Schlagwort-Archive: Gesellschaft

Zum Thema Homo-, Bi-, Transsexualität und Gesellschaft

Heiraten!

Was alle wissen müssen

Titelblatt

Jedes Jahr geben sich in der Schweiz rund 80 000 Menschen das Jawort – seit dem 1. Juli 2022 dürfen dies auch gleichgeschlechtliche Paare.
Was alle Paare, egal welchen Geschlechts, vorkehren können, damit ihre Ehe Bestand hat, zeigt dieses Dossier. Viele Fragen drehen sich um die Finanzen: Welcher Güterstand ist der richtige, wer haftet für welche Schulden, wer zahlt wie viel an die Lebenskosten?

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Abstimmung über die “Ehe für alle”

Das Resultat

Am 26. September 2021 stimmte die Schweiz über das Referendum gegen die “Ehe für alle* ab. Das Resultat: 64,1% Ja bei einer Stimmbeteiligung von 52.6% (Basel-Stadt 73.96% und 58.67% Beteiligung). Kein Kanton hatte eine Nein-Mehrheit erreicht.

Am 1. Juli 2022 trat das Gesetz in Kraft. Neben vielen Feiern tat auch die Schweizer Post mit einer Sonderbriefmarke mit:Briefmarken

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Schweizer Eherecht

“Ehe für alle”

Mit der Abstimmung vom 26. September 2021 wurde das Zivilgesetzbuch geändert: Die Ehe steht ab 1. Juli 2022 gleichgeschlechtlichen Paaren offen.

Mit dem neuen Eherecht gibt es keine Unterschiede zwischen gleich- und gemischtgeschlechtlichen Ehen mehr.

Das Partnerschaftsgesetz wurde geändert: Neue Partnerschaften können nicht mehr eingegangen werden. Bestehende Partnerschaften bleiben bestehen oder können in Ehen umgewandelt werden. Paare, deren im Ausland geschlossene Ehe in der Schweiz bisher nur als eingetragene Partnerschaft anerkannt worden ist, brauchen keinen “Upgrade”, da ihre Ehe jetzt anerkannt wird. Bitte erkundigt euch beim Zivilstandesamt.

Rechtliches, Merkblätter

Das eidgenössische Amt für Zivilstandswesen EAZW hat eine Sammlung “häufiger Fragen” (auch FAQ genannt) bereitgestellt. Hier interessieren Punkt 1. Eheschliessung und die “Ehe für alle” und ihre Auswirkungen und 2. Eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare.

Merkblatt über die Eheschliessung in der Schweiz Nr. 150.1 des Bundesamtes für Justiz.

Merkblätter des Amtes für Zivilstandswesens.


Hinweis zum Partnerschaftsgesetz

Am 1. Januar 2007 trat das Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare (PartG) in Kraft. Den damaligen Gesetzestext findet ihr im Portal der Schweizer Regierung unter Bundesrecht. Die Bundesverwaltung hat mit Stand vom 1. Januar 2007 ein Infoblatt über die eingetragene Partnerschaft veröffentlicht. Das damalige Gesetz war einerseits ein Fortschritt, war aber auch in queeren Kreisen nicht unumstritten (extra Rechtsinstitut, unfreiwilliges Outing).
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Queer mit Gott

Bibel und Glaube unter dem Regenbogen

Titelseite

„Queer mit Gott“ spannt einen bunten Regenbogen über queere Menschen in Bibel und Kirche. Mit biblischen Auslegungen, Einblicken in die Gegenwart queeren Lebens und einfühlsamen Gebeten bringt Klaus-Peter Lüdke die LGBTQIA+Gemeinde im Lichte der unvoreingenommenen Annahme Gottes zum Leuchten.
Die Bibel erzählt unbefangen und ohne Vorbehalte von Menschen, deren Geschlechtsidentität von ihrem Körper abweicht, die Liebe zum gleichen Geschlecht empfinden oder sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen können. Auch Gottes Geschlechtszuschreibungen in der Bibel haben eine Bandbreite von männlich bis weiblich, um allen Menschen vorbehaltlos liebend zu begegnen.
Queere Menschen sind als gleichberechtigte Ebenbilder Gottes nicht aus seiner Schöpfungsordnung gefallen, sondern sie sind Teil seiner vielfältigen und kreativen Schöpfung. Die Kultur ihrer Ausgrenzung auch aus der Kirche ist nicht gottgegeben. Es ist höchste Zeit, sie mit Gottes Hilfe zu überwinden.


