„Aber in der Bibel steht doch …“
Irgendwann hat jeder diese Argumente satt und beginnt zu suchen, was denn die Bibel wirklich sagt. Wir beginnen hier eine Reise durch das Internet zum Thema Bibel und Homosexualität.
Bibeltexte zur Homosexualität bei Wikipedia
„Homosexualität“ im Römerbrief – eine Hilfestellung
moehrenzahn.de, Weblog von Max Melzer
In der Bibel steht eindeutig…!!! Interessanter Artikel von Christian Leutenegger im ADAMIM-Rundbrief 2004/1
Diskussion über Homosexualität in der Bibel
In christlichen Foren fliegen bei diesem Thema oft die Fetzen. Hier ein Beitrag einer anonym bleibenden Theologin, der hilft, die Bälle etwas tiefer zu halten.
Was sagt die Bibel über Homosexualität?
Bei meinem Coming Out beschäftigte mich die Frage ob man gleichzeitig Christ und lesbisch sein kann. Ich habe mir sehr ausführlich eine Antwort gegeben. Von Anette Seiler
Aktuell als E-Book, bei uns gehostet.
Bibelstellen – anders gelesen
Die Schweizer Bischöfe untermauern ihr Nein zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare unter anderem mit Bibelstellen. Demgegenüber plädiert Silvia Schroer dafür, die Bibel besser zu lesen – und liefert eine schöpfungstheologische Begründung der Würde von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Renate Metzger-Breitenfellner im aufbruch 8/2002
Die schwule Frage – Die Bibel, die Christen und das Homosexuelle Vortrag von Prof. Dr. Siegfried Zimmer bei Worthaus. Dieser Vortrag hat einiges ausgelöst, daher gibt es auf der Homepage von Siegfried Zimmer eine Feedback-Seite.
Zur biblisch-christlichen Bewertung von Homosexualität, Heinz Angehrn – 17.01.2023 in religion.ch
Homosexualität und die Bibel
Von Prof. Walter Wink, New York City, USA
Streitfragen über Sexualität reissen unsere Kirchen heutzutage auseinander wie niemals zuvor. Der Streit um Homosexualität zerbricht ganze Kirchen, so wie es der Streit um die Sklaverei vor hundertfünfzig Jahren tat. Selbstverständlich wenden wir uns an die Bibel um Rat zu suchen und finden uns wieder im interpretativen Treibsand. Ist die Bibel überhaupt fähig, unserer Verwirrung abzuhelfen? (HuK)
Lesbisch, schwul und fromm (bei ADAMIM)
Wolf Bruske war zu dieser Zeit Pastor einer Baptistengemeinde in Friedrichshafen, er setzt sich in einem mutigen Schreiben für die gleichberechtigte Behandlung homosexueller Partnerschaften ein. Er glaubt, dass homosexuelle Partnerschaften nicht im Widerspruch zur Bibel stünden und widerspricht kühn den Aussagen der EAD und des Weißen Kreuzes, indem er für konsequente Gleichberechtigung jeglicher verantwortungsvollen Partnerschaften plädiert, völlig unabhängig davon, wie sehr oder wie wenig zeugungsfähig sie auch seien.
Bibel und Homosexualität
Das Thema Bibel und Homosexualität scheint mir innerhalb unser Projekts besonders wichtig. Es ist aber auch ein schwieriges Kapitel, da es über die Interpretation der Bibel keine einheitliche Meinung gibt. Ist jedes Wort der Bibel normierendes Gotteswort oder sind auch Aussagen der Bibel zeitgebunden, wie z.B. die Texte über Himmel und Erde (l. Mose 1,14-17; Hiob 38,6; Psalm 89,12). Wir wissen heute, dass die Erde eine Kugel ist und keine Scheibe, die auf Säulen ruht. Von Leo Volleth, Ismaning (HuK)
Schwule und Lesben
Referat zur Synode der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons Aargau Versöhnung – Homosexualität Homosexuelle in Kirche und Gesellschaft. Von Frank Lorenz
Ist Homosexualität unreligiös?
Viele Weltreligionen verurteilen Homosexualität nicht.
