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Zum Thema Homo-, Bi-, Transsexualität und Gesellschaft

Queer Theory

Eine Einführung

Queer Theory

Seit den achtziger Jahren hat das englische Wort queer weltweit Karriere gemacht. Mittlerweile ist queer aus der politischen Diskussion und Praxis eben sowenig wegzudenken wie aus Kultur und Medien. Kenntnisse von Queer Theory und den damit verbundenen Begriffen werden stillschweigend vorausgesetzt.

Aber gibt es denn “die” Queer Theory – im Sinne einer einheitlichen Theorie – überhaupt? Und worin besteht z.B. der Unterschied zwischen sex und gender, biologischem und sozialem Geschlecht? Was meint Judith Butler, wenn sie schreibt, sexuelle Identität werde performativ konstruiert? Und wie wird diese Position von VertreterInnen eines essentialistischen Ansatzes kritisiert?

Der vorliegende Band trägt dem Bedürfnis nach einer knappen und leicht verständlichen Einführung in Queer Theory Rechnung und gilt in Australien, Neuseeland und den USA seit seinem Erscheinen als Standardwerk. Die deutsche Ausgabe wird ergänzt um die jüngsten Entwicklungen auf diesem Gebiet und geht ausführlich auf die Rezeption und Diskussion von Queer Theory in Europa ein.
(Quer-Verlag)


Titel: Queer Theory
Eine Einführung
Autor_In: Annamarie Jagose
Genre: Homosexualität allgemein
Verlag: Quell Verlag, Stuttgart 2001
Format: Taschenbuch 192 Seiten
ISBN: 978-3896560629

Aufklärung und Aufregung

50 Jahre Schwule und Lesben in der BRAVO

Aufklärung und Aufregung

Seit 1956 hat die BRAVO Generationen von Jugendlichen aufgeklärt. Homosexualität, zunächst tabu, wurde erst ab Mitte der 60er Jahre zum Thema als krankhafte Abweichung vom Normalen und um die Jugend vor Verführung zu warnen. Ab 1969 kam mit Dr. Sommer die sexuelle Offenheit. Als dieser 1972 gleichgeschlechtliche Erlebnisse schilderte (u. a. seine eigenen), wurde die BRAVO auf den Index der jugendgefährdenden Schriften gesetzt und stand kurz vor dem Aus. Den Anstoss für einen der ersten Beiträge über Homosexualität und Musik boten Village People mit ihrem Hit Y.M.C.A. (1979). Mit Smalltown Boy wurde Jimmy Somerville 1984 zu einer wichtigen Galionsfigur der jungen Schwulenbewegung. Das grosse Schweigen war nun endgültig vorbei! Heute erinnert kaum noch etwas an den schwierigen Weg der schwul-lesbischen Emanzipation. Hat sich BRAVO hier grosse Verdienste erworben oder eher gebremst? Dieses Buch untersucht ca. 1.000 Beiträge, die seit einem halben Jahrhundert dazu erschienen sind.  


Titel: Aufklärung und Aufregung
50 Jahre Schwule und Lesben in der BRAVO
Autor_In: Erwin In het Panhuis
Genre: Politik, Geschichte
Verlag: Archiv der Jugendkulturen 2010
Format: Gebunden 194 Seiten
ISBN: 978-3940213587
EAN/ASIN E-Book: 978-3940213587 / B007I897WE

Das Schweigen brechen

Menschenrechtsverletzungen aufgrund sexueller Orientierung

Das Schweigen brechen

Zwei junge Männer geben einander beim Verlassen eines Cafés einen flüchtigen Kuss. Kurz darauf werden sie festgenommen und 28 Stunden lang verhört. Sie haben laut Gesetz einen „öffentlichen Skandal“ verursacht. Rausschmiss aus der Schule? Ein Jahr Gefängnis? Beide Strafen sind in Rumänien vollstreckt worden. In Grossbritannien hätte sie dasselbe „Vergehen“ 100 Pfund kosten können. Im Sudan, in Iran und Afghanistan kann gleichgeschlechtlicher Sex die Todesstrafe nach sich ziehen.
Bereits in der dritten Auflage erscheint Das Schweigen brechen, amnesty internationals materialreiche Studie über die Situation von Lesben, Schwulen und Transgender in über fünfzig Ländern. Die zahlreich hinzugekommenen aktuellen Fälle sind sorgfältig recherchiert und dokumentiert. Mehr Platz wird in der Neuausgabe der Diskussion um die Anerkennung von Homosexualität als Asylgrund in Deutschland und dem Thema Transgender eingeräumt. Einen Überblick über die rechtlichen Bestimmungen und den Umgang mit Homosexualität in den einzelnen Staaten verschaffen die bewährte Ländertabelle und eine ausklappbare Landkarte am Ende des Buches.  


Titel: Das Schweigen brechen
Menschenrechtsverletzungen aufgrund sexueller Orientierung
Autor_In: Wolfgang Dinkelberg, Eva Gundermann, Kerstin Hanenkamp, Claudia Koltzenburg
Genre: Politik, Geschichte
Verlag: Querverlag, Berlin 2001
Format: Taschenbuch 160 Seiten
ISBN: 978-3896560711

Lust, Angst und Provokation

Homosexualität in der Gesellschaft.