Titel: Queer mit Gott
Bibel und Glaube unter dem Regenbogen  
Autor_In: Klaus-Peter Lüdke
Genre: Queer und Glaube
Verlag: Manuela Kinzel Verlag, 2021
Format: Softcover, 136 Seiten
ISBN: 978-3-95544-169-2

Zum Autor: Klaus-Peter Lüdke ist Diplom-Theologe, Autor und Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Er ist Vater eines transidenten Kindes, ehrenamtlicher Elternberater und Vorstand im Trans-Kinder-Netz e.V.

Wahre Helden

Nicht kaputt, nur angeknackst

Wahre Helden: Nicht kaputt, nur angeknackst

Als Svea mitten im Abitur die Schule wechseln und zu ihrer grossen Schwester in eine Wohngemeinschaft ziehen muss, ist sie zunächst wenig begeistert. Doch schnell stellt sie fest, dass ihr neues Leben gar nicht so schrecklich wie befürchtet ist. Jona, einer ihrer neuen Mitbewohner, hat Riesenpotenzial, ein bester Freund zu werden, und Nik, der sich auf der Strasse durchschlägt, sorgt ebenfalls für reichlich Chaos an Sveas Gefühlsfront. Aber sowohl Jona als auch Nik haben Geheimnisse, die die Freundschaft der drei auf eine harte Probe stellen …

Mit Sarkasmus und (Galgen-)Humor, Freundschaft und Liebe versuchen Svea, Jona und Nik gemeinsam ihren Platz im Leben zu finden und erkennen, dass Erwachsenwerden nicht von alleine passiert, Akzeptanz ein Geschenk ist, Vertrauen dagegen manchmal harte Arbeit, und dass Familie nicht nur aus Blutsverwandtschaft besteht.    


Titel: Wahre Helden
Nicht kaputt, nur angeknackst
Autor_In: Nadine Erdmann
Genre: Junge Leute
Verlag: Angelwing Verlag 2018
Format: Paperback 295 Seiten
ISBN: 978-3-96261-057-9
EAN/ASIN E-Book: 9783962610586 / B07GTPVMQZ

Nicht mehr schweigen

Der lange Weg queerer Christinnen und Christen zu einem authentischen Leben

nicht mehr schweigen

Sie haben lange ein Doppelleben geführt. Aus Angst, abgelehnt und ausgegrenzt zu werden. Nach aussen haben sie sich angepasst. Aber in ihrem Inneren tobte ein Kampf: Zwischen Angst und Sehnsucht, zwischen christlicher Norm und ihren wahren Gefühlen. Nun brechen 25 von ihnen ihr Schweigen und sprechen über ihre Homosexualität und/oder Transidentität.
Es sind die Geschichten von Timo, Karen, Roland, Paul, Matthias, Valeria, Michael, Danilo, Birgit, Rainer, Susanne, Micha, Melanie, Micha, Anke, Benjamin, Annette & Melina, Elena, Thomas & Janina, Markus, Rachel, Peter, Karin, Timo und Thea. Sie alle erzählen von der existenziellen Suche nach Identität. Von Konflikten mit ihren Kirchen und Gemeinden. Vom Glauben, den sie trotz leidvollen Erfahrungen nicht aufgegeben haben. Ihre Geschichten sind der bewegende Beleg dafür, dass Gottes Liebe kein Aber kennt.
Mehr Informationen zum Buch unter www.nicht-mehr-schweigen.de.