In der Jüdisch-Christlichen Tradition streiten sich viele Theologen und Bibelforscher über die sechs Passagen der Bibel, die dazu benutzt wurden, die Homosexualität zu verurteilen.
Sie sind sich einig darüber, dass Jesus nie etwas über Homosexualität gesagt hat. Allerdings verurteilen einige Bibel-Passagen bestimmte Arten sexuellen Verhaltens (Scheidung, vorehelicher Sex, Masturbation und Geburtenkontrolle).
Mit wachsendem Wissen haben Religionen auch oft ihren Horizont erweitert: Im 17. Jahrhundert beispielsweise wurde Galileo für seine Behauptung, die Erde sei nicht Mittelpunkt des Universums, von der Katholischen Kirche eingekerkert. Im 19. Jahrhundert wurde Charles Darwin verurteilt, weil er die «blasphemische» Theorie lehrte, der Mensch stamme vom Tier ab. Vor dem Bürgerkrieg verteidigten viele Kirchen die Sklaverei auf der Basis, sie sei von der Bibel befürwortet. Heute fördern viele Religionen die vollen bürgerlichen Rechte für Lesben und Schwule, unter ihnen das Nationale Konzil der Kirchen Christi, die Amerikanisch-Hebräische Kongregation und andere.
Quelle: 15 Fragen zur Homosexualität bei Gaystation.
Die Liebe bedarf des Schutzes
Besinnung zu Familie und Lebensformen in biblischer Sicht. Von Pfr. Dr. Jochen Vollmer, Balingen
Vielfalt der Lebensformen– gleichgeschlechtliche Liebe – Sexualität verantwortlich gestalten – ein Zwischenbericht
Entschliessung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen, Herbst 1996
Homosexualität und Religion
in WIKIPEDIA, der freien Enzyklopädie.
Jeden Satz der Bibel wörtlich nehmen – Fragen an Fundamentalisten
Dieser Text ging durch das gesamte Usenet, durch alle Mail-Listen. Die HuK Deutschland hat ihn zusammen mit dem englischen Original ins Web gestellt.
Homosexualität in der Heiligen Schrift – Nicht nur David und Jonathan
Bereits in den Tagen des Sefer Bereschit (Genesis, Erstes B.M.) und während der ganzen Epoche des TaNaKh (Heilige Schrift, hebräische Bibel) kommen Schwule, Lesben und sämtliche andere vor, die nicht mit dem Vermehrungsgebot zurechtkamen. Ariel Kahan gibt hier einen Überblick über sämtliche Fälle – seien sie nun auffälliger oder harmloser – und verleiht jedem Originaltext seine eigene, Queer-Theory Interpretation. (Link fehlt uns)
Wofür wir stehen wollen
Wie wir bei Mosaik mit dem Thema Homosexualität umgehen und warum (pdf). Gefunden bei Mosaik, Düsseldorf.
What The Bible Says About Homosexuality
Of the negative or critical e-mails I receive from critics of this magazine and its mission, I’d estimate 90% of them advise me to read my Bible. Specifically, I am urged to read at least one or all of the six passages we as GLBT Christians know as the «clobber passages». These are verses, we’re told, where God condemns homosexuality in no uncertain terms.
As I inform those letter writers, I have read my Bible, and I’ve paid close attention to those «clobber passages». So have many Bible scholars. We all agree that nowhere in the Bible are same-sex committed and loving relationships condemned. It’s just not there. Instead, the Bible holds much joy, comfort and love for GLBT Christians willing to wade into its pages and hear the loving voice of God.
In this section of Whosoever we explore the 6 «clobber passages» and several other verses used as «prooftexts» of homosexuality’s condemnation.
