Zitate – die Sammlung

«Aus mir wurde zwar kein gläubiger Christ, ich bin aber nie ausgetreten, weil die Kirchen in unserer Zeit eine Aufgabe haben.»
Franz Hohler, 81, Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher, in zVisite 2024 

«Je schreckensvoller diese Welt (wie gerade heute) desto abstrakter die Kunst,
während eine glückliche Welt eine diesseitige Kunst hervorbringt.»
Paul Klee 1915 (Wandschrift im Zentrum Paul Klee, Bern)

Das ist eine der bemerkenswerten Seiten des Lebens: Es ist nie so schlimm, dass es nicht noch schlimmer kommen könnte.
Bill Watterson «Calvin and Hobbes»

Die Ewigkeit liebt alles, was die Zeit hervorbringt.
William Blake

Das Gefährlichste an den Halbwahrheiten ist, dass fast immer die falsche Hälfte geglaubt wird.
Hans Krailsheimer

Für die Welt bist du irgendjemand, aber für irgendjemanden bist du die Welt.
Erich Fried 1921–1988) gefunden

«Queere Heiligkeit ist die Heiligkeit der anderen.»
Marcella Althaus-Reid (1952 – 2006), Theologin, zitiert von Linn Tonstad.

Ich sehe mich als franziskanischen und ökumenischen Katholiken – nicht als römischen.
Römisch-katholisch ist die autoritäre, juristische Form des Christentums.
Leonardo Boff

«Einen Groll auf Religionen habe ich sowieso, und ich glaube nicht, dass der gegenüber islamischen Themen ausgeprägter ist als gegenüber christlichen. In beiden Fällen reicht es ja aus, dass ich schwul bin. Wie viel Sympathie sollte ich gegenüber diesen Religionen denn haben – bei all der Sympathie, die mir von ihnen entgegenschlägt?»
Ralf König bei queer.de

Lieber Gott, schütze mich vor meinen Freunden,
mit meinen Feinden will ich selbst fertig werden.
Friedrich II., König von Preussen

Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
Albert Einstein

Sind aber die Gläubigen nicht womöglich auch deshalb auf der Flucht, weil die Kirchen ihnen so sehr hinterherlaufen?
SZ vom 21.6.2005

Der Papst hat die Selbstauflösung der katholischen Kirche eingeleitet, da Homosexuelle nicht mehr zum Priesteramt zugelassen werden sollen.

Pietisten: Menschen, denen der gewöhnliche Protestantismus nicht lustfeindlich genug ist.
Christoph Sonntag

Die Kirchen präsentieren sich als Agenturen des Guten,
die Medien decken die Fallhöhe zwischen Ideal und Wirklichkeit auf.
Michael Meier im Tagesanzeiger: Heilige Kirchen, böse Medien

Seid die Person, die ihr seid, und nicht die, die andere wollen, dass ihr sie seid.
Liza Minnell

Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

Für den Optimisten ist das Leben kein Problem, sondern bereits die Lösung.
Marcel Pagnol

Menschen werden schlecht und schuldig, weil sie reden und handeln, ohne die Folgen ihrer Worte und Taten vorauszusehen.
Franz Kafka

Brüder, fürchtet euch nicht vor der Sünde der Menschen, liebt den Menschen auch in seiner Sünde, denn nur eine solche Liebe wäre ein Abbild der Liebe Gottes und die höchste irdische Liebe
Dostojewski

Der Kluge bemerkt alles, der Dumme macht über alles eine Bemerkung.
Arno Backhaus

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.
André Gide (1869–1951)

Es ist nicht verwunderlich, dass sich gerade die freieren Geister angesichts des traurigen Bildes, das die unter Christen geführten Diskussionen ihnen bisweilen vermitteln, abgestossen fühlen und mit Grauen vom Christentum und von der Kirche insgesamt abwenden.
Hermann Detering, Theologe
in «Der gefälschte Paulus», das Urchristentum im Zwielicht.

