Schlagwort-Archive: Queer-Liste

InterdepenDenken!

Wie Positionierung und Intersektionalität forschend gestalten?

Der Sammelband „InterdepenDenken!“ regt an, Intersektionalität nicht länger als additives Modell zu verstehen, sondern als Startpunkt für das eigene Forschen. Beginne ich mein forschendes Fragen mit komplexen Diskriminierungsstrukturen, hat dies Effekte auf Fragestellungen, methodisches Arbeiten und Formulierungen.

Wieso spreche ich weiter von Sexismus oder Rassismus, wenn Diskriminierungsstrukturen nicht trennbar sind? Warum nutze ich einen Begriff wie Kolonialismus, auch wenn dieser stark westlich rassistisch geprägt ist? Wie kann ich mich im Forschen auf eine Ebene von Diskriminierung beziehen, ohne damit Ausschlüsse und Verkürzungen zu re_produzieren? Und was bedeutet es, als privilegierte Person zu Anti_diskriminierung zu forschen?

Die einzelnen Artikel verdeutlichen an konkreten Beispielen, wie neue Formen wissenschaftlichen Arbeitens Wissensproduktionen verändern können. Dies führt zu einer grundlegenden Hinterfragung, Bearbeitung und Öffnung von Begriffen sowie Genres und macht wissenschaftliches Arbeiten als antidiskriminierendes ForschungsHandeln möglich.

InterdepenDenken! Book Cover InterdepenDenken!
AK ForschungsHandeln (Hrsg.)
Nicht-Binäre
W_orten & meer
2015
Taschenbuch
176
978-3-945644-04-1

Intersex Narratives

Shifts in the Representation of Intersex Lives in North American Literature and Popular Culture

This book explores representations of intersex – intersex persons, intersex communities, and intersex as a cultural concept and knowledge category – in contemporary North American literature and popular culture. The study turns its attention to the significant paradigm shift in the narratives on intersex that occurred within early 1990s intersex activism in response to biopolitical regulations of intersex bodies.

Focusing on the emergence of recent autobiographical stories and cultural productions like novels and TV series centering around intersex, Viola Amato provides a first systematic analysis of an activism-triggered resignification of intersex.

Intersex Narratives Book Cover Intersex Narratives
Queer Studies
Viola Amato
Nicht-Binäre
Transcript Verlag
2016
Taschenbuch
316
978-3-8376-3419-8
9783839434192

Inter_Körper_Text

Erzählweisen von Intergeschlechtlichkeit in deutschsprachiger Literatur

challenge GENDER 7

Hermaphroditen füllen die Seiten der Literatur seit Jahrtausenden. Antiken Traditionen folgend werden sie dabei hauptsächlich als zwischen- oder zweigeschlechtliche Wesen verstanden, die männliche und weibliche Eigenschaften zu einem vollkommenen Ganzen synthetisieren. Demgegenüber stellen sich zeitgenössische Texte zum Thema Intergeschlechtlichkeit in eine neue Tradition, die Hermaphroditismus weniger als Sinnbild von Vollkommenheit thematisiert, sondern als Krankheit nach medizinischen Kriterien.
Diese Studie bietet erstmals eine umfassende Zusammenschau und vergleichende Analyse der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur zum Thema, wobei die literarischen Werke, wie z. B. die Romane „Vielen Dank für das Leben“ von Sybille Berg, „HerzBlut: Liebe macht Anders“ von Karen-Susan Fessel oder „Tief im Wald und unter der Erde“ von Andreas Winkelmann, unterschiedlichen literarischen Genres (Autobiografie, Familienroman, Kriminalroman u. a.) entstammen.
Angelika Baier zeigt, wie Autobiografien und Familienromane ihren Fokus auf Medizin- und Gesellschaftskritik legen, während Kriminalromane meist intergeschlechtliche Opfer zeigen, die aufgrund ihrer Erfahrungen zu Täter_innen werden. In Romanen mit intergeschlechtlichen Engelsfiguren steht eine Analyse von Gewalterfahrungen gegen Personen im Fokus, die von ihrem Umfeld als „anders“ wahrgenommen werden, und mittels grotesker Körperdarstellungen werden fragmentierte, grenzoffene Subjektvorstellungen der Moderne verhandelt.

Inter_Körper_Text Book Cover Inter_Körper_Text
Angelika Baier
Nicht-Binäre
Zaglossus
2017
Taschenbuch
300
978-3-902902-53-5

Zwitter beim Namen nennen

Intersexualität zwischen Pathologie, Selbstbestimmung und leiblicher Erfahrung

»Intersexualität« – Sammelbegriff für eine Reihe von Diagnosen, die das Geschlecht eines Menschen als uneindeutig bestimmen – stellt noch immer ein Tabu dar. Damit geht das Verschweigen der Existenz von intersexuellen Menschen einher: Zwitter haben keinen Namen.
Der Verhandlung von Intersexualität im medizinisch-psychologischen Diskurs stellt Kathrin Zehnder den medizinkritischen Gegendiskurs gegenüber, der vor allem die frühe Zuweisung zu einem Geschlecht und die Pathologisierung von Intersexualität kritisiert. Die Studie zeigt: Selbstbestimmung in Bezug auf Körper und Fokussierung leiblicher Erfahrung statt Funktionalität können dem »Zwitter-Sein« zu einer Existenzweise verhelfen.