Candace Chellew-Hodge in «Whosoever»
Die berüchtigte Stelle im Römerbrief
Homostelle in Römerbrief – hier in gerechter Sprache (BigS) aus der Sammlung von linet-c
Röm 1,18 -32
18. Es ist offenbar, dass Gott vom Himmel her zornig Partei ergreift gegen jegliche Missachtung dessen, was göttlich ist, gegen jedes Unrecht von Menschen, die durch ihr ungerechtes Handeln die Wahrheit zurückhalten. 19. Denn das, was von Gott erkannt werden kann, ist für sie sichtbar. Gott selbst hat es ihnen vor Augen gestellt: 20. Seit der Schöpfung der Welt ist für die Sehenden die unsichtbare Gegenwart Gottes im Geschaffenen sichtbar, die immerwährende Kraft und Göttlichkeit. Sie haben keine Entschuldigung. 21. Denn obwohl sie Gott erkannt haben, haben sie Gott nicht als Gott anerkannt oder gedankt, sondern sind durch ihr fehlgeleitetes Denken auf Abwege geraten. Ihr uneinsichtiges Herz wurde dunkel. 22. Indem sie sich damit brüsteten, weise zu sein, erwiesen sie ihre Dummheit. 23. Sie vertauschten die alles umfassende Gegenwart des unvergänglichen Gottes mit einem Standbild, das die Gestalt eines korrupten Menschen hatte oder gar die von Vögeln, vierfüssigen oder kriechenden Tieren. 24. Deshalb überliess Gott sie der Gier ihrer uneinsichtigen Herzen, die sich auf das richtete, was ihre Heiligkeit verletzt. Die Folge ist, dass sie bei dem, was sie einander antun, ihren Körpern nicht die Achtung zukommen lassen, die ihnen zusteht. 25. Sie verwandelten die göttliche Wahrheit in eine Täuschung und verehrten das Geschöpf anstelle des Schöpfers – gepriesen sei sie in Ewigkeit, Amen.
26. Deswegen überliess Gott sie Leidenschaften, die ihnen die Ehre nahmen. Die Frauen unter ihnen tauschten ihre natürliche passive Rolle im Geschlechtsverkehr gegen eine widernatürliche ein. 27. Gleichsam gaben auch Männer ihre natürliche Rolle auf, Frauen für den Geschlechtsverkehr zu benutzen, und richteten ihre Lust aufeinander. Männer setzten damit die gesellschaftliche Stellung anderer Männer herab und hatten die Konsequenzen für ihre Verwirrung am eigenen Leib zu tragen.
(Korrespondierende Gesprächstexte: Lev 18, 22; 1 Kor 11,3-14; Röm 1 6-12; 1 Kor 6, 13 – 20; 7,7-.34; Gal 3,28)
28. Und ebenso überliess Gott diejenigen, für die es keinen Wert hatte, sich in ihrer Lebensgestaltung an Gott zu orientieren, ihrem verirrten Denken, das sie dazu führte, ungerechte Handlungen zu begehen: 29. Was sie erfüllt, sind Ungerechtigkeiten aller Art, bösartiges Verhalten, Habsucht und Schlechtigkeit. Sie sind voll Missgunst, Mord, Streit, Heimtücke und Verschlagenheit. Sie sind Intriganten, 30. Denunziantinnen, gottverhasste Gewalttäter, dreiste Lügnerinnen, voll krimineller Energie. Sie missachten die Eltern, 31. sind unverständig und grausam, sie führen ein Leben ohne tätige Nächstenliebe. 32. Sie erkennen zwar die gerechte Ordnung Gottes, nach der diejenigen, die so handeln, sich auf die Seite des Todes stellen. Aber sie richten sich in ihrem Tun nicht nach ihr, sondern schenken auch noch anderen Beifall, die ebenso handeln.
Die obenstehende Übersetzung basiert auf Forschungen von Bernadette J. Brooten (vgl.: Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus. Die weibliche Homoerotik bei Paulus, in: Hättest du gedacht, dass wir so viele sind? Lesbische Frauen in der Kirche, Monika Barz u. a. (Hg.), Stuttgart 1987, 113 -138.). Das den Äusserungen des Paulus zugrundeliegende Verständnis von Homosexualität muss aus heutiger Sicht kritisiert werden. Gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaften zerstören nicht die Schöpfungsordnung. Das paulinische Denken basiert darauf, dass Frauen die passive und Männern die aktive Rolle (im Geschlechtsverkehr) zugeschrieben wird. Auch heutige heterosexuelle Beziehungen basieren auf anderen Vorstellungen des Geschlechterverhältnisses. Die paulinische Argumentation kann des halb weder für die theologische Legitimation der heterosexuellen Ehe herangezogen werden, noch für eine Bewertung heutiger, auf Gleichberechtigung angelegter gleichgeschlechtlicher PartnerInnenschaften. Es gehört zur heutigen theologischen Verantwortung von ChristInnen, deutlich zu sagen, dass Röm 1,26f nicht das Wort Gottes ist.