Das Geschrei nach der guten alten Zeit ist nur ein Geschrei nach der eigenen Jugend.
Robert Lembke

Der Vatikan, mein eigentliches Staatsoberhaupt, hat ab heute gesagt: «Schwule dürfen keine Priester werden.» Das hat mich gewundert, weil es doch eigentlich Wurst ist, mit wem man offiziell keinen Sex haben darf.
Harald Schmidt

I am not interested in picking up crumbs of compassion thrown from the table of someone who considers himself my master. I want the full menu of rights.
Archbishop Desmond Tutu

Auch die Bretter, die man vor dem Kopf hat, können die Welt bedeuten.
Werner Finck

Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.
Albert Schweizer, Theologe, Arzt und Philosoph, 1875–1965

Ein Dogma ist nichts anderes, als das ausdrückliche Verbot, zu denken.
Ludwig Feuerbach, Deutscher Philosoph, 1804–1872

Wenn der Pfarrer von Liebe predigt, lernen die Leute nicht zu lieben, sondern zu predigen.
Alice Miller

In den USA ist Sex eine Obsession, in der Rest der Welt ist es ein Fakt.
Marlene Dietrich

«Wir haben der religiösen Rechten erlaubt, für alle Christen zu sprechen. Wir haben ihnen erlaubt, die Bibel – dieses wundervolle, verblüffende Buch – ganz für sich zu beanspruchen. Es ist an der Zeit, dass wir es zurückholen.»
Bischof Gene Robinson

Wir lieben einen Menschen nicht dafür, wie er ist. Wir lieben einen Menschen dafür, wie wir uns selber fühlen, wenn wir mit ihm zusammen sind.
Gefunden in «Die Suche nach der zehnten Frau» von Susanne Lütje

Viele wunderten sich früher: Was machen Lesben eigentlich im Bett? Das fragten sich im Übrigen auch viele Betroffene…
Carolina Brauckmann, Liedermacherin und Pianistin

Ihre Augenbrauen schossen in die Höhe, als sie die Worte auf dem T-Shirt las.  «Tut mir leid, dass ich nicht im Gottesdienst war. War damit beschäftigt, schwarze Magie zu lernen und lesbisch zu werden.»
Gefunden in «Cabernet und Liebe» von JAE (Ylva Verlag)

Weit wichtiger scheint mir, dass wir anfangen, MIT Homosexuellen zu beten, als dass wir weiterhin nur für sie beten! Auch dies ist eine Erkenntnis, die mir durch das Lesen im und durch mein Leben mit dem Wort Gottes zuteil geworden ist!
Michael Bülow (1943–2017), Pastor, Biker. Als «Flying» 2008 in einem der endlosen Threads über Glaube und Homosexualität im Forum von Jesus.de

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
René Descartes 1596 – 1650

Die wahre Glückseligkeit des Menschen besteht darin, das Wohl der anderen ebenso im Auge zu behalten wie das Eigene.
Isaak Iselin (1728–1782), Mitgründer der GGG

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen
Immanuel Kant

Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren.
Mahatma Gandhi

Alles, was gigantische Formen annimmt, kann imponieren – auch die Dummheit.
Erich Kästner

Als feministische Befreiungstheologin bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass das Bemühen, Christologie in klassischer Weise zu betreiben (War Jesus göttlich? War er menschlich?) dem Versuch gleicht, frische Milch von einer sehr kranken, müden, trockenen, heiligen und – wie sich herausstellt – männlichen Ziege zu bekommen.
Isabel Carter Heyward (* 22. August 1945) US-amerikanische feministische Theologin und Pfarrerin. (bei Wikipedia)

Christi Niederlage war nicht die Kreuzigung, sondern der Vatikan.
Jean Cocteau, franz. Schriftsteller, 1889–1963

Ein Segen der Vielfalt
Lange Zeit war das Verhältnis zwischen Kirche und queeren Menschen von Misstrauen, Schmerz, Diskriminierung und Ablehnung geprägt. Dass nun zumindest Teile der Kirche anfangen, umzudenken, ist kein Verrat an der Tradition. Es ist ihre Rückkehr zum Evangelium.
Christiane Flüchter aus Xanten in der „Rheinischen Post“ vom 21. Juni 2025


Résumé
By Dorothy Parker (1893-1967)

Razors pain you;
Rivers are damp;
Acids stain you;
And drugs cause cramp.
Guns aren’t lawful;
Nooses give;
Gas smells awful;
You might as well live.

