Archiv der Kategorie: Nachrichten

Neues aus aller Welt

In der Regenbogenfamilie zu Hause

Erste Namensfeier für Trans*, inter* und non binäre Menschen

Erstmals im deutschsprachigen europäischen Raum fand in der Offenen Kirche Elisabethen in Basel eine Namensfeier für Trans*, inter* und non binäre Menschen statt. Sie erhielten einen Segen für ihre neue Identität, die in ihrem neuen Namen sichtbar wird.

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Für alle Liebenden: Regenbogen-Gottesdienste

Ein Gottesdienst für alle Liebenden, gleich welcher Konstellation die Paare sind. Die “lesbische und schwule basiskirche” (LSBK) feiert seit 30 Jahren in der “offenen Kirche Elisabethen” (OKE) ihre Gottesdienste.

Seit diesem Jahr unterstützt die OKE, die im Juli dieses Jahres das Swiss-LGBT Label als erste kirchliche Institution erhalten hat, die Gottesdienste noch stärker. Zusammen wollen die OKE und die LSBK die Kirche und ihre Spiritualität als «Regenbogenkirche» in der Öffentlichkeit positionieren. Sobald im zweiten Halbjahr 2022 die Möglichkeit zur Heirat juristisch besteht, wird die Regenbogen-Kirche natürlich auch die kirchliche Trauung anbieten. Bis dahin feiern wir noch einige Regenbogen-Gottesdienste, wie zum Beispiel am 9. Januar um 17 Uhr mit Jermain Sprosse am Piano, dem «Regenbogen-Pfarrer» Frank Lorenz und Rebecca Burkhardt für die Liturgie.

Kirchenbote Kanton Basel-Stadt / 30.12.2021

Die Harvey-Milk-Ikone in der Offenen Kirche Elisabethen

Harvey Milk, ein Heiliger der LGBT-Bewegung

Die Ikone in der OKEIkone des US-Amerikanischen Künstlers Robert Lentz OFM

Harvey Milk war der erste offen gleichgeschlechtlich Liebende, der in den USA in ein hohes öffentliches Amt gewählt wurde. Er war kein Berufspolitiker, kandidierte aber für den Stadtrat in San Francisco, weil er der Meinung war, dass gewöhnliche Menschen dort von monetären Interessen beiseite geschoben wurden. «Es braucht kein Geld, um einen Menschen als Individuum zu respektieren», sagte er. «Menschen sind wichtiger als Worte.» Als Stadtrat kämpfte er in diesem Sinn konsequent für die Rechte all derer, die keine Stimme hatten. Zu diesen Menschen gehörten Niedriglohn-ArbeiterInnen, Veteranen, Alte, rassische Minderheiten und die LGBT-Community.

Am Tag seiner Wahl nahm Harvey auf Band auf, was sich rückblickend als sein Testament herausstellen sollte. Er ahnte, dass er wohl gewaltsam sterben würde. Für den Fall, dass dies zuträfe, schrieb er: «Sollte ich eine Kugel in den Kopf bekommen, möge diese Kugel all jene Türen zerstören, hinter denen sich Homosexuelle verstecken müssen». Und die letzten Worte dieser Botschaft waren: «Wir müssen allen Hoffnung geben».

Am Nachmittag des 27. November 1978, nach kaum 5 Monaten im Amt, wurde er tatsächlich ermordet: Von einem anderen Stadtrat, der über Harveys Engagement dermassen wütend war, dass er ihn und den Bürgermeister aus nächster Nähe mit fünf Kugeln tötete. In dieser Nacht hielten 40 Tausend Menschen, Männer und Frauen, Alte und Junge, LGBT und sonst Liebende, eine Vigil, eine Nachtwache bei Kerzenlicht, vor dem Rathaus.

Auf dieser Ikone hält Harvey selbst eine Kerze und wacht damit für die Unterdrückten der Welt. Er trägt das «rosa Dreieck», mit dem Homosexuelle in den Nazi-KZs gekennzeichnet wurden. In den Todeslagern wurden geschätzte 15 bis 20 Tausend schwule Männer, neben Juden, Sinti und Roma, sog. «Bibelforscher», «Asoziale» und «Kriminelle» ermordet. Behinderte und «Lebensunwerte» wurden in Heimen und Einrichtungen «euthanasiert», mit Giftspritzen.

