBT-frei" erklärt haben. Weiterlesen auf bento.de

  • Kann man das Wort "Schwuchtel" auch nett meinen?
    von Matthias Kreienbrink am 23. Januar 2020 um 11:27

    Warum es problematisch ist, das Wort "queer" so häufig zu verwenden. Karin ist eine Lesbe. Hannes ist schwul. In der Schweiz wurde jetzt die Homo-Ehe eingeführt. Wenn wir auf Deutsch über Menschen reden, die nicht heterosexuell sind, hört sich das meistens nicht besonders freundlich an. Worte wie "schwul", "lesbisch" oder "homosexuell" klingen mindestens distanziert, sind oft negativ besetzt.Im Englischen ist das anders. Sissy, Butch, Dyke – früher wurden mit diesen Begriffen Nicht-Heterosexuelle abgewertet. Heute können sie im passenden Kontext sogar zärtlich sein. Dass jemand sich liebevoll "Schwuchtel" nennen lässt, kann man sich hingegen schlecht vorstellen. Deswegen greifen auch hierzulande viele Nicht-Heterosexuelle auf Begriffe aus dem englischen Sprachraum zurück. Gerade das Wort "queer" setzt sich immer mehr durch.Woran liegt es, dass die, sonst so wortreiche, deutsche Sprache in dieser Hinsicht so hart ist? Und ist "queer" wirklich die Lösung? Auch an dem harmlosen Begriff gibt es inzwischen Kritik.Dass sich im englischen Sprachraum Menschen freiwillig als "Fag", also Schwuchtel, bezeichnen, ist ein Ergebnis von szene-interner Selbstaneignung. "Dahinter steht, eine verletzende Zuweisung anzunehmen und zu bestärken – aber in einer radikalen Umwendung", sagt Jule Govrin. Sie ist Philosophin, die zu queerpolitischen Themen forscht. Die Schimpfwörter werden so also zu Worten, die die Beschimpften selbst nutzen, erklärt Jule. Wie schwer sich Menschen in Deutschland mit solchen Begriffe tun, erzählt Bambi Mercury. Bambi ist eine Dragqueen und bezeichnet sich selbst als schwul. Unter Freunden würde Schwuchtel durchaus schon mal genutzt, doch:  Weiterlesen auf bento.de

  • Janis McDavid lebt ohne Arme und Beine: "Wenn ich einen Typen treffe, habe ich das nicht im Hinterkopf"
    von Phuong Tran am 9. Januar 2020 um 17:18

    In Folge 4 unserer Videoreihe "Ungehindert" spricht Janis über Dating, Selbstliebe und die queere Szene. Janis McDavid hat ein Ziel: sich nicht von negativen Gedanken aufhalten lassen und sein Leben auskosten – mit Reisen, Partys, Dates. Weiterlesen auf bento.de

  • Queerer Coworking Space: "Bei uns kann man auch als Dragqueen auflaufen. Jeder, wie er mag"
    von Kristin Hermann am 26. November 2019 um 17:07