Klingen ritzen,
Flüsse sind nass,
Säuren ätzen,
Gift macht blass,
Colts sind strafbar,
Stricke könnten nachgeben,
Gas stinkt furchtbar,
Da kannst du auch leben.

Denis Scheck, «Druckfrisch» vom 29. März 2020
«Dieses Selbstmordgedicht soll mehr Menschen davon abgehalten haben, sich das Leben zu nehmen, als alle Ratgeberliteratur.»


«Homophobie ist Angst vor der Liebe», erklärte J. K. Rowling, als sie im Interview ihre schwule Romanfigur Dumbledore begründete: «Die Angst, die sogar noch grösser ist, als die vor dem sexuellen Akt. Es scheint so, als ob es, besonders bei fundamentalistischen Christen, eine tiefgehende Abneigung gegen Liebe gäbe, was ich ganz ausserordentlich finde. Das Thema ist Liebe. Und nicht Sex.»

«Einen wichtigen Beitrag zur modernen, westlichen Antimission, das heisst zur weitverbreiteten westlichen Null-Erwartung und zum weitverbreiteten Unverstand für die Werte des christlichen Glaubens, verdanken wir dem (…) christlichen Fundamentalismus, auf den das Christentum (…) gut und gern verzichten könnte.»
Georg Schmid in Plädoyer für ein anderes Christentum, Kreuz-Verlag 1998

… Unter der Überschrift «Toleranz» weist der Vier-Sterne-General an, Lesben und Schwule zu achten. Die Verpflichtung zur Kameradschaft gebiete Toleranz gegenüber anderen, nicht strafbewehrten sexuellen Orientierungen. «Die eigenen Lebensentwürfe dürfen nicht zum Massstab für andere gemacht werden.»
Harald Kujat, Generalinspekteur der Deutschen Bundeswehr.


John J. McNeill

Danke für das Leben mit all seinem Schmerz, seinem Leid und seiner Tragik. Danke für meine Homosexualität mit all ihrer Entfremdung und allem Leiden, und doch auch mit all der Kraft zu spirituellem Wachsen, Reichtum und Segen.
aus: «Sie küssten sich und weinten»

Homosexuelle Ausrichtung ist nicht verbunden mit Sünde Krankheit. Sie ist eher eine Gabe Gottes, die angenommen und mit Dank gelebt sein soll. Die Menschen wählen nicht ihre sexuelle Ausrichtung. Sie erleben sie als etwas, das ihnen gegeben ist.

Wenn es keine Lesben und Schwule mehr gäbe, wäre die Entwicklung unserer Gesellschaft zu einer grösseren Menschlichkeit seriös gefährdet.

Jeder Mensch hat ein von Gott gegebenes Recht auf sexuelle Liebe und Intimität.
aus: «The church and the Homosexual»


Das Leben ist eine Chance

Das Leben ist eine Chance, nutze sie
Das Leben ist Schönheit, bewundere sie
Das Leben ist Seligkeit, geniesse sie
Das Leben ist ein Traum, mach daraus Wirklichkeit
Das Leben ist eine Herausforderung, stell dich ihr
Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie
Das Leben ist ein Spiel, spiele es.
Das Leben ist kostbar, geh sorgfältig damit um
Das Leben ist ein Reichtum, bewahre ihn
Das Leben ist Liebe, erfreue dich an ihr
Das Leben ist ein Rätsel, durchdringe es
Das Leben ist ein Versprechen, halt es
Das Leben ist Hymne, singe sie
das Leben ist ein Kampf, kämpfe ihn
Das Leben ist eine Tragödie, ringe mit ihr
Das Leben ist ein Abenteuer, wage es
Das Leben ist Glück, verdiene es
Das Leben ist Leben, verteidige es

Mutter Teresa


Bertrand Russel

Das ist der ganze Jammer:
Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.

Das Schlimmste an der christlichen Religion ist ihre krankhafte und unnatürliche Einstellung zur Sexualität

Religionen, wenn sie nicht von Zeit zu Zeit erneuert werden, altern wie Bäume. Das Christentum in der uns bekannten Form hat seine Zeit gehabt. Wir wollen eine neue Form, die in Übereinstimmung mit der Wissenschaft steht und dennoch für ein gutes Leben hilfreich ist.