Harvey wird vom US-Amerikanischen Franziskaner Robert Lentz in der traditionellen byzantinischen Anmutung mit dem Nimbus oder Lichtkranz hinter dem Kopf dargestellt; Symbol dafür, dass seine Abbildung zur Kontemplation einer anderen Wirklichkeit lädt: Milk steht für all jene, die aus Angst und Hass aufgrund einer schlicht menschlichen Sexualität gefoltert oder getötet werden oder in ihren Herkunftsländern mit Verfolgung, Inhaftierung oder gar der Todesstrafe rechnen müssen. Mehrere Millionen Menschen sind dies weltweit, und ihre Zahl wächst von Jahr zu Jahr, da einige Länder ihre ehemals liberale Gesetzgebung wieder «zurückdrehen». So hören wir aus der Ikone des Heiligen «Harvey Milk von San Francisco» Jesus sprechen: «Was ihr für einen der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan». Mit der Kerze werden wir zu Jesu’ Wachsamkeit geladen: «Wachet und betet!».

Diese Ikone wurde im Regenbogen-Gottesdienst vom 17. Oktober 2021 feierlich nach orthodoxem Ritus geweiht. Auf der Website von “Trinity Stores” ist dieses Motiv in verschiedenen Ausführungen zu sehen und käuflich zu erwerben.
In der Kirche sind Postkarten zu CHF 2.50 erhältlich.

Terminliste

Wir sammeln alle Veranstaltungshinweise aus dem Bereich Queerness und Religion. Wer beitragen will, sende uns ein Mail.

9. Oktober 2022 15.00  Bruder Klaus in Biel
“Geht! Zeigt euch!” Offene queere Feier zum Coming-Out-Day
Mit dem Arbeitskreis Regenbogenpastoral des Bistums Basel.
Mitwirkende: Peter Bernd (Pfarrer), Susanne Andrea Birke (AK Regenbogenpastoral), Rebecca Burkhardt (AK Regenbogenpastoral), Barbara Kückelmann (AK Regenbogenpastoral), Elisha Schneider (Predigt)
Anschließend Apéro.
Musik: Laurent Cornu
Flyer (pdf)

16. Oktober, 17.00 Uhr
OKE: Regenbogen-Gottesdienst

18. Dezember 17.00 Uhr
OKE: Regenbogen-Gottesdienst mit Amtseinführung von Anne Burgmer

 

Gottesdienste und Veranstaltungen in der Region Zürich

Zeichen und Wunder

Kurzbericht der Tagung des Europäischen Forums Christlicher LGBT-Gruppen (EF) 26.-30. Juni 2019.

Am Mittwoch, 26. Juni sollten die Vorkonferenzen beginnen. Am Donnerstag zuvor kam ein E-Mail: Die Örtlichkeiten in London ständen nicht zur Verfügung, die Konferenz fände in Canterbury statt. Wie viel Zusatzarbeit und guter Wille von vielen Menschen notwendig ist, um eine Konferenz mit 140 Teilnehmenden kurzfristig zu zügeln, lässt sich von aussen höchstens erahnen. Die Tagung war perfekt improvisiert, mit vielen Durchsagen und manchmal ungewöhnlicher Zeitplanung. Zeichen und Wunder weiterlesen

Vernehmlassung: Änderung des Zivilgesetzbuches (ZGB)

Antwort der LSBK vom 24. September 2018 auf die Vernehmlassung des EJPD vom 23. Mai 2018

Antwort auf die Vernehmlassungseinladung
Änderung des Zivilgesetzbuches (ZGB): Änderung des Geschlechts im Personenstandsregister

Sehr geehrte Damen und Herren

Wir danken Ihnen für die Einladung zur Vernehmlassung und senden Ihnen hiermit unsere Antwort:

Wir stützen in jeder Form die Vorlage zur Änderung des Zivilstandsgesetzes, wie sie vorgelegt wurde. Wir stützen weiterhin die Ausführungen unserer Partnerorganisation TGNS und weisen insbesondere auf folgende Aspekte hin:

