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Beiträge zum Thema Homosexualität

Ist Homosexualität Sünde?

Logo Linet-cNein, Homosexualität, auch gelebte Homosexualität, ist keine Sünde.

 

Zunächst muss der Begriff geklärt werden. In der Theologie unterscheidet man zwischen Sünden im Plural – die vielen kleinen Übertretungen der Gebote – und der Sünde im Singular. Sie wird als Zustand der Gottesferne definiert: Sünde als Entfremdung von Gott. Sünde als Verweigerung der Liebe. (Handbuch der christlichen Ethik III, S. 139, Herder 1993) Da in unserem Zusammenhang von der Sünde im Singular die Rede ist, lautet die Frage: Befindet sich ein homosexuell lebender Mensch im Zustand der Gottesferne? Ist Homosexualität Sünde? weiterlesen

Sodom

Macht, Homosexualität und Doppelmoral im Vatikan

Eine fesselnde Reportage aus dem Innersten des Vatikans: Der französische Journalist Frédéric Martel beschreibt, wie katholische Priester, Kardinäle und Bischöfe die rigide, homophobe Sexualmoral verteidigen. Obwohl die meisten von ihnen selbst homosexuell sind.
Warum diese Doppelmoral? Warum wird so hartnäckig geschwiegen, warum wird gegen Papst Franziskus intrigiert, den ersten Papst, der homophobe Positionen lockern will?
Dahinter steckt ein weltweiter Machtzirkel homosexueller Priester und Würdenträger, die sich selbst als die »Gemeinde« bezeichnen.
Sie verhindern jede Liberalisierung, um ihr Doppelleben zu schützen: Ob es um Kondome geht, um die gleichgeschlechtliche Ehe oder die wichtigste Bastion: das Zölibat. Auch das Schweigen über sexuellen Missbrauch ist Teil dieses Systems.
Ein Buch, mit dem Martel die Geschichte des Vatikans seit den 1970er Jahren neu schreibt. Er zeigt die Pontifikate von Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus in gänzlich anderem Licht. Grandios geschrieben, hautnah, spannend wie ein Roman über Macht und Intrigen im Vatikan.
»Sensationell!« Sunday Times

Sodom Book Cover Sodom
Frédéric Martel
Kritisches
S. Fischer Verlag
2019
Gebunden
672
978-3-10-397483-6
9783104911687 / B07R3WPGM4

Sexuelle Orientierung

in Psychotherapie und Beratung

Schwule, Lesben, Bisexuelle in Psychotherapie und Beratung – die wesentlichen Punkte für die Praxis

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wollen schwule, lesbische und bisexuelle Patientinnen weder pathologisieren noch diskriminieren, sondern vielmehr affirmativ arbeiten. Viele ziehen sich auf emphatisches Verstehen als Instrument der Psychotherapie zurück. Andere sehen eine Lösung darin, die sexuelle Orientierung möglichst nicht besonders zu beachten. Die Folge: Oft wird die sexuelle Orientierung nur oberflächlich benannt, aber ihre Bedeutung für den Klienten nicht erkannt. In einigen Fällen bleibt die sexuelle Orientierung völlig unausgesprochen und unerkannt.

Affirmative Therapie kann mehr als „Alles kein Problem mehr, ich behandle alle gleich!“

Lesben, Schwule, Bisexuelle durchlaufen als Minderheit in einer heteronormativen Mehrheitsgesellschaft eine spezifische sexuelle Identitätsentwicklung, bei der die Überwindung von Internalisierter Homonegativität die größte Hürde darstellt. Sie sind spezifischem Minderheitenstress und Risikodynamiken ausgesetzt, gegen die sie eigene Ressourcen mobilisieren und Communities schaffen. Praxisnah vermitteln Autorin und Autor Wissen um die Besonderheiten einer nicht-heterosexuellen Entwicklung schwuler, lesbischer und bisexueller Identitäten und Lebenswelten. Sie regen an, die eigene Haltung zur Vielfalt sexueller Orientierung und Identität zu reflektieren, und fördern Handlungskompetenzen. Sie schreiben für Psychologische Psychotherapeuten, psychotherapeutisch tätige Ärztinnen, Berater, Studierende, Psychotherapeutinnen in der Ausbildung und Supervisoren.

Eine gute lesbare Reise in nicht-heterosexuelle Lebenswelten von erfahrenen Fachleuten aus Beratung, Psychotherapie, Selbsterfahrung und Fortbildung
Sexuelle Orientierung Book Cover Sexuelle Orientierung
Margret Göth, Ralph Kohn
Homosexualität allgemein
Springer
2014
Taschenbuch
185
978-3-642-37307-7
9783642373084 / B00R3EHRNY

Coming Out to Truth

Aus dem Vorwort:

Ich muss euch etwas von mir erzählen. Es ist etwas, was euch (zuerst) nicht viel Freude machen wird. Ich bin lesbisch. Da ich weiss, dass dies ein Schock für manche von euch ist (es war ein Schock für mich!), möchte ich die ganze Situation in den folgenden Seiten erklären. Ich bin nicht von heute auf morgen zu der Erkenntnis gekommen, dass ich lesbisch bin. Es hat viele Wochen gedauert, Wochen von Kampf, aber auch Wochen von Freisetzung. Ich arbeite mich am besten durch Dinge, indem ich sie niederschreibe. Dies ist Teil meiner Niederschrift und ich hoffe, dass sie euch dieselbe Klarheit gibt, wie sie mir gegeben hat.

