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Über (Lesben/Schwulen)Politik und politisches Umfeld

Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein

Als vor acht Jahren Ulli Lusts autobiographischer Comic „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“ erschien, wurde er als Meisterwerk gefeiert und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. In ihrem sensationellen neuen Comic erzählt sie die heftige Geschichte einer ménage à trois, einer utopischen Liebe, die in Besitzanspruch und Gewalt umschlägt, eine Geschichte der sexuellen Obsession, der Geschlechterkonflikte und der Selbstbefreiung – ihre Geschichte.

Ungeschützt, sinnlich, kraftvoll erzählt sie in diesem autobiographischen Comic, wie sie als junge, lebensgierige Anarchistin im Wien der neunziger Jahre eine Zukunft als Künstlerin aufzubauen versucht – und von ihrer Liebe zu zwei Männern: dem zwanzig Jahre älteren „perfekten Gefährten“ Georg, Schauspieler, und dem „perfekten Liebhaber“, dem nigerianischen Lebemann Kimata. Dessen fehlende Aufenthaltsgenehmigung legt, trotz Ullis Bedenken, eine einzige Lösung nahe: Es muss geheiratet werden. Zugleich führt Kimatas Eifersucht immer öfter zu Gewaltausbrüchen, die zunehmend ihr Leben bedrohen …

Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein Book Cover Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein
Ulli Lust
Comics
Suhrkamp Verlag
2017
Gebunden
367
978-3-518-46813-5
9783518741849 / B0756JMGT4

Vernehmlassung: Änderung des Zivilgesetzbuches (ZGB)

Antwort der LSBK vom 24. September 2018 auf die Vernehmlassung des EJPD vom 23. Mai 2018

Antwort auf die Vernehmlassungseinladung
Änderung des Zivilgesetzbuches (ZGB): Änderung des Geschlechts im Personenstandsregister

Sehr geehrte Damen und Herren

Wir danken Ihnen für die Einladung zur Vernehmlassung und senden Ihnen hiermit unsere Antwort:

Wir stützen in jeder Form die Vorlage zur Änderung des Zivilstandsgesetzes, wie sie vorgelegt wurde. Wir stützen weiterhin die Ausführungen unserer Partnerorganisation TGNS und weisen insbesondere auf folgende Aspekte hin:

  • Trans Menschen, die nicht das Schweizer Bürgerrecht haben, aber hier ihren festen Wohnsitz, können auch beim jeweils zuständigen Amt ihres Wohnkantons die (Vor-)Namensänderung beantragen.
  • Die Personenstandsänderung ändert nichts an der rechtlichen Beziehung zu bereits geborenen Kindern. Das heisst, nur weil eine Person trans ist, darf nicht beispielsweise ein Besuchsrecht eingeschränkt oder die elterliche Sorge entzogen werden. Verheiratete trans Männer, deren Ehefrau ein Kind zur Welt bringen oder die als Ehepaar ein Kind adoptieren, werden automatisch Vater.
  • Es ist die freie Entscheidung jedes Menschen, ob er Hormone oder Operationen möchte, der Staat darf ihn nicht dazu zwingen. Das Recht auf körperliche Integrität, auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper, ist ein Menschenrecht, das auch trans Menschen zusteht.
  • Grundsätzlich müssen die Kosten für die medizinische Angleichung der primären und der sekundären Geschlechtsmerkmale aber von der Grundversicherung der Krankenkasse übernommen werden, wenn die Angleichung in der Schweiz gemacht wird. Wie alle ärztlichen Leistungen müssen auch Angleichungsmassnahmen gemäss Krankenversicherungs-Gesetz für die Einzelperson als wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich eingestuft werden.
  • Trans Menschen unter 18 Jahren dürfen auch so leben, wie es ihrer Geschlechtsidentität entspricht. Wenn du dich als Mädchen fühlst, darfst du zum Beispiel Röcke tragen, Schmuck, dich mit deinem Mädchennamen nennen lassen, etc. Fühlst du dich als Knabe, dann darfst du zum Beispiel einen männlichen Namen brauchen, die Herrentoilette benutzen, etc. Wenn du dich weder als Mädchen noch als Junge fühlst, dann darfst du dich natürlich auch so kleiden, nennen lassen, etc., wie es dir entspricht. Junge trans Menschen dürfen nicht von der Schule verwiesen werden, nur weil sie trans sind.
  • Trans gilt als anerkannter Grund für die Gewährung von Asyl. In der Arbeitswelt dürfen Menschen nicht aufgrund ihres Trans-Seins diskriminiert werden. Nicht zulässig sind Kündigungen, Lohnkürzungen oder die Versetzung in eine schlechtere Position, nur weil eine Person trans ist. Ein Verbot, entsprechend der eigenen Geschlechtsidentität am Arbeitsplatz zu erscheinen, ist nur in Ausnahmefällen zulässig.
  • Trans Menschen dürfen nicht aufgrund ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert, das heisst, ohne sachliche Rechtfertigung schlechter behandelt werden
  • Trans Menschen, die nicht Schweizer Bürger_in sind, aber hier ihren festen Wohnsitz haben, können auch am Gericht ihres Wohnorts die Änderungen beantragen.