Als Christus die Menschen lehrte, einander zu lieben, erregte er eine solche Empörung, dass die Menge schrie: «Kreuzige ihn!»

Von jeher sind die Christen eher der Masse gefolgt als dem Stifter ihrer Religion.
Bertrand Russel 1872-1970


Heiner Geissler

Es gibt Geld wie Heu, es ist bloss in den Händen der falschen Leute!

Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.

Wissen ist Macht. Unwissen ist Ohnmacht!

Von 100 Menschen sterben 100. Der Tod ist total demokratisch. Er packt den Josef Ackermann genauso wie den Arbeiter von der Müllabfuhr.

Heiner Geissler, Deutscher Politiker 1930 – 2017

Quelle: u.a. GuteZitate


Uta Ranke-Heinemann

«Aber er hatte schon immer die Aura eines Kardinals: hochintelligent bei Abwesenheit jeglicher Erotik.» Über Kardinal Ratzinger

«Beim Papst kommen die Frauen nur mit dem Staubsauger nach oben.»

«Die Kirche ist noch zu sehr eine Konserve von gestern und vorgestern. Ihre konservativen Führer merken nicht, dass das Verfallsdatum längst überschritten ist.»

Sie kritisieren immer wieder den Papst. Können Sie nicht auch etwas Positives über den Pontifex maximus sagen?
Er raucht nicht und erzählt keine schmutzigen Witze. Punkt. Aber das reicht nicht aus, um den grossen Schaden auszugleichen, den er sonst anrichtet.
Uta Ranke-Heinemann in einem Interview mit dem «Neuen Deutschland» 21.5.04 (Hinweis: Da war Johannes Paul II. gemeint)

Ein Esel stellt sich Gott als Esel vor. Der Papst stellt sich Gott als Mann vor.

Uta Ranke-Heinemann (1927–2021)
bei Wikiquote geklaut


Papst Johannes XXIII

Das 2. vatikanische Konzil beunruhigte viele gläubige Katholiken wegen der Reformen. Einer wandte sich direkt an den Papst und fragte: «Heiliger Vater, die Kirche besitzt doch den Schlüssel zum Himmelreich. Warum braucht es dann noch Reformen, wenn wir die geheiligten Traditionen haben?»
Johannes XXIII. lächelte freundlich: «Das ist ganz einfach: Die Protestanten haben nämlich inzwischen das Türschloss geändert.»


George Bernhard Shaw

Hass ist die Rache des Feiglings dafür, dass er eingeschüchtert ist.

The greatest problem in communication is the illusion that it has been accomplished.
Das grösste Problem in der Kommunikation ist die Illusion, sie hätte stattgefunden.

George Bernhard Shaw


Martin Niemöller

Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen;
Ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

Martin Niemöller


Marga Bührig

Je weniger wir dem ausweichen, was heute an uns herankommt,
desto eher werden wir auch in der Lage sein, das zu bestehen,
was in der Zukunft auf uns wartet.
Wer glaubt, dass dieses Leben jetzt und immer von Gottes Liebe umschlossen ist,
hat eine unversiegbare Quelle der Kraft.

Ich habe mein Leben lang Frauen ermutigt, sich selber zu sein.

Marga Bührig, 1915 – 2002


Eugen Drewermann

… Und natürlich bestärkt dies diejenigen, die schon immer die Kirche von vorgestern gewollt haben und sich nicht darüber im Klaren sind, dass die Bewegung in den letzten Jahrhunderten zu einem dramatischen Verlust der religiösen Interpretation von Wirklichkeit geführt hat. Im 16. Jahrhundert gehen die Protestanten raus, im 18. Jahrhundert, in den Tagen der Aufklärung, die Schichten der Gebildeten, im 19. Jahrhundert spaltet sich weitgehend durch den sozialen Druck die Arbeiterschaft ab, im 20. Jahrhundert bleibt die Frage der Frauenemanzipation vollkommen obsolet. Nimmt man all diese Gruppen aus der Kirche weg, bleiben anscheinend nur noch die Kirchenmäuse: verängstigte, verschüchterte Leute, die sich klammern an einen Fundamentalismus, der sich weigert, zwischen Denken und Glauben eine vernünftige Synthese zu setzen.
Eugen Drewermann in einem Interview in den «Nürnberger Nachrichten» vom 9.12.2003
gefunden bei linet-c


David Hume (1711–1776) war ein englischer Philosoph, von dem behauptet wurde, er glaube nicht an Gott. Gelegentlich traf er bei Bekannten mit einem Kirchenvorsteher zusammen. Doch war die Zusammenkunft jedes Mal nur von kurzer Dauer. Denn der Kirchenvorsteher verliess demonstrativ das Zimmer, sobald der angeblich ungläubige Philosoph hineinkam.