Titel: Nicht mehr schweigen
Der lange Weg queerer Christinnen und Christen zu einem authentischen Leben
Autor_In: Timo Platte (Hrsg.)
Genre: Kirche
Verlag: Pro Business 2019
Format: Klappenbroschur 288 Seiten
ISBN: 978-3-96409-075-1
EAN/ASIN E-Book: 9783964098115 / B07MM2BWGV

Tigerstreifenhimmel

Tigerstreifenhimmel

»Okay, es ist wie bei Schrödingers Katze. Es ist möglich und nicht möglich, dass es da jemanden gibt, den ich dummerweise nicht mehr vergessen kann.«

Das sagt Rike zu ihrem besten Freund, nachdem sie dessen Schwester Camila kennengelernt hat. Seitdem geht sie ihr nicht mehr aus dem Kopf. Camila ist überall – in ihren Gedanken, ihren Träumen und irgendwann steht sie sogar unerwartet einfach vor ihr. Von einer Peinlichkeit stürzen sie in die nächste, bis sie sich schliesslich darauf einigen, einfach nur miteinander ins Bett zu gehen. Wochen vergehen und was eigentlich nur eine kleine Ablenkung sein sollte, wird zu etlichen gestohlenen Stunden. Schon bald gelingt es ihnen nicht mehr, ihre Gefühle füreinander zu verbergen – Doch keine von ihnen ist sich sicher, wo das hinführen soll.   


Titel: Tigerstreifenhimmel
Autor_In: Ronja Delahaye
Genre: Junge Leute
Verlag: Books on Demand 2018
Format: Taschenbuch 376 Seiten
ISBN: 978-3-7528-5264-6
EAN/ASIN E-Book: B07DFPZXLV

Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber …

Die schrecklich nette Homophobie mitten in der Gesellschaft

Titelbild

Der Sound der neuen Homophobie klingt nicht böse, sondern nett. Schrecklich nett. Er greift Homosexuelle nicht offensiv an, aber unterstellt ihnen eine gemeinsame Agenda, die in Gestalt einer ominösen Homolobby Sonderrechte durchsetzen möchte.
Man hat ja nichts gegen Homosexuelle, aber …
Die neue Homophobie ist nicht das Problem dumpfer Stammtische. Sie schwelt hinüber zu den Orten des links-intellektuellen Milieus bis hin zu den Grünen. Sie findet sich im Feuilleton, am Theater, im politischen Kabarett. Im Prinzip ist die neue Homophobie natürlich die alte. Neu ist, dass es sich um eine Homosexuellenfeindlichkeit handelt, die auf ihrer Homosexuellenfreundlichkeit beharrt.
Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber … ist ein Buch für Heteros und Homos, eines das Brücken schlägt, aber auch konstruktiven Streit provoziert. Johannes Kram ist überzeugt: Wenn Heterosexuelle Homophobie nicht reflexhaft von sich weisen, sondern sich mit der strukturellen, gesellschaftlichen, aber auch mit der versteckten individuellen beschäftigen, könnten sie eine Menge über sich selbst und die Verfasstheit unserer Gesellschaft lernen.

Portrait

Johannes Kram ist Autor, Blogger und Marketingstratege. Sein Nollendorfblog („Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber“) erhielt 2016 eine Nominierung für den Grimme Online Award. Es ist eines der meistdiskutierten deutschen schwulen Blogs. Er ist Kolumnist beim medien- (und BILD-) kritischen BILDblog. Die „Charta der Vielfalt“ wählte ihn zum Themenbotschafter für den Bereich „Sexuelle Orientierung und Identität“. Sein medienkritisches Theaterstück „Seite Eins“ wurde bisher in sieben verschiedenen Inszenierungen produziert.

Eine weitere Rezension gibt es von Matthias Albrecht bei evangelisch.de.


