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Neues aus aller Welt

Zeichen und Wunder

Kurzbericht der Tagung des Europäischen Forums Christlicher LGBT-Gruppen (EF) 26.-30. Juni 2019.

Am Mittwoch, 26. Juni sollten die Vorkonferenzen beginnen. Am Donnerstag zuvor kam ein E-Mail: Die Örtlichkeiten in London ständen nicht zur Verfügung, die Konferenz fände in Canterbury statt. Wie viel Zusatzarbeit und guter Wille von vielen Menschen notwendig ist, um eine Konferenz mit 140 Teilnehmenden kurzfristig zu zügeln, lässt sich von aussen höchstens erahnen. Die Tagung war perfekt improvisiert, mit vielen Durchsagen und manchmal ungewöhnlicher Zeitplanung.

Ein Dankgebet, dass überhaupt eine Alternative gefunden wurde, und ein grosses Dankeschön an die Universität Kent und an das Vorbereitungsteam: Andy, Lukas, Alan, Jakub, Godfrey, Philip, Susan und vor allem Jayne und Jonathan!

Vorkonferenzen

Ich nahm an der Frauen-Vorkonferenz teil, in der wir uns ernsthaft, kreativ und bunt mit queerer Bibellektüre, mit unseren Talenten und Hoffnungen, und mit unserer Geschichte und wie sie bewahrt werden kann beschäftigten.

Was in der Männer-Vorkonferenz geschah, blieb mir verborgen. Die Trans-Vorkonferenz war so gut besucht wie noch nie. Unterdessen führt das EF das «T» zu Recht im Namen. Am «B» hingegen müssen wir noch arbeiten.

Hauptkonferenz

Ein Feuerwerk kann auch aus Worten bestehen, das bewies Ruth Hunt, die abtretende CEO der Stonewall Foundation. Ihre Rede – oder soll ich es eine Predigt nennen? – war inspirierend, aufrüttelnd, unbequem und beflügelnd, und in alle dem von einem tiefen Glauben durchdrungen.

In dem reichen Strauss an Workshops war die Wahl schwierig. Themen rund um queere Theologie und Seelsorge kamen ebenso vor wie die Bedeutung von Spiritualität im politischen Aktivismus, Glaube und Vielfalt in Schulen, oder die Erhebung von Daten rund um Glaube und LGBT. In diversen Workshops kam auch die zukünftige Arbeit des EF zur Sprache, darunter auch die Arbeit im Hinblick auf die Versammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, die 2021 in Karlsruhe stattfinden wird.

Der Samstag war als öffentliche Konferenz zum Thema Glaube und Vielfalt geplant. In Canterbury kamen verständlicherweise deutlich weniger Gäste, als das in London der Fall gewesen wäre. Die Anwesenden waren von den drei Vorträgen begeistert: Tina Beardsley sprach zu Trans-Faith; Carol Shepherd machte deutlich, wie oft das B von LG(B)T gerade in Glaubenskontexten vergessen geht, und Jayne Ozanne sprach über ihr Engagement in evangelikalen Kreisen und das Verbot von «Konversionstherapien».

Delegiertenversammlung (AGM)

Vieles war offen: Co-Präsident Wielie Elhorst trat zurück, und bis zum AGM fanden sich keine Kandidat_innen, der Posten blieb vakant. Gewählt wurden Carol Shepherd als Aktuarin, und Tatiana Lekhatkova (bisher) als Koordinatorin Osteuropa. Die Amtsperiode von Co-Präsidentin Elaine Sommers, Matijs Mihelmanis (Finanzen) und Quentin Dezetter (Kommunikation) gehen erst kommendes Jahr zu Ende. Die Vakanz ist um so belastender, da auch andere Schlüsselpersonen wegfallen. Die bisherigen Zuwendungen verschiedener Geldgeber laufen aus, und im Moment ist unklar, ob neue Beträge gesprochen werden. Die befristeten Verträge mit all jenen, die für das EF arbeiten, wurden daher nicht verlängert.

Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder: noch vor dem Ende der Tagung konnte mit Arno Steen Andreasen aus Dänemark jemand gefunden werden, der bereit ist, das Co-Präsidium interimistisch zu übernehmen. Er tritt sein Amt an mit den warmen Empfehlungen jener, die ihn kennen.

Ein Antrag, dass alle Mitgliedsgruppen, die Konferenzteams und der Vorstand sich dafür einsetzen, mehr Leute unter 35 an die Konferenzen zu bringen, war unbestritten. Ebenfalls mit überwältigendem Mehr angenommen wurde ein Antrag des Vorstands, die Mitgliederbeiträge anzupassen. Die Staffelung je nach Gruppengrösse wird verfeinert, und die Beiträge werden gewichtet nach dem Median-Einkommen des Landes, in dem die Gruppe aktiv ist.