COTT – Anette Seiler – Mobi für Kindle (Amazon-Familie)

COTT – Anette Seiler – EPUB für die meisten E-Readers (Tolino, Sony, Kobo u.s.w.)

COTT – Anette Seiler – PDF

Coming Out to Truth Book Cover Coming Out to Truth
Anette Seiler
Coming Out
Eigenverlag
1998 / 2011
EBook

Eine Brücke bauen

Wie die katholische Kirche und schwule, lesbische, bisexuelle und trans* Menschen eine wertschätzende Beziehung finden.

Mit diesem mutigen Buch hat der amerikanische Jesuit und Bestseller-Autor in den USA eine heftige Debatte in Gang gesetzt: Viele schwule, lesbische, transgender Katholiken fühlen sich in ihrer Kirche nicht willkommen und ausgeschlossen. Für James Martin sind sie Mitglieder der Kirche wie alle anderen auch: »Für Jesus gibt es nicht die und wir«.

Anhand dreier zentraler Begriffe aus dem katholischen Weltkatechismus (Respekt, Mit-Fühlen und Empathie) entwirft er einen Weg, wie VertreterInnen der katholischen Kirche ihren schwulen, lesbischen und transgender Gläubigen begegnen können und umgekehrt: wie diese eine Beziehung zu ihrer Kirche aufbauen können. Für eine Kirche im Umbruch ein Buch zur rechten Zeit!

Eine Brücke bauen Book Cover Eine Brücke bauen
James Martin
Kirche
Patmos
2018
Hardcover
224
978-3-8436-1050-6

«Liebe ist»

fünfte Feier für gleichgeschlechtlich Liebende

Am Freitag, 1. Juni feierten gleichgeschlechtlich Liebende, ihre Freunde und Angehörige sowie weitere interessierte Menschen zusammen in der katholischen Kirche Suhr. Eine bewegende Stunde, während der die einen weinten und andere Freudensprünge vollführten.

Gefunden in „Horizonte“, Marie-Christine Andres Schürch, 3.6.18

Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber …

Die schrecklich nette Homophobie mitten in der Gesellschaft

Der Sound der neuen Homophobie klingt nicht böse, sondern nett. Schrecklich nett. Er greift Homosexuelle nicht offensiv an, aber unterstellt ihnen eine gemeinsame Agenda, die in Gestalt einer ominösen Homolobby Sonderrechte durchsetzen möchte.
Man hat ja nichts gegen Homosexuelle, aber …
Die neue Homophobie ist nicht das Problem dumpfer Stammtische. Sie schwelt hinüber zu den Orten des links-intellektuellen Milieus bis hin zu den Grünen. Sie findet sich im Feuilleton, am Theater, im politischen Kabarett. Im Prinzip ist die neue Homophobie natürlich die alte. Neu ist, dass es sich um eine Homosexuellenfeindlichkeit handelt, die auf ihrer Homosexuellenfreundlichkeit beharrt.
Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber … ist ein Buch für Heteros und Homos, eines das Brücken schlägt, aber auch konstruktiven Streit provoziert. Johannes Kram ist überzeugt: Wenn Heterosexuelle Homophobie nicht reflexhaft von sich weisen, sondern sich mit der strukturellen, gesellschaftlichen, aber auch mit der versteckten individuellen beschäftigen, könnten sie eine Menge über sich selbst und die Verfasstheit unserer Gesellschaft lernen.

Portrait

Johannes Kram ist Autor, Blogger und Marketingstratege. Sein Nollendorfblog („Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber“) erhielt 2016 eine Nominierung für den Grimme Online Award. Es ist eines der meistdiskutierten deutschen schwulen Blogs. Er ist Kolumnist beim medien- (und BILD-) kritischen BILDblog. Die „Charta der Vielfalt“ wählte ihn zum Themenbotschafter für den Bereich „Sexuelle Orientierung und Identität“. Sein medienkritisches Theaterstück „Seite Eins“ wurde bisher in sieben verschiedenen Inszenierungen produziert.

Eine weitere Rezension gibt es von Matthias Albrecht bei evangelisch.de.

Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber … Book Cover Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber …
Johannes Kram
Homosexualität allgemein
Querverlag
2018
Taschenbuch
160
978-3-89656-260-9
9783896566454 / B07B647V8B

„Nashville“ und „Denver“ im Vergleich

„Nashville“ geistert seit einer knappen Woche (Anfang September 2017) durch die (frommen Teile der) sozialen Medien: 150 Evangelikale haben dort eine in ihren Augen längst überfällige theologische Erklärung veröffentlicht: Gegen jegliche Sexualität jenseits der klassischen Ehe. Die Erklärung ist in eine Präambel und 14 Statements aufgeteilt, in denen jeweils eine Aussage bekräftigt und eine verneint wird. Konservative auf der ganzen Welt jubeln – auch in Deutschland.

Am nächsten Tag veröffentlichte die (nicht nur) durch ihre Tattoos bekannte Pastorin Nadia Bolz-Weber eine Antwort und taufte sie kurzerhand „Die Denver-Erklärung“ nach der Stadt, in der sie selbst wohnt. Sie antwortet Statement für Statement und entwirft ein ganz anderes Bild von christlichem Glauben: Frei, offen, leidenschaftlich, ohne Abgrenzung.

Mehr gibt es bei Rolf Krügers Auf’n‘ Kaffee