Feministisch streiten

Texte zu Vernunft und Leidenschaft unter Frauen

Feministisch streiten versammelt Thesen und Utopien eines Feminismus, der sich zwischen Vernunft und Leidenschaft bewegt: Das bedeutet einerseits eine vernünftige Gesellschaftskritik im Sinne der Aufklärung, andererseits leidenschaftliche Identitätspolitik.
Ein materialistischer, politisch handlungsfähiger Feminismus darf nicht einen der beiden Pole aus den Augen verlieren, sondern muss sich, im Bewusstsein der Widersprüche, zwischen ihnen bewegen. Er muss dazu ermutigen, für die eigenen politischen Interessen auf die Strasse zu gehen, und zugleich das kapitalistische Patriarchat als alles übergreifende Gesellschaftsform kritisieren.
Dabei wird bewusst aus der Perspektive von Frauen argumentiert. In seiner inneren Spannung zwischen Identitätspolitik und Gesellschaftskritik funktioniert Feminismus am besten als solidarische und streitlustige Auseinandersetzung von Frauen, die sich als Frauen aufeinander beziehen. Der politische Kampfbegriff Frau muss in seiner Sprengkraft und Widersprüchlichkeit neu diskutiert werden.
Diese 27 Beiträge tragen zu einer neuen Streitkultur bei.

Feministisch streiten Book Cover Feministisch streiten
Kreischreihe
Koschka Linkerhand (Hrsg.)
Politik
Querverlag
2018
Taschenbuch
336
978-3-89656-263-0

Selbsthass & Emanzipation

Das Andere in der heterosexuellen Normalität

Nicht nur Heterosexuelle betonen möglichst häufig, wie tolerant und liberal die Gesellschaft doch mittlerweile geworden sei – gerade in Bezug auf Schwule, Lesben und Transmenschen. Auch diesen ist die Normalität ein grosses Anliegen, zu der es zu gehören scheint, dass alles, so wie es ist, in bester Ordnung sei.
Die Feindseligkeit aber ist immer noch vorhanden. Am deutlichsten spürbar im Coming-out, das auch heute für die meisten ein Problem darstellt. So weit kann es also nicht her sein mit der Normalität der Anderen.
Anderssein wird abgewertet, was sich nicht zuletzt auf die Anderen und ihren Umgang mit sich selbst auswirkt. In diesem Sammelband beschäftigen sich 17 Autoren*innen mit dieser Ablehnung und dem selbstbewussten Beharren auf dem Anderssein, anstatt eines Zurechtbiegens nach heterosexuellen Massstäben.

Selbsthass & Emanzipation Book Cover Selbsthass & Emanzipation
Kreischreihe
Patsy l’Amour laLove (Hrsg.)
Politik
Querverlag
2016
Taschenbuch
264
978-3-89656-246-3

Beissreflexe

Kritik an queerem Aktivismus, autoritären Sehnsüchten, Sprechverboten

Queer steht für eine selbstbewusst perverse Entgegnung zum heterosexuellen Wahnsinn und der Feindseligkeit gegen das Anderssein. Queerer Aktivismus wurde in Zeiten von AIDS als Selbstbehauptung verstanden: Die Perversen und Unangepassten – Schwule, Lesben und Transmenschen – kümmerten sich umeinander und kämpften gemeinsam. Die Queer Theory der 1990er Jahre griff ihre Kritik mit emanzipatorischer Zielsetzung wissenschaftlich auf.
Queer hat in den vergangenen Jahren eine bedeutsame Veränderung erfahren. Queerer Aktivismus operiert häufig mit Konzepten wie „Critical Whiteness“, „Homonormativität“ und „kulturelle Aneignung“. Ein Kampfbegriff lautet „Privilegien“ und wittert hinter jedem gesellschaftlichen Fortschritt den Verrat emanzipatorischer Ideale. Oft erweckt dieser Aktivismus den Anschein einer dogmatischen Polit-Sekte. Das Ziel ist nicht selten die Zerstörung des sozialen Lebens der Angegriffenen.
In dem Sammelband Beissreflexe widmen sich mehr als 20 Autor_innen dieser Form von queerem Aktivismus und ihren theoretischen Hintergründen aus einer Perspektive, die an die teilweise vergessene oder abgewehrte selbstbewusste Entgegnung von Queer anschliesst.