  • Trans Menschen, die nicht das Schweizer Bürgerrecht haben, aber hier ihren festen Wohnsitz, können auch beim jeweils zuständigen Amt ihres Wohnkantons die (Vor-)Namensänderung beantragen.
  • Die Personenstandsänderung ändert nichts an der rechtlichen Beziehung zu bereits geborenen Kindern. Das heisst, nur weil eine Person trans ist, darf nicht beispielsweise ein Besuchsrecht eingeschränkt oder die elterliche Sorge entzogen werden. Verheiratete trans Männer, deren Ehefrau ein Kind zur Welt bringen oder die als Ehepaar ein Kind adoptieren, werden automatisch Vater.
  • Es ist die freie Entscheidung jedes Menschen, ob er Hormone oder Operationen möchte, der Staat darf ihn nicht dazu zwingen. Das Recht auf körperliche Integrität, auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper, ist ein Menschenrecht, das auch trans Menschen zusteht.
  • Grundsätzlich müssen die Kosten für die medizinische Angleichung der primären und der sekundären Geschlechtsmerkmale aber von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen werden, wenn die Angleichung in der Schweiz gemacht wird. Wie alle ärztlichen Leistungen müssen auch Angleichungsmassnahmen gemäss Krankenversicherungs-Gesetz für die Einzelperson als wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich eingestuft werden.
  • Trans Menschen unter 18 Jahren dürfen auch so leben, wie es ihrer Geschlechtsidentität entspricht. Wenn du dich als Mädchen fühlst, darfst du zum Beispiel Röcke tragen, Schmuck, dich mit deinem Mädchennamen nennen lassen, etc. Fühlst du dich als Knabe, dann darfst du zum Beispiel einen männlichen Namen brauchen, die Herrentoilette benutzen, etc. Wenn du dich weder als Mädchen noch als Junge fühlst, dann darfst du dich natürlich auch so kleiden, nennen lassen, etc., wie es dir entspricht. Junge trans Menschen dürfen nicht von der Schule verwiesen werden, nur weil sie trans sind.
  • Trans gilt als anerkannter Grund für die Gewährung von Asyl. In der Arbeitswelt dürfen Menschen nicht aufgrund ihres Trans-Seins diskriminiert werden. Nicht zulässig sind Kündigungen, Lohnkürzungen oder die Versetzung in eine schlechtere Position, nur weil eine Person trans ist. Ein Verbot, entsprechend der eigenen Geschlechtsidentität am Arbeitsplatz zu erscheinen, ist nur in Ausnahmefällen zulässig.
  • Trans Menschen dürfen nicht aufgrund ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert, das heisst, ohne sachliche Rechtfertigung schlechter behandelt werden
  • Trans Menschen, die nicht Schweizer Bürger_in sind, aber hier ihren festen Wohnsitz haben, können auch am Gericht ihres Wohnorts die Änderungen beantragen.

Zum Bilde Gottes geschaffen

Transsexualität in der Kirche

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat im März 2018 als erste Deutsche Landeskirche eine Handreichung zum Thema Transsexualität in der Kirche herausgegeben. Die zehnköpfige Fachgruppe Gendergerechtigkeit hat die Handreichung verfasst. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Kommentar von Dr. Kerstin Söderblom bei Evangelisch.de

Den Text gibt es bei der EKHN als pdf.

Halloween…

Obwohl Halloween in Basel allenfalls Grund für schön gruselige Parties ist, wird in manchen Kreisen immer noch heftig diskutiert.

Im Smalltalk von Jesus.de fand ich folgenden Titel: “Schwerter zu Pflugscharen, Kürbisse zu Suppe” und den Satz dazu:

“Hab meinen Anteil schon im September dazu beigetragen und einen Kürbis in Form einer Kürbissuppe vernichtet. So kann zumindest dieser Kürbis nicht mehr für das pöse Halloween missbraucht werden.”
(PeterPaletti)

Schön wäre es, wenn Diskussionen über den Glauben nicht so verbiestert daherkämen…