Schlagwort-Archive: Kritisches Denken und Glauben

Jenseits des religiösen Mainstreams, manches ist atheistischer als anderes

War Jesus schwul?

100 unerschrockene Fragen und Antworten zu Bibel, Kirche und Religionen von Reinhard Rolla

War Jesus schwul? Diese und 99 weitere Fragen werden vom Autor unerschrocken gestellt und mutig beantwortet. Er ist evangelisch-reformierter Theologe und war fast 50 Jahre lang Gemeindepfarrer in der Schweiz. Er bezeichnet sich als „schwergläubig“, was ihn die Bibel und die kirchlichen Traditionen sehr genau und kritisch studieren liess. Dieses Studium hat ihn nah an den historischen Jesus geführt. Konsequenterweise nennt er sich seit vielen Jahren „Jesuaner“.
Mit diesem Buch bietet Reinhard Rolla 100 Anregungen, sich mit der Bibel und der Kirche kritisch auseinanderzusetzen. Wer auf der Suche nach einem zeitgemässen Glauben ist, wird hier Impulse für seinen Weg finden. Die 100 kurzen Texte belehren nicht und offenbaren keine endgültigen Wahrheiten. Sie zeigen aber Wege auf, führen ins jesuanische Denken ein, bestärken und stellen gleichfalls in Frage. Ein herausforderndes Buch für Anfänger und Profis gleichermassen.

Portrait

Reinhard Rolla hat sich ein Leben lang als Pfarrer durch die biblischen Texte „gefressen“ wie der Regenwurm durch die Erde. Am Ende hat er die meisten dieser Texte für „wertvoll, aber museumsreif“ befunden und sich „Jesuaner“ genannt. Dies als Abgrenzung zu denen, die sich „Christen“ nennen, aber von Jesu „Vision von der Menschwerdung des Menschen“ weit entfernt sind. Seine Erkenntnisse veröffentlicht er jeden Sonntagabend auf der Seite seiner Facebookgruppe „Bibel, Kirche(n), Religion(en) kritisch beleuchtet“. Nun liegen seine Texte erstmals gesammelt als Buch vor.

War Jesus schwul? Book Cover War Jesus schwul?
Reinhard Rolla
Kritisches
Omnino Verlag
2017
Taschenbuch
304
978-3-95894-065-9
9783958940666 / B074HB5JY3

„Nashville“ und „Denver“ im Vergleich

„Nashville“ geistert seit einer knappen Woche (Anfang September 2017) durch die (frommen Teile der) sozialen Medien: 150 Evangelikale haben dort eine in ihren Augen längst überfällige theologische Erklärung veröffentlicht: Gegen jegliche Sexualität jenseits der klassischen Ehe. Die Erklärung ist in eine Präambel und 14 Statements aufgeteilt, in denen jeweils eine Aussage bekräftigt und eine verneint wird. Konservative auf der ganzen Welt jubeln – auch in Deutschland.

Am nächsten Tag veröffentlichte die (nicht nur) durch ihre Tattoos bekannte Pastorin Nadia Bolz-Weber eine Antwort und taufte sie kurzerhand „Die Denver-Erklärung“ nach der Stadt, in der sie selbst wohnt. Sie antwortet Statement für Statement und entwirft ein ganz anderes Bild von christlichem Glauben: Frei, offen, leidenschaftlich, ohne Abgrenzung.

Mehr gibt es bei Rolf Krügers Auf’n‘ Kaffee

Unheilige Heilige

Gott in all den falschen Leuten finden

In „Unheilige Heilige“ lädt Nadia Bolz-Weber Leser zu einer Begegnung mit dem ein, was sie als „religiöses, aber nicht besonders spirituelles Leben“ bezeichnet. Hartnäckig und zugleich urkomisch versucht die ungewöhnliche Pfarrerin darin, dem Gott zu widerstehen, dem sie sich doch eigentlich zu dienen berufen fühlt. Immer wieder begegnet er ihr ausgerechnet in den Menschen, die dafür am wenigsten geeignet scheinen – jedenfalls in ihren Augen: einem die Kirche liebenden Agnostiker, einer Drag Queen, einem kriminellen Bischof oder einem Mitglied der National Rifle Army, die sich für den freien Schusswaffenbesitz einsetzt. Indem sie diesen „unheiligen Heiligen“ begegnet, gerät Nadia in unmittelbare Berührung mit Gnade – einer Gnade, die nicht wie eine warme Kuscheldecke daherkommt, sondern vielmehr wie eine Bratpfanne genau auf den Kopf trifft.

