Oscar Wilde

Zu seinem 100. Todestag dürfen sie sicher nicht fehlen: Aperçus von Oscar Wilde!

Immer, wenn jemand meiner Meinung ist, habe ich das Gefühl, im Unrecht zu sein.

Entweder sollte man ein Kunstwerk sein oder eines tragen.

Öffentliche Meinung setzt öffentliche Ideenlosigkeit voraus.

Heutzutage wirkt nichts überzeugender als eine optimistische Phrase.

Die einzige Möglichkeit, mit einer Versuchung fertig zu werden, ist, ihr zu erliegen.

Es ist unsittlich, das Privateigentum dazu zu benützen, die schrecklichen Übel zu lindern, die die Institution des Privateigentums erzeugt hat.

Das Glück des verheirateten Mannes hängt von denen ab, die er nicht geheiratet hat.

Die Ehe ist gegenseitige Freiheitsberaubung in beiderseitigem Einvernehmen.

Zu einer glücklichen Ehe gehören mehr als zwei Personen.

In unserem vulgären Zeitalter braucht jeder eine Maske.

Religionen sterben, sobald sie bewiesen sind.

In Wahrheit wird der Betrachter und nicht das Leben durch die Kunst abgespiegelt.

Hier darf man nie mit einem Skandal debütieren. Man muss sich das aufsparen, um noch im Alter interessant zu sein.

Wer sich durch Argumente überzeugen lässt, ist absolut unvernünftig.
Selbst Männer von erhabenster moralischer Gesinnung sind äusserst anfällig gegen den Einfluss körperlicher Reize.

In existenziellen Fragen ist Eleganz, nicht Ehrlichkeit das Entscheidende.

Ich verabscheue Demonstrationen in jeglicher Hinsicht. Sie sind immer vulgär und oft überzeugend.

Ich kenne niemanden, der mehr redet und weniger sagt. Sie ist wie geschaffen für die Politik.

Peter Heisch in den „Schaffhauser Nachrichten“ vom 30.11.2000