Eines Tages jedoch hielt David Hume den Vorsteher am Rockärmel fest und sagte: «Wohin so schnell, mein Freund? Wir sollten uns allmählich aneinander gewöhnen; denn wir werden noch lange Zeit beieinander sein müssen. Wir kommen nämlich beide an denselben Ort, an den Ort der Verdammnis, ich wegen Mangel an Glauben und du wegen Mangel an Liebe.»

In den Tiefen des Internets gefunden.


… Die Not der Kirche besteht darin, dass sie das, wovon und wofür sie lebt, Gottes Wort, nicht sagen, nicht hörbar und verständlich machen kann.

Nicht bloss deshalb, weil das Wort «Gott» kaum verstanden wird in unsern Tagen, und zwar infolge des Missbrauchs und des Schindluders, die mit dem Namen Gottes in erster Linie von den Kirchen selbst getrieben worden sind. Man hört darin vielleicht eine heuchlerische oder naive Welterklärungs- oder Beschwichtigungsformel. Wie sollen wir von «Gott» so reden, dass die Menschen nicht bloss religiösen Schnickschnack zu hören meinen, sondern merken, dass da von der Quelle und dem Ziel ihres Lebens die Rede ist, von dem, was Vertrauen ins Leben und Verantwortung für das Leben allererst möglich macht, von dem, was uns trägt im Leben und im Sterben?

Pfarrer Dr. Georg Vischer, damals Kirchenratspräsident, in seinem letzten Einleitungsvotum an die Synode am 16. Juni 2004


Apokalyptische Regenbogen-Einhörner?

«Und ich sah, dass der Bundestag das letzte Siegel auftat, und ich hörte eine Stimme sagen: Komm! Und ich sah ein pinkes Einhorn. Und der, der darauf sass, hatte eine Sense, und ihm wurde eine Fahne in den Farben des Regenbogens gegeben, und er kam, um die Familien der Erde zu zerschlagen.»

Hanno Terbuyken im Nachgang zur Bundestagsabstimmung «Ehe für alle» am 30. Juni 2017 auf Evangelisch.de.

Beim Lesen von einzelnen Kommentaren muss man ja fast glauben, gestern habe in Deutschland die Endzeit begonnen…


International Women’s Day

It is easier to live through someone else than to become complete yourself.
(Es ist leichter sich über jemand anderen zu identifizieren, als sich selbst zu verwirklichen.)
Betty Friedan (*1921) US-Frauenrechtlerin, Autorin und Gründungsmitglied von NOW (National Organisation for Women)


Desmond Tutu, anglikanischer Erzbischof, Südafrika:

Wir verachten sie und schliessen sie aus, weil wir gefangen sind in einer ausgesprochenen oder verschwiegenen Homophobie und Heterosexismus. Wir lehnen sie ab, behandeln sie als Unberührbare und schieben sie ausserhalb der Grenzen unserer kirchlichen Gemeinschaften, und so negieren wir die Konsequenzen von ihrer und von unserer Taufe. Wir lassen sie daran zweifeln, dass sie Kinder Gottes sind; diese Blasphemie ist kaum zu überbieten. Wir machen sie verantwortlich für etwas, von dem zunehmend klar ist, dass man daran nicht viel ändern kann. Jemand hat gesagt, wenn eine bestimmte sexuelle Orientierung wirklich eine Frage der persönlichen Wahl wäre, dann müssten schwule und lesbische Menschen die verrücktesten Typen sein, weil sie eine Lebensform wählen, welche sie so viel Feindschaft, Diskriminierung, Verlust und Leiden aussetzt. So etwas zu behaupten ist ähnlich, wie wenn man sagt, eine farbige Person wähle freiwillig ihre Hautfarbe oder ihre ethnische Zugehörigkeit, die ihn oder sie all dem Hass, Leiden und Nachteilen aussetzt, die es in einer rassistischen Gesellschaft gibt. So eine Person wäre absolut verrückt.