Von der gleichen Autorin gibt es ein weiteres Buch: „Ich finde Gott in den Dingen, die mich wütend machen“

Unheilige Heilige Book Cover Unheilige Heilige
Nadia Bolz-Weber
Biographisches
Brendow Verlag
2016
gebundene Ausgabe
240
978-3-86506-890-3
9783865069122 / B01KZYAA28

Ist eine sexuelle Orientierung „heilbar“?

Auszug aus Prof. Dr. Udo Rauchfleischs Stellungnahme zur Broschüre von Wüstenstrom:

… Die uns heute vorliegenden humanwissenschaftlichen Forschungsergebnisse lassen erkennen, dass die sexuellen Orientierungen homosexueller wie heterosexueller
Art einerseits auf genetische Dispositionen beruhen und andererseits, von diesen Dispositionen ausgehend, sehr früh im Leben eine in ihrer Grundstruktur nicht veränderbare Ausformung erfahren. Gewiss sind im Verlauf des weiteren Lebens Änderungen des sexuellen Verhaltens möglich, vor allem wenn, wie in evangelikal – fundamentalistischen Kreisen, die Bezugsgruppe eines Menschen einen starken Druck auf ihn ausübt. Das Resultat solcher Beeinflussung von aussen ist aber höchstens eine Änderung des Sexualverhaltens, d.h. in diesem Fall der Wechsel von gleichgeschlechtlichen zu gegengeschlechtlichen Partnerinnen und Partnern.

Die eigentliche sexuelle Orientierung mit den daran geknüpften Gefühlen, den erotischen und sexuellen Phantasien sowie den sozialen Präferenzen lässt sich jedoch nicht verändern. Die vielen Beispiele von gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen, die unter massivem Druck von aussen eine Veränderung vorgenommen haben (d.h. angeblich „geheilt“ waren) und über kurz oder lang wieder entsprechend ihrer ursprünglichen sexuellen Orientierung leben, legen ein beredtes Zeugnis für diese prinzipielle Unveränderbarkeit der sexuellen Orientierung ab.

Häufig wird die Änderung im Sexualverhalten mit schweren Depressionen, zentralen Selbstwertproblemen und tiefer Verzweiflung erkauft und kann bis zum Suizid der betreffenden Menschen führen, die an dem Konflikt zwischen dem äusseren und dann von ihnen verinnerlichten Druck einerseits und dem Gefühl, ein Leben im Gegensatz zu ihrer sexuellen Orientierung zu führen, zerbrechen. Hier muss man eindeutig von einem Missbrauch und
einer Schädigung durch sogenannte therapeutische oder seelsorgerliche Interventionen sprechen. Dabei ist besonders fatal, dass die Mehrzahl derer, die solche „Umpolungen“ durchführen, keine psychotherapeutisch fundiert ausgebildeten Fachleute sind. Es ist deshalb wichtig, dass die medizinischen und psychologischen Fachverbände eindeutig Stellung nehmen gegen derartige unprofessionelle und ethisch nicht vertretbare Aktivitäten.

Prof. Dr. Udo Rauchfleisch
Professor für Klinische Psychologie an der Universität Basel
Psychotherapeut in privater Praxis in Binningen / BL, Schweiz

Um ca. 2003.

Der totgeglaubte Gott

Politik im Machtfeld der Religionen

Religiöse Leidenschaften erweisen sich als Triebkraft der Weltpolitik. Die Bestrebungen, das politische Leben unter Gottes Herrschaft zu stellen, sind wiedererwacht und fordern das moderne Gemeinwesen heraus.

Mark Lilla zeichnet in seinem international viel beachteten Buch den langen und opferreichen Weg zum säkularen, aufgeklärten Staat nach und plädiert für die konsequente Verbannung des Religiösen aus der politischen Sphäre.