    Warum gibt es diese Bürogemeinschaft und was wollen die zwei Gründer erreichen? Die Motzstraße im Berliner Ortsteil Schöneberg ist in der LGBTQ-Community über die Grenzen der Hauptstadt bekannt. Dort findet jeden Sommer das lesbisch-schwule Motzstraßenfest statt, etliche Lokale und Geschäfte unterstützen die Szene. Mittendrin hat vor einigen Wochen ein Coworking Space eröffnet. Davon gibt es in Berlin zwar einige, aber während andere Bürogemeinschaften auf Goodies wie Gratis-Getränke oder Yoga-Klassen setzen, geht es bei "Darna" um einen sicheren Arbeitsplatz für die queere Community. Das sagen zumindest die Gründer. Darna heißt auf Altarabisch so viel wie "Unser Zuhause". So versteht der 28-jährige Sharif Altwal auch den Platz, den er zusammen mit seinem Freund Alexander Prill für die Mitglieder geschaffen hat.Auf den ersten Blick ist das Vorhaben der beiden gelungen. Wer die 150-Quadratmeter große Altbauwohnung betritt, bekommt Hausschuhe mit dem Logo der Firma überreicht. Im Coworking Space herrscht eher Wohnzimmer- als Bürofeeling: Jedes Möbelstück ist aufeinander abgestimmt, indirektes Licht, viele Pflanzen. Die Gründer haben aufwendig renoviert, zum Teil mithilfe der ortsansässigen Community. An den Wänden hängen Bilder, die die Künstlerin Hala Twal aus Jordanien, dem Heimatland von Sharif Altwal, in den vergangenen Wochen angefertigt hat. Ein Kontrast zur glänzenden, perfekten Einrichtung: Auf den Bildern geht es um Diskriminierung, Unterdrückung und den Wunsch, sich selbst ausleben zu dürfen.  Weiterlesen auf bento.de

  • So kommt Heidi Klums neue Drag-Show in der Szene an
    von Niklas van Schwarzdorn am 15. November 2019 um 17:20

    Ein Gastbeitrag von Drag-Künstler Niklas van Schwarzdorn Der Instagram-Post, der alles ins Rollen brachte, war schlicht: Eine für ihre Verhältnisse dezent geschminkte Heidi Klum im schwarzen Dress, dazu die knappe Info: "Die neue Show – Queen of Drags – ab Winter". Eine glattgebügelte, blonde Heterofrau soll eine Show moderieren, die queere Kultur, Vielfältigkeit und vor allem auch Sichtbarkeit von Minderheiten repräsentieren soll? "Heidi Klum als die Jurorin eines Drag-Wettbewerbs kommt ähnlich rüber, als wenn Herr Gauland das Berghain leiten würde", schrieb ich damals. (Vice)  Weiterlesen auf bento.de

  • Penis, Pool, "Prince Charming" - der "schwule Bachelor" hätte so viel mehr sein müssen
    von Alex Baur am 9. November 2019 um 16:01

    Trash unter dem Deckmantel der queeren Solidarität Ich gebe zu, als der Trash-Sender RTL groß ankündigte, mit einer schwulen Version des "Bachelors" sein Angebot auf TVNOW zu erweitern, keimte in mir eine kleine Hoffnung auf: 21 schwule Männer! Auf einem Bildschirm! Die mit Dates und Gesprächen ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Liebe und Beziehung zeigen können, die unterhalten können – und ganz nebenbei repräsentieren. Zumal diese Form des Bachelors auch gleich eine andere Revolution des Formates bedeutet: Hier steht jeder potentiell auf jeden. Anstatt nur einen Mann anzubeten, könnten die Kandidaten in der griechischen Villa auch ihren Mitstreitern die große Liebe gestehen. (Spoiler: Gleich in der ersten Nacht kuscheln zwei Konkurrenten nackt, bis zum ersten Penis muss man also nicht mal eine ganze Folge warten.)Mit dem neuen Format hat Deutschlands größter Privatsender also die riesige Chance, schwule Liebe auf alle möglichen Arten zu zeigen. Weiterlesen auf bento.de

  • Was macht eigentlich eine Diversity Managerin?
    von Korinna Kurze am 3. November 2019 um 16:17