Zwitter beim Namen nennen Book Cover Zwitter beim Namen nennen
Gender Studies
Kathrin Zehnder
Nicht-Binäre
Transcript Verlag
2010
Taschenbuch
448
978-3-8376-1398-8
9783839413982

In einer Person

Der dreizehnte Roman von John Irving ist erst der zweite, der in der ersten Person erzählt ist – ein sehr persönliches Buch. Es dreht sich um einen bisexuellen Schriftsteller um die sechzig, der auf sein Leben seit den Fünfzigerjahren zurückschaut. Schon auf der Laienbühne seines Großvaters lernt Bill, dass gewisse Rollen sehr gefährlich sind. Und dass Menschen, die er liebt, manchmal ganz andere Rollen spielen, als er glaubt. Bill ist bisexuell, er mag feminine Männer, Transsexuelle und maskulin wirkende Frauen; aber auch männliche Männer. Alle Ingredienzien des Irving’schen Kosmos seit „Garp“ finden sich in diesem Roman wieder (bis auf Bären), doch war Irving nie zuvor so deutlich, eindeutig.

In einer Person Book Cover In einer Person
John Irving
Nicht-Binäre
Diogenes Verlag AG
2013
Taschenbuch
736
978-3-257-24270-6
9783257601909 / B009GGWE7Q

Trans Studies

Historische, linguistische und aktivistische Aspekte

„Trans Studies: Historische, begriffliche und aktivistische Aspekte“ ist der erste Einführungsband in die Trans Studies im deutschsprachigen Kontext.
Wie viele andere kritische Forschungsrichtungen sind auch die Trans Studies aus sozialen Bewegungen heraus entstanden. Sie sind, neben den Inter Studies, mindestens genauso stark an der Dekonstruktion von Geschlecht beteiligt wie intersektionale und queere Theorien.
Dieses Buch beschreibt Trans Studies als kritische Forschungsrichtung, die aus Widerstand und zivilgesellschaftlichem Engagement entsteht – sie kann als politisches Projekt gesehen werden. Selbsthilfegruppen, Trans*Ak[-][-]ti[-][-]vist_innen, Studierende, Künstler_innen bringen die Trans Studies in den 1980ern und 1990ern in die Akademia. Trans Studies bauen auf rassismus- und klassismuskritischen, feministischen Ansätzen genauso auf wie etwa auf der (kritischen) Sexualwissenschaft. Sie entwickeln bestehende Begriffe weiter und schaffen neue. Sie intervenieren in wissenschaftliche Paradigmen und gesellschaftliche Normen. Sie entstehen als Teil einer sozialen Bewegung, die für Anerkennung, Menschenrechte und gegen Diskriminierung innerhalb und ausserhalb der Akademia kämpft. Trans Studies sind Teil eines politischen Projektes – nicht umgekehrt. Dafür plädiert dieses Buch.

Trans Studies Book Cover Trans Studies
Persson Perry Baumgartinger
Nicht-Binäre
Zaglossus
2017
Klappenbroschur
322
978-3-902902-48-1

 

Zu Lieben.

Zu Lieben. Lieben als politisches Handeln

Was bedeutet es zu lieben? Inwiefern ist Lieben politisch? Dieses Buch zeigt auf: Lieben ist politisches Handeln!

Lann Hornscheidt entwirft in diesem neuen, ungewöhnlichen und inspirierenden Lebensratgeber einen konkreten Ansatz zu Lieben als politischem Handeln: Analytisch und essayistisch, literarisch und mit aktivierenden Übungen, diskriminierungskritisch und kapitalistische Logiken verlassend.

Was kann es konkret bedeuten, selbstliebend zu handeln, eigene Privilegierungen und Diskriminierungen wahrzunehmen und sich mit Welt respekt- und liebevoll zu verbinden? Das Buch entwirft anschaulich, anregend und aktivistisch ein konkretes Konzept von Lieben als politischem Handeln. Dazu werden postkolonial-feministische, intersektional-genderkritische, buddhistische, literarische und essayistische Perspektiven schreibend in Dialog gebracht.

Kapitalismus entlieben

Politisches Lieben ist das Gegenteil von kapitalistischen Logiken. Dies wird in dem zweiten Buch dieses Bandes diskutiert, anhand einer Analyse von Vorstellungen von Liebe als etwas Privates, Romantisiertes und Konsumierbares. Kritisch thematisiert werden Mutter- und Familienliebe, Vaterlandsliebe und nationale wie persönliche Grenzen, Paarliebe sowie Sexualität als Ausdruck von Liebe.

