Solitaire und Brahms

Solitaire und Brahms“Wenn eine Frau, die Frauen liebt, keine Frau ist, wer dann?”

Beruflich erfolgreich, allgemein beliebt und frisch verlobt, wehrt sich Shelby dennoch gegen das traditionelle Rollenverhalten einer gehorsamen Ehefrau, in das ihre Umwelt sie drängen will. Als sie merkt, wieviel ihre neue Nachbarin Fran ihr bedeutet, beginnt sie die Puzzleteile in ihrem Leben endlich neu zu ordnen.

Sarah Dreher zeichnet in ihrem persönlichsten Roman ein einfühlsames, humorvolles und zugleich schmerzhaft realistisches Bild der sechziger Jahre, aus der Zeit vor Stonewall und Gay Pride, als eine “richtige Frau” sich nicht gegen gesellschaftliche Erwartungen auflehnen geschweige denn in eine andere Frau verlieben durfte.

(Klappentext)

Sarah Dreher (auch Autorin von Stoner McTavish) starb 2012. Eigentlich schade, dass es nun nie eine Fortsetzung dieser Geschichte geben wird, obwohl Stoff genug vorhanden wäre. (ug 2016)

Leseprobe:

Eines hatte Shelby Camden immer schon über sich gewusst, nämlich dass es da etwas gab, das sie nicht wusste. Manchmal glaubte sie, dass sie es früher einmal gewusst, aber dann vergessen hatte. Und manchmal glaubte sie, dass sie es noch nie gewusst hatte, aber immer kurz davor stand, es zu wissen. Manchmal fühlte es sich an wie ein fremdes, furchterregendes Tier, das im Tageslicht noch grösser und stärker werden würde und das darum im Dunkeln gehalten werden musste. Manchmal fühlte es sich an wie etwas Angenehmes, womöglich eine verborgene Begabung oder Fertigkeit, die ihr viel Freude machen würde. Die meiste Zeit war es ein geheimes Kästchen, das vielleicht eines Tages geöffnet werden würde — wenn sie es fertigbrächte, wenn sie sich entschlösse, wenn sie es wagte, in ihre Tasche zu fassen und den Schlüssel hervorzuholen. Aber bis dahin …


Titel: Solitaire und Brahms
Autor_In: Sarah Dreher
Genre: Belletristik Lesben
Verlag: El!es Verlag 2004
Format: Taschenbuch 384 Seiten
ISBN: 978-3-932499-31-9
EAN/ASIN E-Book: 9783956090417