Beissreflexe (Beißreflexe) Book Cover Beissreflexe (Beißreflexe)
Kreischreihe
Patsy l’Amour laLove (Hrsg.)
Politik
Querverlag
2017
Taschenbuch
978-3-89656-253-1
9783896566447 / B07661K6V3

Freiheit ist keine Metapher

Antisemitismus, Migration, Rassismus, Religionskritik

Die Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen hat einmal bemerkt, dass vermutlich jede Bewegung irgendwann ihre eigene Karikatur hervorbringt. Der Genderfeminismus, der Antirassismus und der Queerfeminismus sind ebendies: Karikaturen geschlechter-, migrations- und sexualpolitischer Emanzipationsregungen.
Der Sammelband nimmt diesen pessimistischen Befund zum Ausgangspunkt, um über den Verrat an der Mündigkeit nachzudenken, der sich in den letzten zehn Jahren besonders in den vorgenannten Bereichen kenntlich gemacht hat. Am Beispiel von Antisemitismus, Migration, Rassismus und Religionskritik zeigen rund dreissig Beiträge, wie fatal die Konsequenzen einer Haltung sind, die nur noch in Kollektiven zu denken vermag, die dann entweder als Gruppenidentität eingefordert oder aber ressentimentbeladen bekämpft wird; der als politische Organisationsformen nur noch „Koalitionen“ und „Verbündete“ einfallen und die zudem längst vergessen hat, dass Kritik ein Mittel dazu ist, um schlechte Verhältnisse nicht hinzunehmen.

Freiheit ist keine Metapher Book Cover Freiheit ist keine Metapher
Kreischreihe
Vojin Saša Vukadinović (Hg.)
Politik
Querverlag
2018
400
978-3-89656-269-2

Feed: Aufbruch

Der aufbruch ist eine unabhängige Zeitschrift für Religion und Gesellschaft. Er interessiert sich für das, was an den Rändern der Konfessionen und Religionen aufbricht.

  • Klimawandel? Zu teuer!
    von Franz Osswald am 13. Dezember 2018 um 9:03

    Hitzig war nicht nur dieser Sommer, sondern so ging es diese Tage auch im Nationalrat zu und her, während an der Klimakonferenz  in Polen nur von Hoffnungen gesprochen wird. […]

  • Energie bei Frau Sonne tanken
    von Heinrich Frei am 6. Dezember 2018 um 9:08

    Energiesparen? Nein Danke! Das überlassen wir den Linken und Grünen, den Gutmenschen […]

  • Ohne diese Welt
    von stephanie.weiss@aufbruch.ch (Stephanie Weiss) am 29. November 2018 um 8:41

    Am 13. Dezember kommt der Dokumentarfilm «Ohne diese Welt» in die Kinos. Regisseurin Nora Fingscheidt gewährt einen bildgewaltigen Einblick in das abgeschottete Leben einer Mennoniten –Gemeinschaft in Argentinien, die sich dem Fortschritt verweigert und ein strenges Leben nach der Bibel führt&nbs […]

  • Die zerfetzte Glaubwürdigkeit wieder herstellen
    von Xavier Pfister am 22. November 2018 um 9:11

    Die Kirche droht an einer unbewältigten Sexualität zu zerbrechen. Unzählige Male hat die Kirchenleitung bei diesem Thema versagt. Das zeigt der jüngste verantwortungslose Vergleich der Abtreibung mit einem Auftragsmord. Nun bittet eine Gruppe von Französinnen und Franzosen den Papst, ein Konzil einzuberufen […]

  • Sexualität zwischen Sünde und siebtem Himmel
    von Esther Gisler Fischer am 15. November 2018 um 9:21

    Unter dem Titel „Sexualität zwischen Sünde und siebtem Himmel - Perspektiven einer evangelischen Sexualethik“ stellte die SEK-Frauenkonferenz am 23. Okt. in Bern Fragen nach dem Proprium einer evangelischen Sexualethik und wie eine Kultur gefördert werden kann, die Grenzverletzungen verhindert. […]