Wir durften zwei neue Mitgliedsgruppen willkommen heissen: Ichthys aus Sevilla, und Chrismhom (sic!) aus Madrid.

Gottesdienste

Die Morgengebete fanden in der Kapelle der Universität statt. War es Zufall, dass alle, die durch ein Morgengebet führten, in der Schweiz wohnen?

Am Freitag empfing der Dekan der Kathedrale von Canterbury eine Delegation des EF, und wir alle waren eingeladen, am gut besuchten Abendgebet (Evensong) teilzunehmen, bei dem wir namentlich begrüsst wurden.

Am Samstag durften wir in der methodistischen Kirche St. Peter unseren ökumenischen Gottesdienst feiern, wo wir sogar mit einem auf die Strasse gemalten Regenbogen begrüsst wurden. Es ist immer wieder berührend, mit der ganzen «Familie» Gottesdienst zu feiern.

Der Abschluss am Sonntag beschränkte sich aus Zeitgründen auf eine Andacht und einen Segen, der uns hoffentlich begleitet, bis wir uns nächstes Jahr wiedersehen.

Irène

Umfrage zu LGBTIQ* Individuen in der Schweiz

Wir (Tabea Hässler und Léïla Eisner) – Sozialpsychologen der Universitäten Zürich und Lausanne – führen eine Studie zu LGBTIQ* Personen in der Schweiz durch. Unser Ziel ist es, besser zu verstehen wie LGBTIQ* Personen ihre sexuelle Orientierung und/oder Geschlechtsidentität erleben und wie sehr sie sich in der Schweizer Gesellschaft integriert fühlen. Darüber hinaus versuchen wir zu verstehen, wann LGBTIQ* Personen sich Gehör verschaffen und sich für ihre Rechte einsetzen (z.B. Ehe für alle, Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität).

Zusätzlich werden wir einen Bericht anfertigen, um die Hauptergebnisse der Studie mit LGBTIQ* Organisationen und unseren Teilnehmenden zu teilen. Ebenfalls möchten wir LGBTIQ* Organisationen aktuelle Informationen (per Newsletter und/oder Präsentationen) zur Verfügung stellen.

Wir suchen aktuell Teilnehmende für unseren Online-Fragebogen. Um Schweizer LGBTIQ* Personen präzise darzustellen, benötigen wir so viele Teilnehmende wie möglich. Daher möchten wir Sie bitten, uns zu helfen in dem Sie die Studie über Ihren Newsletter, Ihre Facebook-Page und oder durch ein Banner auf Ihrer Website bewerben. Unter allen Teilnehmenden verlosen wir einen Gutschein im Wert von CHF 200.- und vier Gutscheine im Wert von 40 CHF. Die Länge der Umfrage beträgt ca. 15-20 Minuten.

Die Umfrage findet Ihr unter: https://ww2.unipark.de/uc/LGBT_rights/?a

Traktanden der Jahresversammlung 2019

Am Sonntag 17. Februar 2019 nach dem Gottesdienst
von 18.00 Uhr in der Kapelle der OKE

  1. Begrüssung, Wahl der StimmenzählerInnen
  2. Genehmigung des Protokolls der Jahresversammlung 2018
  3. Jahresbericht 2018
  4. Jahresrechnung 2018 und Revisorenbericht
  5. Wahlen
    Der Vorstand wird für eine Amtsdauer von zwei Jahren gewählt. Im Jahre 2019 finden daher keine Vorstandswahlen statt.
    Danielle verlässt uns im Januar in Richtung Norddeutschland, deshalb muss sie das Präsidium niederlegen.
    Urs will 2020 nach seiner Pensionierung kürzertreten und sein Amt abgeben.
    Wir suchen deshalb wieder eine dritte und vierte Person in den Vorstand. Nach Statuten müssen dem Vorstand 3 Personen angehören. Aktuell sind Danielle, Friederike, Frank und Urs im Vorstand.
  6. Festsetzen des Jahresbeitrages für 2019
    Der Vorstand schlägt vor, die Beiträge bei Fr. 60.- für Verdienende und Fr. 30.- für Nichtverdienende, Studierende, Auszubildende, Rentner zu belassen.
  7. Gottesdienste
    – Rückmeldungen und Wünsche betreffend unsere Gottesdienste
    – Wer hilft bei der Vorbereitung? Wer übernimmt einen Gottesdienst?
  8. Jahresausblick
    Für das 2019 sind 6 Gottesdienste geplant.
    Es ist immer möglich, auch weitere Aktionen ins Leben zu rufen in Absprache mit dem Vorstand. Zum Beispiel eine Lesung, eine Aktion zum kirchlichen Frauenstreik am 15./16. Juni 2019, eine Austauschgruppe – Die LSBK ist so lebendig, wie ihre Angehörigen
  9. Anträge
    Anträge an die Jahresversammlung müssen bis zum 1. Februar 2019 schriftlich  eingereicht werden. Adresse siehe Impressum.
  10. Diverses

Es dürfen alle an der Jahresversammlung teilnehmen, stimmberechtigt sind allerdings nur die Vereinsangehörigen.