Flyer der lesbisch-kirchlichen Netzwerke vermutlich um 2000
Was sagt die Bibel zu Homosexualität?
Wie können wir die Aussagen in der Bibel zu Homosexualität heute verstehen? Wie müssen wir damit umgehen? Gefunden bei linet-c.
Vorbemerkung:
Wenn wir heute an biblische Texte Fragen stellen, um Orientierung für unser Verhalten zu bekommen, oder wenn wir biblische Texte lesen, um den Willen Gottes zu erfahren, so können wir:
1 . die Texte versuchen wortwörtlich zu lesen, quasi als Gebrauchsanweisung, oder
2 . wir können zunächst fragen, worum es in dem biblischen Text geht, welche Absicht mit diesem Text verfolgt wird, welche Fragen zu der Zeit, als der Text verfasst wurde, aktuell waren, und dann weiter fragen, was das für uns heute bedeutet, und wie sich Gott uns in diesem Text offenbaren möchte.
Die erste Variante bietet vermeintlich mehr Sicherheit, läuft jedoch Gefahr, nur das wörtlich zu nehmen, was man gerade braucht. Denn oft wird übersehen, dass viele Gebote heute ganz selbstverständlich nicht mehr gehalten werden, wie z.B. das Verbot, gemischt-faserige Stoffe zu tragen (Lev 19 , 19), das Verbot der Männer, den Bart zu stutzen (Lev 19 , 27b), oder das Gebot, Tiere zu opfern.
Die zweite Möglichkeit bedient sich der Erkenntnisse der modernen Bibelwissenschaften. Dies schafft die Möglichkeit, biblische Texte vor dem Hintergrund zu lesen, dem sie ihre Entstehung verdanken. (Hinweis für KatholikInnen: Dies ist die Herangehensweise, die auch ausdrücklich im Zweiten Vatikanischen Konzil befürwortet wird.) „Du sollst nicht bei einem Mann liegen, wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.“(Lev 18,22)
Warum aber wird nach wie vor Homosexualität verdammt? Offenbar spielen andere als biblische Gründe eine gewichtige Rolle. Könnte es denn nicht sein, dass ganz persönliche Vorstellungen eine Rolle spielen, Unsicherheiten über die eigene Sexualität, Angst vor dem Unbekannten, Vorurteile?
„Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften…“ (Röm 1,26-27)
Dieser Text wird am häufigsten zitiert, wenn es darum geht, Homosexualität zu verurteilen. Er ist zugleich der einzige, in dem auch weibliche Homosexualität erwähnt ist.
Entscheidend sind hier die drastischen Aussagen, die Paulus bringt, um vor den Folgen eines Götzenkultes zu warnen. Er verwendet hierfür Beispiele, wie er sie aus der Praxis der griechischen Tempelkultur kannte, und von denen er wusste, dass sie bei den Römern vehement verachtet wurden. Auch die anderen Beispiele für sündiges Verhalten stammen sämtlich aus den hellenistischen Fremdkulturen, die bei den Römern auf Abscheu stiessen. Daher sind auch lange Haare und das Beten ohne Schleier bei einer Frau für ihn unnatürlich (vgl. 1 Kor 11, 14 ).
Paulus gebraucht also Begriffe und Beispiele aus seiner Zeit und seiner Kultur. Insofern geht es auch nicht primär um die Verdammung von Homosexualität, sondern um die Gefahr der Verehrung und Anbetung falscher Götzen. Ausserdem haben Homosexualität, wie sie damals als Tempelkult praktiziert wurde und das heutige Verständnis von Homosexualität nichts miteinander gemein.