Der totgeglaubte Gott ist ein Buch über die Verwundbarkeit der Welt, jener Welt, die aus der intellektuellen Rebellion gegen die politische Theologie des Westens geboren wurde. Das Thema mag ein wenig ungewohnt wirken, angesichts der Tatsache, dass die westlichen Nationen augenblicklich in Frieden leben und dass die Normen der liberalen Demokratie, gerade was die Religion angeht, allgemein akzeptiert werden. Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass aus unserer Mitte je wieder Theokratien entstehen oder bewaffnete Banden religiöser Fanatiker einen Bürgerkrieg anzetteln könnten. Und doch ist diese Welt verwundbar – einerseits, weil das politische System seine Versprechen nicht mehr einlöst, andererseits, weil unser politisches Denken gar keine Anstrengungen mehr unternimmt, überhaupt noch Versprechen zu formulieren.

Die Geschichte, die im Buch nachgezeichnet wird, soll daran erinnern, dass wir uns als moderne Gesellschaft keineswegs am Scheideweg finden zwischen Vergangenheit und Gegenwart oder dem Westen und „dem Rest der Welt“. Es soll klar werden, welche Alternativen es gibt, für die wir uns entscheiden können und wir mit der Konsequenz unserer Wahl leben müssen.

Der totgeglaubte Gott Book Cover Der totgeglaubte Gott
Mark Lilla
Kritisches
Kösel Verlag, München
2013
Gebunden
304
978-3-466-37072-6
9783641105204 / B00B6PG4RQ

Größer als alles ist die Liebe

Für einen ganzheitlichen Blick auf Homosexualität

„Grösser als alles aber ist die Liebe“, dieses Wort aus dem Korintherbrief stösst selten auf Widerspruch. Doch es fordert heraus, wenn es in eine prekäre Realität in Sachen Liebe hineingesagt wird: die Homosexualität. Wunibald Müller erläutert psychologische, sozialwissenschaftliche, biblische, kirchliche und seelsorglich-spirituelle Perspektiven. Dieses Buch ist hilfreich für Menschen, die homosexuell lieben, und Menschen, die mit Homosexualität konfrontiert werden, sei es in der Familie, sei es in der Beratung oder Seelsorge.

Größer als alles ist die Liebe Book Cover Größer als alles ist die Liebe
Wunibald Müller
Theologie und Homosexualität
Topos, Verlagsgem. / Grünewald
2009
Taschenbuch
104
978-3-8367-0896-8

Torn

Rescuing the Gospel from the Gays-vs.-Christians Debate

As a teenager and young man, Justin Lee felt deeply torn. Nicknamed „God Boy“ by his peers, he knew that he was called to a life in the evangelical Christian ministry. But Lee harbored a secret: He also knew that he was gay. In this groundbreaking book, Lee recalls the events–his coming out to his parents, his experiences with the „ex-gay“ movement, and his in-depth study of the Bible–that led him, eventually, to self-acceptance. But more than just a memoir, TORN provides insightful, practical guidance for all committed Christians who wonder how to relate to gay friends or family members–or who struggle with their own sexuality. Convinced that „in a culture that sees gays and Christians as enemies, gay Christians are in a unique position to bring peace,“ Lee demonstrates that people of faith on both sides of the debate can respect, learn from, and love one another.

Es gibt eine Deutsche Zusammenfassung von Peter (peregrinatio)

 

Torn Book Cover Torn
Justin Lee
Englische Bücher
Jericho Books / Faithwords
2012
Gebunden
256
978-1455514311
9781455514328 / B00FOVU3PM

Heiligung des Lebens

Zur Wirkungslogik religiöser Erfahrung

Wege in religiöse Erfahrung. Gegen die Erfahrungslosigkeit christlicher Glaubenspraxis. Mit der Macht des Heiligen rechnen. Einen spirituellen Weg gehen heißt, sich einem Einfluss aussetzen, der das Leben heiligt. Wie aber vollzieht sich diese Heiligung und wohin führt sie?. Manfred Josuttis macht die Einflüsse sichtbar, die in religiöser Erfahrung wirken. Er erschließt, wie sie den Menschen verändern und lässt sichtbar werden, wie religiöse Erfahrung möglich werden kann. Im Kontext evangelischer Praktischer Theologie geht Josuttis mit seinem Ansatz einen neuen Weg. Ein spannendes Buch für PfarrerInnen, SeelsorgerInnen wie auch für spirituell interessierte Menschen.