 

Vernehmlassung: Änderung des Zivilgesetzbuches (ZGB)

Antwort der LSBK vom 24. September 2018 auf die Vernehmlassung des EJPD vom 23. Mai 2018

Antwort auf die Vernehmlassungseinladung
Änderung des Zivilgesetzbuches (ZGB): Änderung des Geschlechts im Personenstandsregister

Sehr geehrte Damen und Herren

Wir danken Ihnen für die Einladung zur Vernehmlassung und senden Ihnen hiermit unsere Antwort:

Wir stützen in jeder Form die Vorlage zur Änderung des Zivilstandsgesetzes, wie sie vorgelegt wurde. Wir stützen weiterhin die Ausführungen unserer Partnerorganisation TGNS und weisen insbesondere auf folgende Aspekte hin:

  • Trans Menschen, die nicht das Schweizer Bürgerrecht haben, aber hier ihren festen Wohnsitz, können auch beim jeweils zuständigen Amt ihres Wohnkantons die (Vor-)Namensänderung beantragen.
  • Die Personenstandsänderung ändert nichts an der rechtlichen Beziehung zu bereits geborenen Kindern. Das heisst, nur weil eine Person trans ist, darf nicht beispielsweise ein Besuchsrecht eingeschränkt oder die elterliche Sorge entzogen werden. Verheiratete trans Männer, deren Ehefrau ein Kind zur Welt bringen oder die als Ehepaar ein Kind adoptieren, werden automatisch Vater.
  • Es ist die freie Entscheidung jedes Menschen, ob er Hormone oder Operationen möchte, der Staat darf ihn nicht dazu zwingen. Das Recht auf körperliche Integrität, auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper, ist ein Menschenrecht, das auch trans Menschen zusteht.
  • Grundsätzlich müssen die Kosten für die medizinische Angleichung der primären und der sekundären Geschlechtsmerkmale aber von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen werden, wenn die Angleichung in der Schweiz gemacht wird. Wie alle ärztlichen Leistungen müssen auch Angleichungsmassnahmen gemäss Krankenversicherungs-Gesetz für die Einzelperson als wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich eingestuft werden.
  • Trans Menschen unter 18 Jahren dürfen auch so leben, wie es ihrer Geschlechtsidentität entspricht. Wenn du dich als Mädchen fühlst, darfst du zum Beispiel Röcke tragen, Schmuck, dich mit deinem Mädchennamen nennen lassen, etc. Fühlst du dich als Knabe, dann darfst du zum Beispiel einen männlichen Namen brauchen, die Herrentoilette benutzen, etc. Wenn du dich weder als Mädchen noch als Junge fühlst, dann darfst du dich natürlich auch so kleiden, nennen lassen, etc., wie es dir entspricht. Junge trans Menschen dürfen nicht von der Schule verwiesen werden, nur weil sie trans sind.
  • Trans gilt als anerkannter Grund für die Gewährung von Asyl. In der Arbeitswelt dürfen Menschen nicht aufgrund ihres Trans-Seins diskriminiert werden. Nicht zulässig sind Kündigungen, Lohnkürzungen oder die Versetzung in eine schlechtere Position, nur weil eine Person trans ist. Ein Verbot, entsprechend der eigenen Geschlechtsidentität am Arbeitsplatz zu erscheinen, ist nur in Ausnahmefällen zulässig.
  • Trans Menschen dürfen nicht aufgrund ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert, das heisst, ohne sachliche Rechtfertigung schlechter behandelt werden
  • Trans Menschen, die nicht Schweizer Bürger_in sind, aber hier ihren festen Wohnsitz haben, können auch am Gericht ihres Wohnorts die Änderungen beantragen.

«Liebe ist»

fünfte Feier für gleichgeschlechtlich Liebende

Am Freitag, 1. Juni feierten gleichgeschlechtlich Liebende, ihre Freunde und Angehörige sowie weitere interessierte Menschen zusammen in der katholischen Kirche Suhr. Eine bewegende Stunde, während der die einen weinten und andere Freudensprünge vollführten.

Gefunden in „Horizonte“, Marie-Christine Andres Schürch, 3.6.18

Zum Bilde Gottes geschaffen

Transsexualität in der Kirche

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat im März 2018 als erste Deutsche Landeskirche eine Handreichung zum Thema Transsexualität in der Kirche herausgegeben. Die zehnköpfige Fachgruppe Gendergerechtigkeit hat die Handreichung verfasst. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Kommentar von Dr. Kerstin Söderblom bei Evangelisch.de

Den Text gibt es bei der EKHN als pdf.