Der Gott, den ich anbete, ist nicht ein Gott der Finsternis; er hat mir den Verstand nicht gegeben, um mir den Gebrauch desselben zu untersagen. Von mir verlangen, meine Vernunft gefangen zu geben, heisst, ihren Schöpfer beleidigen.
Rousseau, Glaubensbekenntnis des savoyischen Vikars

aus Zitate und Aphorismen für Atheisten – über Kirche, Religion und Moral


Prominente über die Aktualität der Zehn Gebote
Wim Wenders, 56, Filmemacher


Ich habe nicht das geringste Problem mit den Zehn Geboten, im Gegenteil: Ich finde es über alle Massen erstaunlich, geradezu unfassbar, wie relevant und lebendig sie geblieben sind. Man darf sie nur nicht so bürokratisch und mechanisiert sehen, wie sie leider vor allem von den Pharisäern und Schriftgelehrten des Christentums dargestellt worden sind oder noch dargestellt werden.

Ich erinnere mich mit Unbehagen, wie ich als katholischer Bub den Katechismus auswendig lernen musste und damit auch die Zehn Gebote erst einmal ausgetrieben bekam. «Du sollst nicht …» stand da mit erhobenem Zeigefinger, und danach kam gleich das Kapitel mit den «Todsünden». Dieser erhobene Zeigefinger ist womöglich nie im biblischen Text enthalten gewesen.

Übersetzungen aus dem Althebräischen weisen darauf hin, dass man die Zeitform der Verben nicht nur im Sinne des «Du sollst nicht» verstehen muss, sondern dass man sie auch als Futurum verstehen kann, nämlich als «Du wirst nicht …» Und schon stehen diese Gebote in anderem Licht da. Im Klartext steht dann da nämlich: Wenn du mich als deinen Gott und Schöpfer begreifst, Mensch, dann wirst du mich ehren. Dann wirst du nicht lügen. Dann wirst du nicht töten …usf.

Easy. Und absolut einsichtig. Ein Mensch, der sich vor seinem Schöpfer verneigt und sich von ihm liebevoll be(ob)achtet weiss, braucht in der Tat keine Gebote, sondern erkennt, wie von selbst, die Folgen dieser Beziehung.
Aus «stern» Nr. 52 (19.12.2001)


Homosexuelle Beziehungen sind absolut gleichwertig mit heterosexuellen

Der Schwerpunkt hier liegt auf dem Begriff «gleichwertig». Homosexuelle und heterosexuelle Beziehungen sind nicht «gleichartig». Wie in einer Ehe Sexualität ein Aspekt der Beziehung ist, so ist dies auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften der Fall. Auch hier glücken Beziehungen erst unter dem Aspekt des gegenseitigen Wohles. Es geht in beiden Fällen um das Sich beistehen in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit. Eine konsequente Neubewertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist auch deshalb zu fordern, damit sich die sogenannte Szene im homosexuellen Milieu verändern kann, die sich nicht zuletzt aufgrund grosser Anonymität verantwortungslos verhält. Alle neueren Erkenntnisse in den Humanwissenschaften müssen wir innerkirchlich wirklich ernsthaft zur Kenntnis nehmen und daraus Konsequenzen ziehen.

Wenn Jugendliche spüren, dass sie homosexuell sein könnten, dann brauchen sie den Schutz des Vertrauens. Weder sie selbst noch die Eltern sollten sich der quälenden Frage aussetzen: Was habe ich, was haben wir falsch gemacht? Gefragt sind in einer solchen Entdeckungssituation Offenheit und Wohlwollen.

Gottes Varianten sind vielfältig. In den Schriften der Bibel finden wir zeitbezogene ablehnende Aussagen dazu, die sich vor dem Hintergrund unserer Erkenntnisse über den Menschen und seine Entwicklung relativieren und auflösen (vgl. etwa Röm 1,26 f.).

Albert Bauernfeindin «Liebet einander…»
Jugend-Kirche-Sexualität.