Aus dem Inhalt: Einflüsse: Das Göttliche – Das Böse – Die Bilder – Die Katastrophen – Die Therapie – Der Sport. Resonanzen: Leiblichkeit – Verständlichkeit – Vereinigung – Gefährdung – Bürgerlichkeit. Konversionen: Passagen – Trennungen – Mystagogik – Einweihung – Austritt – Die Toten – Die Heiligen

Heiligung des Lebens Book Cover Heiligung des Lebens
Manfred Josuttis
Theologie allgemein
Gütersloher Verlagshaus
2004
Broschiert
286
978-3579054216

Notwendige Abschiede

Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum

Provozierend und Notwendig. Die kritische Revision christlicher Glaubensaussagen. Eine scharfe Analyse in großer Sympathie. Für einen Glauben, der Leben schafft. Das Unbehagen wächst – aber niemand tut etwas. Die Menschen wenden sich gelangweilt ab. Selbst Pfarrer und Pfarrerinnen glauben kaum, was ihr Amt ihnen zu bekennen aufgibt – doch niemand traut sich, die Wahrheit offen auszusprechen: Die Kirche muss sich von vielen ihrer Glaubensaussagen verabschieden. Es gilt, Neues zu bedenken. Klaus-Peter Jörns unterzieht alle zentralen Glaubensaussagen der Christen einer kritischen Revision. Ob die Bedeutung der Bibel oder Jesus Christus, ob Offenbarungsglaube oder Schöpfungsbericht – alles prüft er mit scharfer Analyse und in großer Sympathie. Sein Ziel: die Neuformulierung eines Glaubens, der Leben schafft.
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Notwendige Abschiede Book Cover Notwendige Abschiede
Klaus-Peter Jörns
Kritisches
Gütersloher Verlagshaus
2004
Gebunden
512
978-3-579-06408-6
9783641028190

Im religiösen Umbruch der Welt

Der fällige Ruck in den Köpfen der Kirche

In diesem Buch werden zentrale, längst inner- und außerkirchlich vor sich gehende, vielfach aber verleugnete religiöse und theologische Wandlungen unserer Gegenwart zusammengefasst und in ihren Konsequenzen beschrieben: warum „Religion“ („Spiritualität“) fundamental, gleichwohl hoch gefährdet und verführbar ist (denn wir sind religiös, nicht aber göttlich, wie oft verwechselt wird); inwiefern besonders die östliche („ungegenständliche“) Meditation bei uns im Verständnis des Göttlichen viel bewirkt und somit alte innerchristliche Forderungen in einem non-theistischen Gottesverständnis zentral gemacht hat („Gott“ keine metaphysische Person, sondern Name des göttlichen Geheimnisses in allen Dingen dieser Welt); warum auch im Verständnis des Jesus von Nazareth eingreifende Revisionen („Christus allein“, sein Tod blutiges Satisfaktionsopfer) überfällig sind. Was diese Einsichten für ein beglückend neu zugängliches Verständnis christlicher Grundworte („Gott“, „Gnade“, „Gesetz“ u. a.) im Zeichen der alternativen Spiritualität bedeuten, wird ausführlich dargestellt. Indem Anweisung und Legitimation solch eingreifenden, interreligiös geprägten Wandels dem Potential der Reformation Luthers entnommen werden, ergibt sich die Möglichkeit, die weitgehende religiöse Transformationsverweigerung der Kirchen in deren eigenen Fundamenten zu überwinden. Die alternative Spiritualität der christlich längst Distanzierten kann erst so von der Öffnung und Aufbereitung der traditionellen religiösen Schätze der Kirche profitieren.

Im religiösen Umbruch der Welt Book Cover Im religiösen Umbruch der Welt
Matthias Kroeger
Kritisches
Kohlhammer
2004
424
978-3170221024