Dieser Doppelband besteht aus zwei Büchern in einem, die Lektüre kann von zwei Seiten an beginnen, eher politisch-aktivistisch oder analytisch. Beide Bücher zusammen zeigen: Zu Lieben als politisches Handeln ist jederzeit und für alle möglich – und ist eine wichtige aktuelle politische Veränderung zur Überwindung struktureller Gewaltlogiken.

Zu Lieben. Book Cover Zu Lieben.
Lann Hornscheidt
Politik
w_orten & meer
2018
Taschenbuch
260
978-3945644140

feministische w_orte

»Das war doch gar nicht so gemeint« und »Was darf man denn überhaupt noch sagen?« – der Versuch des »richtigen« Sprachgebrauchs schafft oft Verunsicherung und auch Verständnislosigkeit. Der Band gibt Antworten auf die Frage, was genau an bestimmten Sprachhandlungen problematisch ist und wie es besser gemacht werden kann.

feministische w_orte Book Cover feministische w_orte
Lann Hornscheidt
Politik
Brandes + Apsel Verlag
2012
Taschenbuch
384
978-3-86099-948-6
9783955581299

Balancing on the Mechitza

Transgender in Jewish Community

While the Jewish mainstream still argues about homosexuality, transgender and gender-variant people have emerged as a distinct Jewish population and as a new chorus of voices. Inspired and nurtured by the successes of the feminist and LGBT movements in the Jewish world, Jews who identify with the “T” now sit in the congregation, marry under the chuppah, and create Jewish families. Balancing on the Mechitza offers a multifaceted portrait of this increasingly visible community.

The contributors—activists, theologians, scholars, and other transgender Jews—share for the first time in a printed volume their theoretical contemplations as well as rite-of-passage and other transformative stories. Balancing on the Mechitza introduces readers to a secular transwoman who interviews her Israeli and Palestinian peers and provides cutting-edge theory about the construction of Jewish personhood in Israel; a transman who serves as legal witness for a man (a role not typically open to persons designated female at birth) during a conversion ritual; a man deprived of testosterone by an illness who comes to identify himself with passion and pride as a Biblical eunuch; and a gender-variant person who explores how to adapt the masculine and feminine pronouns in Hebrew to reflect a non-binary gender reality.

Balancing on the Mechitza Book Cover Balancing on the Mechitza
Noach Dzmura
Nicht-Binäre
Random House
2010
Taschenbuch
250
978-1-55643-813-4
9781583949719 / B00LDPLEL0

Goodbye Gender

geht das – ein leben ohne gender? geschichten vom versuchen und scheitern, heiter und sehr traurig, von
verbindungen mit menschen und ihren irritationen und einem für viele vielleicht neuen lösungsansatz: sich von gender als kategorie zu verabschieden. „Goodbye Gender“ macht den anfang.

was bedeutet es, nie im richtigen geschlecht zu sein – nicht in dem, was bei der geburt zugeschrieben wurde, nicht in den vorstellungen von sexueller identität, die später im leben ausprobiert wurden, nicht nach einem geschlechtswechsel von „frau“ zu „mann“? und kann es das geben, geschlecht einfach ganz aufzugeben?

die beiden kanadischen weissen künstlxs rae spoon und ivan e. coyote erzählen in kurzen, sich abwechselnden berichten von ihrer reise durch unterschiedliche phasen eines geschlechtlichen und sexuellen lebens – bis hin zu dem punkt, an dem sie geschlecht als identifikation für sich ganz aufgeben und sich stattdessen von gender „berenten“ lassen.

wie reagieren freundinne_n, kolleg_innen, verwandte? wie verhalte ich mich in der kneipe, beim vorstellungsgespräch, nachts an einer tankstelle und was sage ich meiner oma? welche wortformen gibt es überhaupt noch, um mich anzusprechen und von mir zu erzählen? und sehe ich anderen ihr geschlecht eigentlich an?

ivan und rae erzählen leicht und doch auch ernst anekdoten aus ihrer kindheit und jugend, von ersten lieben und dem erwachsenwerden, ihrem leben auf und hinter bühnen. sie nehmen re_aktionen auf und bringen die les_erinnen zum lachen und weinen, zum nachdenken und wiedererkennen – vielleicht zum ersten mal zum hören von fragen zu schwuler identität und pronomenlosigkeit. die kurzen erzählungen
berühren und öffnen neue perspektiven und fragen.

unkompliziert und nah schildert das buch, wie die idee von geschlecht als eindeutiger norm an einer wirklichkeit scheitert, in der aussehen, auftreten und begehren nicht immer eindeutig sind.

„Ich bin nicht im falschen Körper geboren. Ich bin in der falschen Welt geboren.“ RAE SPOON

Goodbye Gender Book Cover Goodbye Gender
trans_pulse
Rae Spoon, Ivan Coyote
Nicht-Binäre
W_orten & meer
2015
Taschenbuch
205
978-3-945644-02-7