In der Bibel steht eindeutig…!!!

Im „Wort Gottes“ steht vieles geschrieben. So ist da sicher von der Ehe zwischen Mann und Frau die Rede. Aber in der Bibel steht noch vieles mehr. Genauso unbefangen redet sie z. B. von den 1000 Frauen König Salomos, die er geliebt habe (1 Könige 11). Und er ist keineswegs der einzige, heilige Polygamist.

Entgegen moderner Erkenntnis ist in der Bibel die Erde der Mittelpunkt der Welt (1. Mose 1) und wird der Hase den Wiederkäuern zugeordnet (2. Mose 14,7). Gemäss 3. Mose 19,19 muss unser Land den Biolandbau verbieten, weil auf einem Feld nicht zwei unterschiedliche Arten ausgesät werden dürfen. Unsere christlichen Politiker müssen die Einführung der Todesstrafe fordern, denn alle, die samstags arbeiten oder die Blutwürste verspeisen, müssen ausgemerzt werden (2. Mose 35,2/3. Mose 17,10).

König David spricht im Buch 2 Samuel 1 zu seinem geliebten Jonatan: „Wunderbarer war deine Liebe für mich, als die Liebe der Frauen“. In 1 Samuel 20 küssten sich die beiden Männer und weinten. Was verdeutlichen obige Bibelzitate?

1. Die Bibel stammt aus einer andern Zeit und Kultur, mit teilweise andern Erkenntnissen und andern Werten.

2. Für jede Meinung lässt sich ein passender Vers finden.

Daher gilt: Wer einzelne Sätze aus dem Zusammenhang reisst, missbraucht und vergewaltigt dieses Buch (auch die vatikanische Glaubenskongregation im aktuellen Dokument). Ein herausgepflückter Vers ist ein entwurzelter Vers. Die tiefere Botschaft der Bibel entdeckt, wer ihre zentralen Grundaussagen in den Blick nimmt; für Christen und Christinnen hauptsächlich in den Texten vom Leben und Wirken Jesu (Evangelien).

Wenn zwei homosexuelle Menschen sich zu Liebe, Treue und gegenseitiger Unterstützung verpflichten, so ist das ein positiver Wert, ein Zuwachs an Menschlichkeit. Eine solche Lebensgemeinschaft zu verurteilen, allein indem aus zig-tausend Bibelversen ein einziger herausoperiert wird, ist ein Affront gegen alle Schwulen und Lesben, die sich ernsthaft um eine Partnerschaft bemühen.

Christian Leutenegger im ADAMIM-Rundbrief 2004/1