Archiv der Kategorie: Historische Texte

Viele Texte sind nicht mehr hochaktuell, sind aber nützlich im Rückblick

Ja, ich will!

Ehe für alle – Slampoetry von Silke Amberg

Nein ich will nicht – An dich Mann

(Hetero und cis – Äh nein die Begriffe verwendest du nicht
du findest dich einfach normal)

Nein ich will nicht
Die Frau sein
Die dich mega reizt
Nur weil ICH ganz genau nicht auf DICH stehe
Sondern auf die Frau neben mir
Auf ihren wilden Blick und all das was er mir sagt Ja, ich will! weiterlesen

Ein Schutzraum mitten in der Kirche

Der Verein und die Gottesdienstgemeinde «lesbische und schwule basiskirche» (lsbk) feiert im 26. Jahr in der Offenen Kirche Elisabethen regelmässig ökumenische Gottesdienste, mit Abendmahl oder Eucharistie. 

Die Gemeinde ist als selbstständiger Verein unter dem Dach der OKE organisiert.

Im ersten Jahrzehnt der OKE gab es neben der LSBK, die damals monatlich feierte, auch noch das Format der «Experimentellen Gottesdienste». Seit geraumer Zeit aber ist die LSBK die einzige, regelmässig unter dem Dach der Elisabethenkirche feiernde Gottesdienstgemeinde. Die Gottesdienste haben sich über die Jahre immer wieder verändert. Ein Schutzraum mitten in der Kirche weiterlesen

20 Jahre LSBK

Am 20. November 2011 feierten wir unser Jubiläum und erinnerten uns an die letzten 20 Jahre.

In der Zeit um 1990 entstanden überall Initiativen homosexueller Christinnen und Christen, die der vorherrschenden Theologie der «Homosexualität ist Sünde» ihren Glauben und ihr Bibelverständnis gegenüber stellten. So entstand auch in Basel die «lesbisch-schwule Basiskirche» unter dem Dach des gleichzeitig entstehenden Projekts «Offene Kirche». Wunsch und Ziel war es, regelmässige Gottesdienste für Lesben und Schwule durchzuführen. Der erste Gottesdienst wurde am 15. Dezember 1991 gefeiert. 20 Jahre LSBK weiterlesen

15 Jahre LSBK «leise, aber präsent»

Seit Dezember 1991 feiern wir Gottesdienste in und für die lesbisch-schwule Community. Die letzten 12 Jahre in der «Offenen Kirche Elisabethen», unter deren Dach wir uns gestellt haben.

Aus einem Projekt, das anfangs in der Lage war zu polarisieren und Emotionen hochzuschaukeln, ist in dieser Zeit eine Gemeinde gewachsen, die allgemein respektiert wird und sich mit den christlichen lesbisch-schwulen Gemeinschaften Europas vernetzt hat. 15 Jahre LSBK «leise, aber präsent» weiterlesen

Ewald Merkelbach im Jahresbericht 2005

Vor Jahren bemerkte ein Mann an einem Podiumsgespräch der LSBK, dass er auf eine Zukunft hoffe, in der eine LSBK nicht mehr nötig sei!

So weit sind wir noch nicht. Doch wir lassen deshalb den Kopf nicht hängen. Wir haben dazu überhaupt keinen Grund, denn das Leben hat uns im Jahre 2005 etwas besonders Schönes gebracht. Wir sind stolz, dass das Schweizer Stimmvolk das Partnerschaftsgesetz angenommen hat!

Das ist ein grosser Schritt vorwärts. Deshalb gehen wir mit Bedacht unseren Weg weiter, feiern Gottesdienst und betonen mit Ernsthaftigkeit und Selbstbewusstsein, dass da Einer ist, der uns schön findet, weil wir seine Geschöpfe sind. Diese Botschaft kann nicht oft genug gesagt werden. Und sie hat auch im vergangenen Jahr Frauen und Männer gestärkt, die mit uns unterwegs sind.

Ewald Merkelbach war damals Präsident der LSBK und schrieb dies im Jahresbericht der OKE

Weibliche Spiritualität und politische Praxis

Logo Linet-cVon Antje Schrupp, Vortrag in der „Kirche der Stille“ in Hamburg-Altona, 29.3.2010.

Es ist heutzutage fast unmöglich, von Gott zu sprechen. Unmöglich, weil das Wort durch diejenigen diskreditiert ist, die von Gott so sprechen, als sei er ein Objekt, eine Marke, ein Label, irgendetwas, das zu bewerben, zu beweisen, an das zu glauben oder für das sogar zu kämpfen sei. Weibliche Spiritualität und politische Praxis weiterlesen

Ist Homosexualität Sünde?

Logo Linet-cNein, Homosexualität, auch gelebte Homosexualität, ist keine Sünde.

 

Zunächst muss der Begriff geklärt werden. In der Theologie unterscheidet man zwischen Sünden im Plural – die vielen kleinen Übertretungen der Gebote – und der Sünde im Singular. Sie wird als Zustand der Gottesferne definiert: Sünde als Entfremdung von Gott. Sünde als Verweigerung der Liebe. (Handbuch der christlichen Ethik III, S. 139, Herder 1993) Da in unserem Zusammenhang von der Sünde im Singular die Rede ist, lautet die Frage: Befindet sich ein homosexuell lebender Mensch im Zustand der Gottesferne? Ist Homosexualität Sünde? weiterlesen

Maria: Mein Sohn

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I

Irgendwann bist du mir entglitten. So wie deine Brüder auch, als sie grösser wurden, sich zu den Männern hielten. Und doch anders. Eigentlich hast du mir nie gehört. Hast dich immer verwahrt, von Kindesbeinen an. Hast fremd geguckt, geschwiegen, hast die Tür hinter dir zuschlagen lassen, bist fortgegangen, in die Schlucht, ins Gebirge, fort von uns und hast mit der Stille gesprochen. Wie selten bist du zur Arbeit bereit gewesen, wie selten sassest du mit den Geschwistern im Haus. Immer bist du deiner Wege gegangen. Hast andere Menschen gesucht. Du hast sie gefunden, hast dich unterweisen lassen, hast ihnen zu Füssen gesessen, nein, von uns wolltest du nichts. Oder wenig. Essen zwar und dein Lager, als du klein warst an meiner Seite, später bei Jakobus. Dem Vater bist du ausgewichen, er wollte ja etwas von dir. Offenbar etwas, was du nicht wolltest. Maria: Mein Sohn weiterlesen