Titelbild

Die «stumme» oder «namenlose Sünde», wie im Mittelalter die Homosexualität genannt wurde, muss nicht mehr im Verborgenen bleiben. Die sexuelle Revolution ermöglichte es auch vielen Homosexuellen, ihr gleichgeschlechtliches Begehren positiv zu erfahren und auch öffentlich ausdrücken zu wollen.
Dann kam AIDS, und es zeigte sich, dass Teile der Öffentlichkeit anscheinend nur darauf gewartet haben, aus einer tolerierten Minderheit wieder eine «Risikogruppe» zu machen.
Dieser Band rückt den Beitrag homosexuellen Lebens zur gesellschaftlichen Entwicklung und zu unserer Kultur in den Vordergrund – und die unbedachten Ängste, die dagegen stehen.
Die Texte sind Vorträge aus der Ringvorlesungsreihe 1991/92 an der Uni Basel.   


Titel: Lust, Angst und Provokation
Homosexualität in der Gesellschaft.
Autor_In: Helmut Puff (Hrsg.)
Genre: Homosexualität allgemein
Verlag: Sammlung Vandenhoeck: Göttingen 1993
Format: broschiert
ISBN: 3-525014-23-6

Unsere Aufgaben und Ziele

Die Lesbische und Schwule Basiskirche Basel – unsere Aufgaben und Ziele

Ich bedanke mich für die Einladung zum heutigen Anlass, und ich freue mich bei Ihnen zu sein.

In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren sind im deutschsprachigen Raum zahlreiche Gottesdienst-Gemeinschaften von Lesben und Schwulen entstanden. im Januar 2002 haben sich sechs dieser Gruppen zu einem Gemeindetag getroffen. Wir haben uns zu einem losen Verband zusammengeschlossen und uns um die Teilnahme am oekumenischen Kirchentag in Berlin im Mai 2003 beworben. Und siehe da: Wir wurden zugelassen und erhielten einen Stand an der Agora. Noch mutiger geworden waren wir auch am Katholikentag 2004 in Ulm dabei. Im Netz: www.LSGG.org 

An unserem Gemeindetag im Frühjahr 2004 hat Peter aus Frankfurt, der die ganze Sache koordiniert hatte, einen Brief gezückt, einen Brief des Vorbereitungskomitees des evangelischen Kirchentages 2005, uns doch in Hannover einzubringen. Wir werden wahrgenommen, wir müssen nicht mehr als Bittsteller anstehen, sondern werden eingeladen. Peters Kommentar:

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Unsittliches Tun oder anerkennenswerte Lebensform?

Lesben, Schwule und Bisexuelle in Kirche und Gesellschaft.

Unter diesem Titel hat der Schweizerische Katholische Frauenbund SKF am Samstag, 2. November 2002 in Olten zu einer offenen Tagung eingeladen. Vorausgegangen war der mutige Schritt der katholischen Frauenbewegung in der Erarbeitung des Diskussionspapiers mit dem gleichlautenden Titel, das am 25. Januar 2001 vom Zentralvorstand verabschiedet wurde. Darin wird die Vision formuliert, dass neben dem gesellschaftlichen Umdenken und der Anpassung der Gesetze auch die Kirche schritt halten muss, den wenn sie sich auf die Liebe als Grundlage ihres Selbstverständnisses beruft so muss sie dies im Kontext ihres Wirkungsfeldes intensiv und nachhaltig tun und sich für die derzeitigen gesellschaftlichen und politischen Anstrengungen zur Integration von Lesben und Schwulen auch in eigenen Kreisen einsetzen. Sie muss Veränderungen zulassen und ernsthaft die Möglichkeit schaffen einer kirchlichen Feier zur Eröffnung des gemeinsamen Lebensweges von Homosexuellen in dem sie um den Segen Gottes bittet zum Gelingen der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Die Kirche muss für Lesben, Schwule und Bisexuelle genauso wie für alle Menschen Heimat sein. Das aber wird nur möglich sein, wenn deren Lebensform und Sexualität verstanden und akzeptiert wird. So kann Kirche zu dem werden, was sie sein soll: ein Ort echter und vorurteilsfreien Begegnung zwischen den unterschiedlichsten Menschen.

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Andersartig – Gleichwertig

Kirchlicher Blick auf Homosexualität im Spiegel der Tagungszentren

Die Tagungen für Homosexuelle an kirchlichen Bildungshäusern haben viel zur öffentlichen Meinungsbildung beigetragen. Und auch die Tagungen haben im Laufe eines Vierteljahrhunderts Entwicklungen durchgemacht.

VON SUSANNE KRAMER-FRIEDRICH

Seit 1974 bieten das Evangelische Tagungs- und Studienzentrum Boldern und die Paulus-Akademie Zürich Wochenendtagungen für homosexuelle Menschen an. “War es am Anfang das erklärte Ziel, das Unrecht aufzuzeigen, das vielen Homosexuellen geschah, so wird im Laufe der Zeit eine Dynamik der Betroffenen immer deutlicher, die Gesellschaft so zu verändern, dass sie selbstverständliche Freiräume zur Entfaltung der Sexualität eines jeden und einer jeden garantiert”, heisst es im Boldern Bericht Nummer 81 vom Dezember 1991.

Damit ist das Ziel formuliert: Auch die Liebe zwischen Menschen des gleichen Geschlechts soll selbstverständlich als gleichwertig akzeptiert werden, als “normal” gelten. Wie weit oder wie nah sind wir als Gesellschaft und als Kirchen hierzulande von diesem Ziel entfernt? Wie viel Veränderung erträgt die Schweiz?

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