    Lisa erklärt, wie ihr Alltag aussieht. Lisa Waloschik, 32, arbeitet als Diversity Managerin in einem großen internationalen Handelsunternehmen.bento: Lisa, was sagen deine Eltern zu deinem Beruf?Lisa Waloschik: Als ich meinen Eltern die traditionellen Begriffe genannt habe, machte das meinen Job für sie verständlicher: Schon früher gab es Frauen-, Gleichstellungs- oder Inklusionsbeauftragte. Als Diversity Managerin vereine ich das alles in einer Person. bento: Und was machst du genau?Lisa: Ich arbeite in der Personalabteilung eines großen internationalen Handelsunternehmens. Ich schaue mir an, wer eigentlich bei uns arbeitet, und ob unsere Mitarbeiter*innen alle ihr Potenzial voll ausschöpfen können. Ein paar Beispiele: Ich frage mich: Kommen Rollstuhlfahrer*innen im Unternehmen überall hin? Wenn nicht: Können wir Türöffner installieren? Die helfen Menschen mit Behinderung, aber auch Besuchern mit Kinderwagen.Außerdem schaue ich, welche Ethnien bei uns im Haus vertreten sind. Sie bringen Sprach- und Kulturkenntnisse mit, die uns bei der Erschließung neuer Märkte helfen könnten.Und dann kümmere ich mich um die Anliegen von Menschen mit verschiedenen sexuellen Orientierungen: Ich bin selbst homosexuell, darum betrifft mich das auch direkt. Die Marketingabteilung könnte zum Beispiel diese Mitarbeiter*innen fragen, wie sie in Kampagnen angesprochen werden wollen.  Weiterlesen auf bento.de

  • "Ich dachte, der Teufel will mich schwul machen": Micha wollte sich von seiner Homosexualität heilen lassen
    von Alex Baur am 23. Oktober 2019 um 13:19

    Es begann ein 14 Jahre langer Kampf. Ich treffe Micha in einem Park in der Stuttgarter Innenstadt. Seit fast einem Jahr habe ich mit dem 31-jährigen Erzieher Kontakt. Lange habe ich nach Menschen gesucht, die bereit sind, mit mir über Homosexualität und Glauben zu reden. Nach einigen Gesprächen mit Vereinen, die sich für die Opfer von Konversionstherapien einsetzen, meldete sich Micha bei mir. 14 Jahre lang hat er aufgrund seines Glaubens gegen seine Homosexualität gekämpft und sich mehreren Therapien unterzogen. Nun erzählt er mir seine Geschichte.Als ich 14 Jahre alt war, konnte ich es nicht nachempfinden, wenn meine Mitschüler ein Mädchen interessant fanden. Ich dachte immer, dass ich einfach länger brauche, um mich sexuell zu entwickeln. Aber ich habe Frauen nie als sexuell anziehend empfunden.Für mich war das ein riesiges Problem. Meine Eltern haben mich freikirchlich-evangelikal erzogen. Unser Glaube war sehr bibeltreu orientiert. Mir war klar: Ich möchte mein Leben nach dem Willen Gottes gestalten – da hatte Homosexualität keinen Platz. In meinem Kopf hatte Gott immer einen Plan für mich.Mein Schwulsein habe ich als Prüfung gesehen: als das Kreuz, das ich zu tragen habe. Für mich war es der Satan, der mir homosexuelle Gedanken in den Kopf setzt, um diesen Plan zu sabotieren.Ich habe versucht, gegen meine Sexualität anzukämpfen, bin aber immer mehr verzweifelt. Weiterlesen auf bento.de

  • Warum gebe ich nicht einfach zu, dass ich schwul bin?
    von Matthias Kreienbrink am 19. Oktober 2019 um 14:42

    Eigentlich lebt unser Autor offen queer. Eigentlich. Es war zuletzt bei der Schlüsselübergabe. Ich war happy und erleichtert, nach langer Suche endlich eine neue Wohnung in Berlin gefunden zu haben. Doch dann fragte meine Vermieterin beim Blick auf den Ring an meinem Finger: "Zieht Ihre Verlobte hier auch ein?" Ich hätte sagen können, dass ich keine Verlobte habe, weil ich nicht auf Frauen stehe. Dass ich gerade auch keinen Freund habe. Es wäre ein kurzer Hinweis darauf gewesen, dass ich queer bin. Stattdessen verkürzte ich:  Weiterlesen auf bento.de

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