  • Es kracht im Gebälk
    von Erwin Koller am 8. November 2018 um 8:29

    Das Ausmass der sexuellen Missbräuche durch Geistliche sprengt jede Vorstellung. Möglich wurde es in einer abgeschotteten, die Moderne verteufelnden Kirche. […]

  • «Ich bin eine Art Hofnärrin»
    von urech.christian@gmail.com (Christian Urech) am 25. Oktober 2018 um 6:00

    Patti Basler, Bühnenpoetin, Kabarettistin und Instant-Protokollantin u.a. der SRF-Sendung »Arena«, über Wahrheit, die wahre Natur der Satire und die Gründe, warum sich manche darüber freuen, wenn man ihnen »an den Karren fährt«. Soeben hat sie den Salzburger Stier gewonnen. […]

  • Killergames neben Flüchtlingen und Rüstungsproduktion
    von Heinrich Frei am 18. Oktober 2018 um 7:37

    Im September lockte die Game Show 27’000 Besucher in die Hallen der Messe in Zürich-Oerlikon. Unter anderem wurden dabei auch Killergames vorgestellt. 300 Meter von der Game Show entfernt befindet sich ein Auffanglager für Flüchtlinge und 1,6 Kilometer weiter nördlich steht ein Fabrikgelände des bundeseigenen Rüstungskonzern Ruag.&nbs […]

  • Wirren um Pfarrwahl in Riehen - die Urne soll es richten
    von Franz Osswald am 11. Oktober 2018 um 7:16

    Die Wahlordnung in Basel-Stadt sieht bei Pfarr- und Bestätigungswahlen das stille Verfahren vor. In Riehen haben 123 Stimmberechtigte eine Urnenwahl verlangt, 100 Unterschriften wären nötig gewesen. So kommt es erstmals seit der öffentlich-rechtlichen Anerkennung zu einer Pfarrwahl per Wahlzettel. […]

  • Von den Füssen auf den Kopf gestellt
    von Franz Osswald am 4. Oktober 2018 um 7:49

    Die Römisch-katholische Kirche sah Jahrzehnte lang weg, wenn es um Fälle von sexuellen Handlungen von Priestern ging – ein Skandal. Nun schaut sie bei einem Fall anlässlich der Pfarrwahl in der Pfarrei St. Franziskus in Riehen für einmal ganz genau hin… und wieder soll es nicht recht sein. Versäumte offene Information steht am Ursprung der Wirrnisse. […]

Feed: bento queer

bento ist das junge Angebot von SPIEGEL ONLINE. bento zeigt, was 18- bis 30-Jährige wirklich interessiert, was uns betrifft und wie wir dazu stehen.

bento RSS News - Queer bento erklärt die News, zeigt das Beste aus dem Web und erzählt packende Stories. Nachrichten und Journalismus für alle, die im Internet zu Hause sind.

Queer

Eine illustrierte Geschichte

In Form eines Sachcomics erzählen die Autorinnen über die Entstehung von Queer-Theorie und LGBTQ*-Aktivismus. Es geht um Identitätspolitik, Geschlechterrollen, Privilegien, Ausschlüsse und die Frage, warum wir Geschlecht und Sexualität so sehen, wie wir es heute tun. »Queer« zeigt, wie diese Themen mit unserem Verständnis von Biologie, Psychologie und Sexualwissenschaft verbunden sind und wie queere Perspektiven immer wieder herausgefordert wurden. Der Comic führt durch die historischen Entwicklungen, erklärt Begrifflichkeiten und stellt Bewegungen sowie einzelne Theoretiker*innen vor, die unsere Einstellungen zu dem, was ›normal‹ ist, verändert haben – so zum Beispiel Alfred Kinsey und seinen Blick auf Sexualität als ein Spektrum zwischen Hetero- und Homosexualität oder Judith Butlers Perspektive auf Geschlecht als soziale Konstruktion.

Queer Book Cover Queer
Julia Scheele, Meg-John Barker
Politik
Unrast Verlag
2018
Taschenbuch
184
978-3-89771-311-6

Schweizer Partnerschaftsgesetz

Seit dem 1. Januar 2007 ist nun das Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare in Kraft. Die Schweiz war das einzige Land, in dem eine Volksabstimmung über ein solches Gesetz stattfand; dies am 5. Juni 2005.

Den aktuellen Gesetzestext findet ihr im Portal der Schweizer Regierung unter Bundesrecht.

Die Bundesverwaltung hat mit Stand vom 1. Januar 2007 ein Infoblatt über die eingetragene Partnerschaft veröffentlicht.