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Texte aus Gottesdiensten oder solche die dort verwendet werden könnten

Glaubensbekenntnis der Alten Kirche

Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit:

Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geistvon der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tag auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel.

Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die Gemeinschaft der Gläubigen. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.

Amen.

Glaubensbekenntnis der Alten Kirche, das auf das zweite ökumenische Konzil von 381 in Konstantinopel zurückgeht. Es ist das einzige christliche Glaubensbekenntnis, das Ökumenizität und allgemeine Anerkennung beanspruchen kann.

Ein Interview mit Gott

Ich träumte, ich hätte ein Interview mit Gott.
„Möchtest du mich gerne interviewen?“ fragte Gott.
„Wenn du Zeit hast“, sagte ich.
Gott lächelte. „Meine Zeit ist die Ewigkeit.“ Was für Fragen hast du für mich im Sinn?“

„Was überrascht dich bei den Menschen am meisten?“
Gott antwortete: „Dass sie schnell ihrer Kindheit überdrüssig werden.
Sie beeilen sich, erwachsen zu werden – und sehnen sich danach, wieder Kind zu sein.
Dass sie ihre Gesundheit verlieren, um Geld zu machen –
und dann ihr Geld verlieren, um ihre Gesundheit wieder herzustellen.
Dass sie, indem sie ängstlich über die Zukunft nachdenken, die Gegenwart vergessen –
so, dass sie weder die Gegenwart noch die Zukunft leben.
Dass sie leben als ob sie nie sterben würden -und sterben als hätten sie nie gelebt.“

Gottes Hand nahm meine und wir waren eine Weile still.
Dann fragte ich:
„Was würdest du als Elternteil wollen, dass deine Kinder fürs Leben lernen?“
Gott entgegnete mit einem freundlichen Lächeln:
„Sie sollten lernen, dass sie es nicht machen können, dass sie geliebt werden –
was sie tun können ist, einfach sich selbst zu lieben und die Liebe anderer zuzulassen.
Sie sollen lernen, daß nicht der reich ist, der das meiste hat –
sondern der, der am wenigsten braucht.
Sie sollen lernen, daß man nur ein paar Sekunden braucht,
um geliebten Menschen tiefe Wunden zuzufügen –
und dass es Jahre brauchen kann, um sie zu heilen.
Sie sollen lernen, dass es Menschen gibt, die sie sehr lieben –
die aber nicht wissen, wie sie das ausdrücken oder ihre Gefühle zeigen können.
Sie sollen lernen, daß zwei Personen dieselbe Sache betrachten –
und sie unterschiedlich sehen können.
Sie sollen lernen, daß es nicht immer genug ist, wenn ihnen von anderen vergeben wird –
auch sie müssen selbst vergeben können.

Und sie sollen lernen, daß ich da bin – immer.“

Aus dem Adventskalender 2003 der „Linetten“
Verfasser unbekannt