Titel: Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber …
Die schrecklich nette Homophobie mitten in der Gesellschaft
Autor_In: Johannes Kram
Genre: Homosexualität allgemein
Verlag: Querverlag 2018
Format: Taschenbuch 160 Seiten
ISBN: 978-3-89656-260-9
EAN/ASIN E-Book: 9783896566454 / B07B647V8B

Erfahrung von der EF Jahresversammlung in Danzig

Was ich persönlich mitgenommen habe von der Jahresversammlung des European Forum of Christian LGBT Groups in Danzig, 24.-28. Mai 2017.

Die Gewissheit, dass es unendlich befreiend ist, wenn ich mich selbst bejahe, weil ich mich von Gott bejaht fühlen darf. Und dass mir dies nicht nur Mut gibt und Widerstandskraft, sondern auch viel Freude und Fröhlichkeit und Offenheit.

Ich kann mich nicht beklagen, bis jetzt wurde ich weitgehend verschont mit krassen Erfahrungen, sowohl im persönlichen als auch im Arbeitsumfeld. Aber oft spüre ich dieses leise Unbehagen – oder andererseits eine bemüht forsche Offenheit – im Umgang mit mir.

Man gewöhnt sich ja daran im Laufe der Zeit, es fällt einem kaum noch auf.

Dafür fällt es einem umso mehr auf, wenn da plötzlich andere Menschen einem völlig unbefangen begegnen. Und man das Gefühl hat, uneingeschränkt akzeptiert zu werden. Und es ist befreiend und beglückend, von Christen nicht diesen abgedroschenen und ziemlich schizophrenen Satz zu hören:

„Gott liebt die Sünder, aber er hasst die Sünde“

sondern  stattdessen: „Alle sind willkommen – The gay, the straight the bi, the trans are all included in God‘s plans …“ Und dies nicht nur gesagt und gesungen, sondern sichtbar und fühlbar und völlig selbstverständlich gelebt.

Dass diese Selbstverständlichkeit oft erkämpft, ertrotzt und vor allem, dass um sie gelitten wurde – und dass weiterhin um sie gekämpft und gelitten werden muss, vor allem in Osteuropa, das wurde in vielen Beiträgen deutlich. Der Mut und das Durchhaltevermögen, das Menschen aus ihrem tiefen Glauben schöpfen, die immer wieder Anfeindungen und Verleumdungen, Benachteiligung und Bedrohung erleben müssen hat mich zutiefst bewegt.

Und lässt mich nachdenken über die Stärke und Belastbarkeit meines eigenen Glaubens.

Und darüber, was es denn praktisch bedeuten kann, solidarisch zu sein mit unseren Brüdern und Schwestern in Polen, in Ungarn, in Russland …

„Forwards in solidarity“ war das Motto des Treffens in Danzig.

Wie wirkt sich diese Solidarität ganz real in meinem Leben aus?

F. E. Adams im Juni 2017

Ist eine sexuelle Orientierung “heilbar”?

Auszug aus Prof. Dr. Udo Rauchfleischs Stellungnahme zur Broschüre von Wüstenstrom:

… Die uns heute vorliegenden humanwissenschaftlichen Forschungsergebnisse lassen erkennen, dass die sexuellen Orientierungen homosexueller wie heterosexueller
Art einerseits auf genetische Dispositionen beruhen und andererseits, von diesen Dispositionen ausgehend, sehr früh im Leben eine in ihrer Grundstruktur nicht veränderbare Ausformung erfahren. Gewiss sind im Verlauf des weiteren Lebens Änderungen des sexuellen Verhaltens möglich, vor allem wenn, wie in evangelikal – fundamentalistischen Kreisen, die Bezugsgruppe eines Menschen einen starken Druck auf ihn ausübt. Das Resultat solcher Beeinflussung von aussen ist aber höchstens eine Änderung des Sexualverhaltens, d.h. in diesem Fall der Wechsel von gleichgeschlechtlichen zu gegengeschlechtlichen Partnerinnen und Partnern.

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